Opel-Schließung in Bochum trifft auch Fremdfirmen

Auch in der Opel-Produktion waren Beschäftigte von Fremdfirmen eingesetzt. Etwa 1000 Nicht-Opelaner waren im Vorjahr noch im Werk tätig.
Auch in der Opel-Produktion waren Beschäftigte von Fremdfirmen eingesetzt. Etwa 1000 Nicht-Opelaner waren im Vorjahr noch im Werk tätig.
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ Fotopool
Was wir bereits wissen
Etwa 1000 Mitarbeiter anderer Unternehmen arbeiteten im vergangenen Jahr noch für Opel in Bochum. Auch sie sind Opfer der Werksschließung.

Bochum.. Die Schulbank drücken in diesen Tagen 2500 ehemalige Opel-Beschäftigte. Die Qualifikation im Rahmen der Transfergesellschaft sieht vor, dass die Autobauer sich im Verwaltungsgebäude des Warenverteilzentrums in Langendreer intensiv mit dem Thema Bewerbung und Bewerbungstraining beschäftigen. Ein Teil von ihnen wird danach in Qualifizierungsmaßnahmen auf künftige Betätigungsgebiete vorbereitet.

Ebenso wie 300 weitere Opelaner, die im letzten halben Jahr des Werksbestehens über die vom Unternehmen organisierte Jobbörse „Berufsperspektive“ den Absprung zu einer anderen Firma geschafft haben, gibt es aber noch eine weitere, nicht unerhebliche Zahl von Arbeitnehmern, die von der Werksschließung betroffen sind:

Bis vor einem Jahr waren noch etwa 1500 Beschäftigte von Fremdfirmen in Laer und Langendreer für Opel tätig, im Laufe der vergangenen Monate waren es nach Schätzungen des ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden Rainer Einenkel immerhin noch etwa 1000. Sie erledigten Dienstleistungen der unterschiedlichsten Art und waren von der Reifenmontage bis zu Reinigungstätigkeiten zuständig. Angestellt waren sie bei großen Unternehmen ebenso wie bei kleinen bis mittelgroßen Firmen.

Kein Vertretungsrecht

Der Unterschied zur Opel-Stammbelegschaft: Die Kräfte von Fremdfirmen wurden im Rahmen des von Opel und der IG Metall ausgehandelten Sozialtarifvertrags nicht mit Abfindungen oder anderen Leistungen bedacht, sollten sie aufgrund der Produktionsaufgabe ihren Job verloren haben. „Wir haben zwar auch immer angeführt, dass diese Arbeitnehmer von einer Schließung betroffen sind und haben auch für sie gekämpft. Aber wir hatten kein Vertretungsrecht für sie“,so Einenkel.

Hinzugerechnet werden müssen außerdem noch die Beschhäftigten von betroffenen Zulieferbetrieben. Das bekannteste Beispiel dafür ist der Autozulieferer Johnson Controls und sein Standort in Bochum. Weil der keinen Sitz mehr für den in Laer hergestellten Opel Zafira liefert, mussten 123 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz räumen.