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Opel hat Angst vor "amerikanischer Sanierung"

14.07.2012 | 14:41 Uhr
Nach dem überraschenden Abgang von Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke hat IG-Metall-Chef Berthold Huber die Konzernmutter General Motors vor Vertragsbrüchen gewarnt.Foto: ddp

Rüsselsheim/Bochum.  Der angeschlagene Autohersteller Opel will seinen bisherigen Sanierungskurs fortsetzen. Das versicherte Opel-Interims-Chef Stephen Girsky in einer E-Mail an alle Konzern-Mitarbeiter. Die IG Metall will um jeden einzelnen Opel-Standort kämpfen.

Die bundesweit über 20.000 Opel-Beschäftigten sehen der Sondersitzung des Aufsichtsrats mit großer Sorge entgegen. Voraussichtlich am Dienstag soll laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung über die Nachfolge des überraschend abgelösten Vorstandsvorsitzenden Karl-Friedrich Stracke entschieden und über die weitere Strategie zur Opel-Rettung beraten werden.

Der kommissarisch eingesetzte Opel-Chef Stephen Girsky kündigte eine Fortsetzung des Sanierungskurses bei Opel an. "Ich möchte Ihnen versichern, dass wir unsere dringenden Arbeiten zur Wiederherstellung einer nachhaltigen Profitabilität bei Opel/Vauxhall und GM in Europa ohne Unterbrechung fortsetzen werden", schrieb der Interimschef laut dem Zeitungsbericht  in einer E-Mail an die Mitarbeiter.

GM-Manager für Opel als positives Signal

Zugleich bereitete der Vorstand des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) die Beschäftigten auf weitreichende Änderungen vor. "Unsere erfolgreiche Revitalisierung erfordert von uns allen die Bereitschaft, das Geschäft anders zu machen als bisher und dabei schnell zu handeln. Jeder Einzelne von uns ist verantwortlich für die Ergebnisse", heißt es demnach in der Rundmail.

Arbeitnehmervertreter begrüßten den Führungswechsel bei dem angeschlagenen Autohersteller. Dass in Person von Girsky zunächst ein GM-Manager die Geschicke bei den Rüsselsheimern lenke, sehe er "als positives Signal", sagte IG-Metall-Chef Berthold Huber der "Süddeutschen Zeitung". GM wolle "offensichtlich ein Zeichen setzen, dass Opel bestehen bleibt".

IG Metall will keinen Opel-Standort preisgeben

Vorrangige Aufgabe des künftigen Opel-Chefs sei es nun, zu verhindern, dass der Marktanteil von derzeit rund acht Prozent weiter sinke. "Wir brauchen einen entschlossenen Vorstand, der die Probleme anpackt, der Visionen hat und Opel nach vorne bringt", beschrieb Huber das Anforderungsprofil des künftigen starken Mannes bei Opel.

Zugleich warnte der Gewerkschaftsfunktionär GM davor, die bestehenden Vereinbarungen mit der Arbeitnehmerseite einseitig zu brechen. Die IG Metall sei "knallhart", sagte Huber. Die Gewerkschaft gebe "keinen einzigen Standort preis" . Denkbar sei für ihn auch, in den bestehenden Werken Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern künftig "Modelle für andere Konzerne herzustellen, die mit ihrer eigenen Produktion nicht hinterherkommen", um für eine bessere Auslastung der vier Werke zu sorgen. "Ich glaube an die Zukunft von Opel", sagte Huber.

Für Dudenhöffer steht Opel "sehr schlecht da"

Autoexperten wie Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen teilen diesen Optimismus nicht. "Opel steht jetzt sehr schlecht da", sagte der Leiter des Center Automotive Research-Instituts (CAR) im Deutschlandfunk. GM ziehe angesichts der dramatischen Absatzeinbrüche "jetzt knallhart diese amerikanische Sanierung durch", sagte der Professor für Automobilwirtschaft.

Rainer Einenkel, Betriebsratsvorsitzender der Opel-Fabrik Bochum , die ab 2014 wieder akut von der Schließung bedroht ist, hält den Kampf um den Standort noch nicht für verloren. Er setze große Hoffnungen in Interimschef Girsky, der laut Medienberichten neben Strategie-Vorstand Thomas Sedran als dauerhafter Stracke-Nachfolger gehandelt wird. Der GM-Manager habe sich in der Vergangenheit "immer für Opel stark gemacht", etwa als es darum gegangen sei, die GM-Tochter zu verkaufen. "Ich gehe davon aus, dass er daran festhält", sagte Einenkel im Deutschlandfunk.

NRW-Wirtschaftsminister kritisiert Opel-Strategie

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) übt nach der Ablösung des Opel-Vorstandsvorsitzenden Karl-Friedrich Stracke massive Kritik an der Unternehmensstrategie des Automobilherstellers. "Opel braucht eine Produktpalette, die die Leute vom Hocker reißt", sagte Duin dem "Tagesspiegel" (Samstagausgabe). "Das letzte Modell, mit dem Opel vorne lag, war der Minivan Zafira", fügte er hinzu.

Opel-Chef tritt zurück

"Für Opel insgesamt" sei die Situation "schwierig", sagte der Minister. Das gelte besonders für das Werk in Bochum, wo insgesamt rund 3.600 Menschen beschäftigt sind. "Wir als Landesregierung gehen der Frage nach, ob und wie wir den Standort fit für die Zukunft machen können", kündigte Duin an. Dem Bericht zufolge loten das Land NRW und Arbeitnehmervertreter derzeit die Möglichkeiten aus, nach Auslaufen der Zafira-Produktion den Standort über das Jahr 2016 hinaus als GM-Komponentenwerk zu erhalten. (dapd)


Kommentare
16.07.2012
17:11
Opel hat Angst vor
von fragender123 | #12

Das können die Amis immer noch am Besten: Erst eine Wirtschaftskrise von nahezu gigantischen Ausmaßen auslösen, keinerlei Einsicht oder Selbstkritik gelten lassen, aber nachwievor immer schön Hire & Fire, als ob nix gewesen wäre. Und in der Freizeit dann mal eben völkerrechtswidrige Kriege vom Zaun brechen und brutalstmögliche Ressourcenbeschaffung betreiben.

Mittlerweile widert mich dieses Land und dieser Kulturkreis so dermaßen an...dabei ist es kulturell durchaus sehenswert. Da gibt es lokale und regionale kulturelle Attraktionen (New Orleans, San Francisco, Los Angeles oder die historischen Meilen in den ehemaligen Südstaaten). Doch das alles geht unter dank dieser menschenverachtenden Wirtschaftsweise.

Tut mir leid, aber für dieses Volk habe ich mittlerweile nicht mehr als nur noch Bedauern übrig...

16.07.2012
10:39
Opel hat Angst vor
von weisnase | #11

erst einmal sollten die alten männer von gm in die wüste gehen den opel wird von der kolone kaputt gemacht und gleichzeitig ihre chevrolett flotte in deutschland stark gemacht oder warum ist der orlando 6000 € günstiger als ein zafira aber es fehlt dann an ausstattung da war doch die planung von gm klar opel kaputt machen und das händler netz für chevrolett benutzen. erst war gm pleite und plötzlich machen die gewinne . gm hat eine fahrzeug planung die ist so modern da bauen andere schon neue autos. der adam kommt gelinde gesagt auch zuspät der ampera oder wie er amerika heist volt ist zu teuer.aber in deutschland muss gespart werden für die big bosse. und ihren millionen gehälter

15.07.2012
18:12
Opel hat Angst vor
von woelly | #10

Entweder wird die Numme bei Opel so durchgezogen wie GM das will, oder der Laden ist platt. Huber: " Das wären die teuersten Werksschließungen....."
Da hat der gute Herr Huber aber noch nicht an ThyssenKrupp in Bochum und Duisburg gedacht. Wenn die Gewerkschaften und Herr Huber GM das Anforderungsprofil des künftigen staken Mannes vorgeben will, lachen die sich in Detroit doch nur schlapp. GM wird nach dem jahrelangen Schlamassel niemals in NRW invetieren. BMW, VW und PSA sicher auch nicht. Was bleibt ist eine neue Zeche auf selbigem Gelände mit oder ohne Subventionen. Mal gespannt, was der Herr Duin da Zustande bringt. Im Thema ist er jedenfalls noch nicht!

15.07.2012
09:43
Opel hat Angst vor
von Gerther | #9

Die über viele Jahre anhaltende Sanierung ist reines Stümperei und hat Opel vor die Wand gefahren. C.P. Forster hatte bereits in 2001 erkannt, dass zwei Werke überflüssig waren. Hätte man die vor zehn Jahren geschlossen, dann wäre Opel heute fein raus. So wird das nichts mehr. Die Marke ist verbrannt!

14.07.2012
19:17
Opel hat Angst vor
von NotrufManni | #8

Die Opelmitarbeiter haben anscheinend ihre Marke und ihr Werk schon vor längerer Zeit selbst aufgegeben.
Geht doch einmal über die Mitarbeiterparkplätze, da sieht man viele Automarken, doch sehr wenige Opel .....
Die die angeblich sich so solidarisch für Opel zeigen, kommen mit XXXX etc. angefahren, aber sehr sehr selten mit einem Opel ......

Packen wir es an, schließen wir wieder mal ein Werk in Bochum ......

14.07.2012
17:37
Opel hat Angst vor
von rainhard | #7

Opel Bochum braucht zur Zeit nicht Einenkel,sondern " Fünfenkel " ...! Ich Denke,Bochum ist bald Geschichte. Die haben die Marke Opel Kaputt geredet!!

14.07.2012
17:30
Mir fällt ein sehr guter Kandidat für den Opel-Chefposten ein!
von radfahrer.ruhr | #6

Ignacio L. wäre m.E. der geeignete Kandidant für den Opel-Chefposten!

Viele ehemalige Opelaner und Kunden denken immer wieder gerne an diesen Herrn und sein Engagement in der 1980er und 1990er Jahren zurück. Der richtige Mann um das produktive automobile Wirken in Bochum und Co. nachhaltig zu beenden und wirklich keinen Wunsch nach einem neuen Wagen aus Bochum der möglichen Käuferschaft aufkommen zu lassen.

Aktuell wäre er wohl frei ...

14.07.2012
17:06
Opel hat Angst vor
von xxyz | #5

Ich kann nicht erkennen, dass das Management etwas zur Stärkung der Marke tut.
Das ist sehr Schade, denn die Produkte werden unter Wert gehandelt.

Nur wer kauft ein Auto einer Marke, von der das Management nicht überzeugt ist?

Die Landesregierung muss sich um die Stärkung des Standorts kümmern und ihn nicht systematisch Schwächen. Dann sinkt auch die Abhängigkeit von solchen Entscheidungen. Auch Bochum muss sich fragen lassen, wieso dort eine Firma nach der anderen schließt bzw abwandert.

14.07.2012
16:07
Opel hat Angst vor
von Kohlensteiger | #4

ganz ehrlich! Bitte macht den Laden in Bochum endlich dicht! Das ganze rumgeeier macht doch keinen Sinn! Wer bitte kauft einen Opel??

Das sind ältere Menschen und Leute die keine Ahnung haben! Nichts aber auch gar nichts was Opel baut ist richtig gut! Die Qualität hat sich ein wenig gebessert, aber ist immer noch das Sorgenkind! Und das auf un zu und auf und zu ist nicht gerade förderlich für den Absatz!

Die paar Opelaner die da noch arbeiten haben dann halt Pech gehabt! Die hatten in den letzten Jahren genug Zeit sich was anderes zu suchen!

2 Antworten
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Name von Moderation entfernt | #4-1

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Opel hat Angst vor
von opelaner63 | #4-2

es kaufen noch viele Leute einen Opel in deutschland. Sie müssen sich mal näher erkundigen bevor sie ihre unfähige unsinnige Meinung los lassen.

14.07.2012
15:33
Macht endlich zu!
von nussknacker | #3

Hätte man vor 2 Jahren einen Schlussstrich gezogen - heute wären die Mitarbeiter froh einen neuen Arbeitsplatz zu haben.

Jede Nachricht ist ein Stich ins Herz - ein Sterben auf Raten!

Opel hat keine Zukunft - keiner kauft das Auto mehr - heute erst recht nicht!

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