Opel Bochum: Auch viele Führungskräfte gehen
11.09.2011 | 17:13 Uhr 2011-09-11T17:13:00+0200
Bochum. Hoch her gehen wird es am Montag, 12. September, bei der Belegschaftsversammlung der Bochumer Opelaner, schätzt Betriebsratschef Rainer Einenkel. Es gehe dabei vor allem um die betriebsbedingten Änderungskündigungen, die Opel erstmals in Deutschland aussprach.
Abgesehen vom geplanten Personalabbau verlassen auch viele Führungskräfte Opel Bochum, an der Spitze der Produktionsdirektor, bisher der zweite Mann im Werk. Das erklärte Betriebsratsvorsitzender Rainer Einenkel am Sonntag der WAZ gegenüber.
„Zahlreiche Meister, Betriebsleiter und Abteilungsleiter sind ausgeschieden, weit über zehn“, sagte Einenkel wörtlich. Eigentlich seien für diese Mitarbeiter keine Abfindungen vorgesehen, aber nach interner Verständigung seien sie „nicht zum Nulltarif ausgestiegen“. Der Produktionsdirektor habe vor den Werksferien „aus persönlichen Gründen“ Abschied genommen.
Belegschaftsversammlung
Dass so viele Führungskräfte den Opel-Standort Bochum verlassen, hänge mit ihrer „bösen Pufferrolle“ zusammen, die sie beim Personalabbau hätten spielen müssen, als noch über hundert Mitarbeiter ausgeschaut wurden, um gegen Abfindung zu gehen oder eine Stelle in Rüsselsheim anzunehmen, sieht es Einenkel: „Von den Kollegen mussten sie hören: ,Warum hast Du mich ausgewählt?’ Und von oben gab es Druck.“
Auch darüber werde am Montag, 12. September, ab acht Uhr bei der Belegschaftsversammlung im RuhrCongress die Rede sein.
Betriebsbedingte Änderungskündigungen
Für die Unternehmensleitung nimmt u.a. Holger Kimmes teil, der Arbeitsdirektor für die europäischen Werke von General Motors. Einenkel rechnet mit erregten Debatten. Mit Sicherheit werde zur Sprache kommen, warum Opel auf Versetzung von Bochum nach Rüsselsheim auch in Einzelfällen bestehe, in denen die Ehefrau des Mitarbeiters krebskrank sei oder seine Eltern pflegebedürftig.
Opel hatte 89 betriebsbedingte Änderungskündigungen beim Betriebsrat beantragt und später in ähnlicher Höhe ausgesprochen. Laut Betriebsrat haben die meisten Betroffenen Kündigungsschutzklagen eingereicht . Die IG Metall sei mit einem „ganzen Paket“ dabei. Am 23. September sind die ersten Termine für die Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht.

09:32
Mitarbeitern, wie hier Meister, Betriebsleiter und Abteilungsleiter die aus freien Stücken kündigen, steht keine Abfindung zu, so sagt es die Betriebsveereinbarung. Das Geld hätte man den Arbeitern geben können, denn die von mir genannten Gruppen kündigen nicht einfach auf blauen Dunst, sondern werden schon eine neue Anstellung haben.
„Zahlreiche Meister, Betriebsleiter und Abteilungsleiter sind ausgeschieden, weit über zehn“, sagte Einenkel wörtlich.
Unter dem Wort Zahlreich verstehe ich im Zusammenhang mit dem Abbau von 1800 Arbeitsplätzen was ganz anderes. Weit über zehn steht in keinem Verhältnis zu 1800 und ist in meinen Augen nicht zahlreich sondern gering wenig!
22:47
Nokia, Opel in Häppchen und scheibchenweise, was kommt als Nächstes ? Über wie viele kleinere Betriebe wird noch nicht einmal geschrieben.
Welche Konsequenzen an den Familien hängen bleiben können wohl nur die Betroffenen erahnen.
Natürlich gibt es keine lebenslange Arbeitsplatzgarantie, allerdings hat unter dieser Prämisse auch Loyalität dem Arbeitgeber und auch den Gewerkschaftsvertretern und Funktionären gegenüber Grenzen.
§ 1. Jeder macht seins !
21:08
Sicherlich eine Kündigung ist unangenehm. Doch tausende Bochumer müssen sich jedes Jahr auch einen neuen Job suchen. Einen Anspruch auf eine lebenslange Anstellung gibt es nicht mehr. Auch bei Opel nicht! Die Opelaner sollten sich diesem persönlichen Schicksal stellen und umsatteln. Die horrende Abfindung ist ein Privileg und wird helfen. Der Betriebsrat kann eh nix machen oder anders gefragt: Hat der Betriebsrat jemals was für die Opelaner getan? Ich erinnere mal an den ominösen Stimmzettel mit dem der damalige IG-Metall Boss, Ludger Hinse, und der damalige Betriebsratschef, Dieter Hahn, die Opelaner narrten und den wilden Streik kippten.