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"Opel-Aus ist ein Schlag ins Gesicht des Ruhrgebiets"

10.12.2012 | 13:38 Uhr

Bochum.  Die Opel-Führung hatte den Beschäftigten am Montagmorgen auf einer Betriebsversammlung mitgeteilt, dass im Bochumer Werk nach 2016 keine kompletten Fahrzeuge mehr produziert werden. Ein Überblick über Reaktionen von Beschäftigten und aus der Politik.

Andreas Graf Praschma leidet an diesem schwarzen Tag für das Opel-Werk in Bochum mit seinen ehemaligen Kollegen. Der ehemalige Opel-Pressesprecher ist über das Aus in Bochum nicht überrascht: "Endlich ist die Wahrheit raus. Der Schock ist nicht die Nachricht, sondern die Art und Weise, wie sie überbracht wurde". Das sei "menschenverachtend" gewesen.

Die Bochumer seien "schlechte Nachrichten gewohnt. Ich erinnere nur an Nokia. Ich glaube nicht, dass mögliche neue Zuliefererbetriebe die Arbeitsplätze auffangen können". Der Witz sei, sagt Graf Praschma, "dass wenn bei General Motors irgendwo auf der Welt der Baum brennt, Profis aus Bochum zu Rat geholt werden."

Drei Fragen an ...
Aus für Opel-Bochum hat NRW-Regierung kalt erwischt

Eigentlich hatte Wirtschaftsminister Garrelt Duin gerade begonnen, mit General Motors in einer Arbeitsgruppe über die langfristige Perspektive für den Opel-Standort Bochum zu verhandeln. Die jetzige GM-Kehrtwende verärgert den SPD-Politiker.

Der 22-jährige Fati Sarisa ist Auszubildender bei der Elektrotechnik bei Opel Bochum. Er ist über das Opel-Aus in Bochum "schockiert". Er hätte sich gewünscht, "dass Opel in Bochum mit weiteren neuen Modellen bestehen bleibt. Das hier ist der Absturz. Wie soll das jetzt in Bochum weiter gehen? Für Jugendliche gibt es nur noch Hartz IV."

IG Metall: "Wir werden nicht hier abwarten und in Ruhe Autos bauen"

Opelaner Steffen Reichelt von der IG Metall schwört auf den Zusammenhalt der Beschäftigten: "Wir werden nicht hier abwarten und in Ruhe Autos weiter bauen, bis das Werk abgewickelt ist. Wir waren immer am stärksten, wenn wir als Gewerkschaft geschlossen und konsequent gehandelt haben."

Opel
Opel - das Aus für den Standort Bochum

Das deutsche Automobilunternehmen Opel feierte erst jüngst 150. Jubiläum. Doch 2008 begann für die Rüsselsheimer der Kampf gegen die Insolvenz. Nun macht der Konzern den Produktionsstandort Bochum dicht. Tausende Arbeitsplätze fallen weg.

"Das ist ein Schlag ins Gesicht des Ruhrgebiets", sagte Opelaner Rolf Plumhoff-Klein. Sarkastisch fügt er hinzu: "Zu Weihnachten ist das noch ein schönes Geschenk."

Einenkel: "Nervenkrieg, der nicht zum Aushalten ist"

Der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel möchte zu diesem Zeitpunkt noch nicht an Angebote denken, die in Zukunft den Opel-Mitarbeitern zur Schließung ihres Werks gemacht werden könnten: "Man scheint der Meinung zu sein, dass man mit dem Geldkoffer in der Hand unsere Mitarbeiter mürbe machen kann."

Kommentar
Vom Opel-Werk bleibt nicht viel übrig - ein Kommentar

Wenn in Bochum keine Autos mehr produziert werden, bleiben voraussichtlich nur noch einige Hundert von ehemals über 20.000 Arbeitsplätzen übrig. Und von einem Automobilstandort im Ruhrgebiet kann dann eigentlich nicht mehr die Rede sein.

Er spielt damit darauf an, dass Opel versuchen wolle, langjährige Arbeitnehmer durch das Zahlen von Abfindungen, einfach und unkompliziert entlassen zu können.

Für Opelaner, die jung sind und aufgrund ihrer Ausbildung bei anderen Unternehmen noch eine Zukunft haben könnten, beschreibt er die Situation als "Nervenkrieg, der nicht zum Aushalten ist."

  1. Seite 1: "Opel-Aus ist ein Schlag ins Gesicht des Ruhrgebiets"
    Seite 2: Opel-Aus für Kraft "traurige Nachricht"
    Seite 3: "Niemand darf in die Arbeitslosigkeit entlassen werden"

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Kommentare
11.12.2012
13:30
Wo er Recht hat...
von wohlzufrieden | #23

Ja, wie sagte schon Ulbricht: "Müssen wir denn jeden Dreck übernehmen, der aus dem Westen kommt?"

11.12.2012
10:25
Welche Komponenten?
von woelly | #22

Da haben viele den Ernst der Lage noch nicht begriffe! Da wird mit dem Getriebewerk in Bochum ein Komponentenwerk geschlossen. Wie soll man denn da glauben, dass in Bochum ein neues Komponentenwerk eröffnet werden sollte? Etwa für Teleskopantennen und Fuchsschweife?

11.12.2012
10:12
Opel-Aus in Bochum
von donfernando | #21

"J.R. Ewing" hat uns neulich verlassen. Wie man sieht, hat er dabei seine Geschäftsmethoden bei den Amerikanern zurückgelassen.

11.12.2012
09:58
Opel-Aus in Bochum
von Schwarz-Gelb | #20

Man kann nur hoffen, dass die Betroffenen wie Fati Sarisa (Artikel) nach 2016 eine andere hoffentlich gut bezahlte Stelle in Bochum finden.

11.12.2012
09:57
Bedauerlich für die Betroffenen,
von MANFREDM | #19

... aber ich fahre keinen Opel und werde mir auch keinen kaufen. VW ist technisch sehr viel besser und der Insignia hat gegen die Dienstwagen/Oberklasse keine Chance.

10.12.2012
20:24
Generale Motoren
von Wannermondmann | #18

Ist klar. Bochum ist an der Unfähigkeit der Amis schuld. Bochum baut das Auto mit dem Goldenen Lenkrad 2012 un darf dann zerbröseln. 3000 arbeitslose Opelaner bestimmt die gleiche Anzahl von Zulieferfirmen. 12 - 15000 Neue Arbeitslose. Aber in Deutschland geht es mit der besten Regierung seit 1990 immer weiter Bergauf.
Wer soll den noch den Opel aus Frankreich ( Teile aus Indien Indonesien Taiwan ) noch kaufen????? Weniger Kaufkraft weniger Umsätze mehr Pleiten in Deutschland.
Aber es geht immer weiter nach oben......... für die Obrigkeit...............

10.12.2012
19:16
GM
von Radfahrer | #17

Alle was von jenseits des Atlantiks kommt ist Dreck.

10.12.2012
19:10
Ein Schlag ins Gesicht des Ruhrgebiets ? Aufwachen!
von NRWler1 | #16

Ja, das kommt davon, jahrzehntelang die reaktionäre SPD zu wählen, die nur darauf bedacht war, ihre Wähler schön bei der Stange zu halten (um ihre Pöstchen zu behalten) und die kein Interesse an Änderungen hatte. Alle schliefen um Ruhrgebiet mit. Es war ja so schön kuschelig. Aber (subvetionierte) Stagnation (z.B. Bergbau) ist Rückschritt, weil sich die anderen weiterentwickeln.

1 Antwort
aha
von wkah | #16-1

was jetzt die SPD damit zu tun hat , bleibt ihr Geheimnis - oder?

10.12.2012
18:42
Ihr da unten, wir da oben.
von wohlzufrieden | #15

Kein Arbeitsplatz der verloren geht, egal wo, entsteht woanders wieder oder in anderer Form zu den gleichen Konditionen. Der Umbau der Gesellschaft ist voll im Gange. In Amerika gibt es schon (fast)keine Mittelschicht mehr. Es gibt bald nur noch die Arbeitslosen, Arbeiter und Rentner, die vor den Suppenküchen stehen, und dann in der selben von einem im Smoking Medienwirksam Suppe austeilenden Bundespräsidenten zu hören bekommen: "Nehmen Sie sich die Freiheit, und essen Sie sich erst mal satt..."

10.12.2012
18:01
Kurzarbeitergeld
von EU-lenspiegel | #14

Ich finde das von OPEL gut, früh genug der Stadt zu sagen was los ist.
Bochum sollte jetzt anfangen Rücklagen zu bilden. Haben doch auch die ganzen Jahre die Steuern abgesahnt.
Bei über 3000 Kurzarbeitern kommt auf Bochum bestimmt eine Summe von ca. 180 Millionen EUR pro Jahr, an Kurzarbeitergeld zu.
Also Bochum schön sparen.

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