Opel droht mit Produktionsstopp in Bochum schon 2015
22.01.2013 | 11:27 Uhr 2013-01-22T11:27:08+0100
Essen. Bei Opel Bochum könnten die Lichter bereits Ende 2014 ausgehen. Nach Informationen der WAZ Mediengruppe deutet Opel-Aufsichtsratschef Steve Girsky den Produktions-Stopp bereits zwei Jahre früher als geplant an. Als Grund nennt Girsky die Absatzkrise für Autos in Europa.
Der Autobauer Opel will die Produktion im Werk Bochum offenbar zwei Jahre früher einstellen als bisher geplant. In einem Brief an die Mitarbeiter, der der WAZ Mediengruppe vorliegt, deutet Opel-Aufsichtsratschef Steve Girsky an, dass die Lichter in Bochum schon Ende 2014 ausgehen könnten, wenn der bestehende Standortsicherungsvertrag ausläuft.
"Zum 1. Januar 2015 würde die Fertigung in Bochum komplett eingestellt", schreibt Girsky . Danach will Opel nur noch Auto-Komponenten im Ruhrgebiet produzieren und das Warenverteilzentrum erhalten. Wieviele der derzeit noch 3000 Arbeitsplätze am Standort Bochum erhalten bleiben sollen, hatte Opel-Interimschef Thomas Sedran bei einer Betriebsversammlung im Dezember offen gelassen.
Was viele lange befürchteten, am Montag wurde es Gewissheit: Die Konzernmutter GM hat das Ende der Autoproduktion im Bochumer Opel-Werk verkündet: 2016 ist Schluss. Die Nachricht platzte mitten in die Verhandlungen über eine Sanierung des Autoherstellers. Der Betriebsrat kündigt Widerstand an.
Girsky nennt Absatzkrise in Europa als Grund für vorgezogene Schließung
Für die vorgezogene Schließung des Bochumer Werks macht Girsky die Absatzkrise für Autos in Europa verantwortlich. "Es ist nicht nur unrealistisch, sondern auch illusorisch zu glauben, dass sich der Markt rasch erholt", erklärt der Opel-Aufsichtsratschef. "Was wir brauchen, sind weitere beträchtliche Einsparungen." Alle Mitarbeiter müssten ihren Beitrag leisten. „Solange wir Verluste erzielen, können wir uns beispielsweise keine Tariferhöhungen leisten“, schreibt Girsky. Der Mutterkonzern General Motors (GM) sei bereit, die defizitäre deutsche Tochter Opel finanziell zu unterstützen, „sofern sich Opel in Deutschland so aufstellt, dass wir wieder wettbewerbsfähig und profitabel sein können.“
Die im Dezember für Ende 2016 angekündigte Werkschließung war mitten in die Verhandlungen über eine Sanierung des kriselnden Unternehmens und über die noch geltende Stundung der letzten Lohnerhöhung geplatzt. Zunächst verschob Opel die Feier zum 50. Werkjubiläum in Bochum, um sie schließlich ganz abzusagen. Betriebsrat und IG Metall riefen zu zahlreichen Protestkundgebungen auf. Bundes- und Landesregierung kritisierten die Schließung des Werks scharf.
Industriestandort Bochum droht ein weiterer schwerer Schlag
Dem Industriestandort Bochum droht ein zweiter schwerer Schlag. Ende 2016 will der finnische Konzern Outokumpu die Edelstahlproduktion in der Flüssigphase schließen. Davon betroffen wären knapp 500 Mitarbeiter. Outokumpu hatte Ende Dezember die Edelstahl-Sparte von Thyssen-Krupp übernommen. In der Vereinbarung ist die Zusicherung enthalten, dass die Finnen die geplante Aufgabe der Produktion im Zeitraum 2015/16 aufgrund der dann geltenden wirtschaftlichen und strategischen Rahmenbedingungen ergebnisoffen prüft. Sollte es bei der Aufgabe der Flüssigphase bleiben, käme auch die Warmbreitbandstraße von Thyssen-Krupp in Bochum in Bedrängnis. Mit dem Edelstahl bräche ihr rund ein Drittel der Walzkapazität weg.
NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) reagierte mit scharfer Kritik auf die Drohung von GM-Manager und Opel-Aufsichtsratschef Steven Girsky, das Werk Bochum bereits Ende 2014 zu schließen zu wollen, sollte es zu keiner Einigung auf einen Sanierungsplan kommen. "Ich gehe davon aus, dass die Automobilproduktion bis 2016 weiter geführt wird", sagte Duin der WAZ-Gruppe. "Notwendig ist es jetzt, dass alle Beteiligten konstruktiv verhandeln und nicht mit Drohungen und Horror-Szenarien die Arbeit an einer gemeinsamen Lösung erschweren." Die gemeinsame Initiative von GM, Opel und Landesregierung, mit der so genannten Perspektive 2022 möglichst viele Stellen in Bochum über Alternativproduktionen zu erhalten, "kann nur auf der Basis einer Einigung zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung erfolgreich sein", sagte Duin weiter.

18:15
Wenn Menschen um ihren Job bangen finde ich es unangemessen, sie auch noch mit Häme zu überziehen.
Dir Fakten wurden hier genannt, Umsatzeinbrüche und Missmanagement, dazu Protektionismus der asiatischen Märkte für andere GM Karossen. Für keinen der Gründe ist der Mitarbeiter in Bochum verantwortlich. Die Einstellung bei GM - rausquetschen was irgentwie rauszuquetschen geht, ist bekannt. Nun steht eine Deadline fest. Für die MA`s ohne Perspektive kein Trost. Zumal es ja auch die Zulieferer betreffen wird.
19:14
Da sollte Peer mit seiner Kavallerie eingreifen, Das nötige Geld für das Futter seiner Pferde hat er ja schon von den Stadtwerken Bochum erhalten.
18:55
Erpressung als Geschäftsmodell scheint sich bei General Motors ja grosser Beliebtheit zu erfreuen. Aber unsere Politiker bleiben natürlich knallhart. Dumm für die Beschäftigten, dass gerade kein Wahlkampf ist - dann würde sich das schon ganz anders anhören.
18:38
Meine Meinung: GM lässt Opel ausbluten. Das ganze Know How und die Patente sind eh schon in den USA. Opel mit seinen deutschen Abeitsverträgen passt nicht mehr ins Portfolio eines internationalen Riesen wie GM. Die wollen mittelfristig lieber ihre eigene Marke verkaufen. Wie sieht es denn mit dem englischen Vauxhall aus? Stehen die vor den gleichen Problemen wie Opel? Dann ist die Taktik ja mehr als glasklar.
18:31
Wenn mir jemand 10 oder nur 3 Gründe nennt,hier noch in Bochum zu produzieren und auch erklärt wieso es ein Opel sein muss ,dem glaub ich auch sonst alles.Es wird aber niemand hier auftauchen und etwas einbringen.Weil es genau so ein Schrott Produkt ist wie Nokia.Die haben auch den Markt verpennt.Ausbaden durften das auch die Mitarbeiter und die STEUERZAHLER!
Als Mitarbeiter eines Autowerkes kann man nichts anderes.Viel Spass beim Arbeitsamt bei der Jobsuche.Bei Mercedes in Düsseldorf würde ich mich schnell bewerben wenn ich bei Opel arbeite!
18:29
Jetzt ist endlich wieder das richtige Thema für die nicht betroffenen Arbeiter da.
Solidarität, gibts in Bochum nicht mehr. Alles nur selbstherrliche Leutz die sich freuen das wieder ein paar tausend Arbeitsplätze verloren gehen. TRAURIG!!
Und noch etwas: Opel wirds weiter geben auch wenn Bochum gschlossen wird. Das wissen hier viele nicht, weils denen nur um das Werk Bochum geht!!!
18:16
Opel schreibt wie alle anderen Hersteller von Butter-und Brotfahrzeugen, die vom Euopageschäft leben, rote Zahlen. Wirtschaftforscher rechnen erst gegen Ende diesen Jahrzehnts damit, das der PKW-Absatz die Zahlen von vor 2007 wieder erreichen wird. Logisch, das GM den Sack zeitig zumacht. Bei Opel wurden und werden weltmarktfähige PKW produziert - die GM aber aus strategischen Gründen nur in Europa plazieren will ... das ist die eigentliche Sauerei. Es darf daher für OPEL keinen Cent Staatsmittel geben. Wenn unsere Politiker etwas für die Opelaner tun wollen: Fuhrpark auf Opel umrüsten. Ansonsten ****** halten.
18:03
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Das SUPERARGUMENT hat echt gefehlt.
17:28
Das Management möchte die Belegschaft zu erheblichen Lohnkürzungen und sonstigen Nachteilen zwingen und droht sonst mit Schliessung. Ich halte das für Erpressung.
Die Arbeiter bei Opel sollten sich auf keinen Fall darauf einlassen !
Der Arbeiter soll sparen, damit die Manager sich später die Taschen voll stopfen können und sich als Helden feiern können ?
Entweder zahlt Opel anständige Löhne oder sie sollen pleitegehen ! ! !
Wenn Opel ( endlich ) Pleite ist, gibt das anderen, besseren Autobauern wie VW die Möglichkeit zu expandieren und neue anständig bezahlte Arbeitsplätze zu schaffen.
Bei ihrem letzten Satz habe ich ganz erhebliche Zweifel.
17:26
Macht den Laden doch endlich zu und gut ist.