Opel-Mitarbeiter in Bochum wollen eigene Jubiläumsfeier organisieren

Eine Uhr zeigt vor dem Bochumer Opelwerk, das geschlossen werden soll, die Zeit fünf Minuten nach zwölf an am Dienstag, den 11. Dezember 2012.
Eine Uhr zeigt vor dem Bochumer Opelwerk, das geschlossen werden soll, die Zeit fünf Minuten nach zwölf an am Dienstag, den 11. Dezember 2012.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Am Samstag wollte Opel in Bochum den 50. Geburtstag des Werks feiern. Dann sagte das Unternehmen die Feier ab - wegen Sicherheitsbedenken, hieß es. Der Betriebsrat hält die Begründung für vorgeschoben - und will nun selbst ein Fest auf die Beine stellen.

Bochum.. Die Mitarbeiter des vor dem Aus stehenden Bochumer Opel-Werks haben verärgert auf die Absage der Feier zum 50-jährigen Bestehen des Standorts reagiert. "Die Enttäuschung über das Verhalten von Opel ist groß", hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung. Das Unternehmen hatte die für Samstag (15. Dezember) geplante Feier am Mittwochabend abgesagt. Zur Begründung führte Opel Sicherheitsbedenken an.

Der Betriebsrat kritisierte, der Autohersteller nutze die Aufrufe von Splittergruppen zu Störungen und Provokationen an dem Tag, die die zahlreichen erwarteten Familien und Kinder gefährden könnten, als Vorwand für die Absage. Betriebsratchef Einenkel nannte die Absage einen „unglaublichen Vorgang“ und die Sicherheitsbedenken nur vorgeschoben.

Die Absage ein Affront

Der Vorstand habe die Feier nie gewollt. Die Arbeitnehmer sehen in der Absage auch einen Affront gegenüber der Region: "Es sollte ein Fest der Opelaner für die Menschen der Region mit einem großem Programm für Familien und Kindern werden. Zahlreiche Vereine, Verbände, Standortunternehmen, Künstler und viele private Initiativen aus der Region hatten ihre Unterstützung zugesagt und wollten zum Erfolg der Veranstaltung beitragen. Wir danken allen Menschen und Initiativen, die teilweise mit großem finanziellen und persönlichen Einsatz ihren Beitrag leisten wollten oder bereits in Vorleistung gegangen sind", heißt es in der Betriebsratsmitteilung.

Tausende Besucher erwartet

Viele tausende Besucher wurden erwartet. "Und natürlich hätten Tausende Besucher an diesem Tag auch ihre Solidarität mit dem Bochumer Opel-Werk und den Beschäftigten gezeigt. Davor hatte die Unternehmensleitung Angst", vermuten die Arbeitnehmer-Vertreter.

Die Beschäftigten des Opel-Werkes kündigten nun an, gemeinsam mit Gewerkschaften, Künstlern und Initiativen eine eigene Veranstaltung für Anfang 2013 zu organisieren. Der Opel-Vorstand hatte Anfang der Woche angekündigt, dass nach 2016 in Bochum keine Autos mehr produziert werden.

Opel-Aufsichtsrat tagt

Am Donnerstag tagt unterdessen der Opel-Aufsichtsrat in Rüsselsheim. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen steht offiziell kein Schließungsbeschluss für das Bochumer Werk auf der Tagesordnung. Aus dem Finanzplan für die nächsten Jahre ließen sich aber die beabsichtigten Stellenstreichungen herauslesen.

Die Jubiläumsfeier zum 50. Bestehen des Bochumer Werkes war eigentlich bereits für den 27. Oktober geplant. Kurzfristig verschob die Opel-Führung die Feier, offiziell wegen überraschend nötiger Sonderschichten. Für Befremden, Wut und Enttäuschung unter den Beschäftigten sorgte auch die Tatsache, dass sie zum Jubiläum im Oktober lediglich auf eine Portion Currywurst in die Kantine eingeladen wurden.

Am Mittwoch hatte Opel-Vorstand Thomas Sedran auf einer Betriebsversammlung verkündet, dass nach 2016 keine Autos mehr in Bochum vom Band laufen sollen.