Ohrfeige für Bochumer Wirtschaftsförderung
04.12.2008 | 15:11 Uhr 2008-12-04T15:11:00+0100Die Wirtschaftsförderung der Stadt Bochum hat deutliche Kritik im NRW-Wirtschaftsministerium ausgelöst
In einem Brief an OB Ottilie Scholz, gerichtet auch an die Fraktionschefs von SPD, CDU, FDP und Grünen, stellt Staatssekretär Dr. Jens Baganz fest, „dass die Organisation der Wirtschaftsförderung in Bochum für Außenstehende nicht ohne Weiteres nachzuvollziehen ist” und „für am Standort interessierte Dritte befremdlich wirkt”.
Früher CDU-Oberbürgermeister in Mülheim
Der Staatssekretär, früher CDU-Oberbürgermeister in Mülheim, greift damit Mängel auf, welche die CDU in Bochum seit Jahren beklagt. Dies gilt vor allem dem Nebeneinander von gleich drei städtischen Einrichtungen der Wirtschaftsförderung mit ihrer Zuständigkeitsstreuung: das Amt für Wirtschaftsförderung, die Projektgruppe „Bochum 2015” (z.Z. der OB unterstellt) und die Entwicklungsgesellschaft Ruhr Bochum (EGR).
Erst jüngst im Rat wurde die Wirtschaftsförderung nach jahrelanger Diskussion neu aufgestellt, doch aus Sicht der CDU habe der Berg leider nur ein Mäuslein gekreißt: Die Chance, die städtische Wirtschaftsförderung „unter einem Dach” zu konzentrieren, sei vorerst vertan worden, ärgert sich CDU-Fraktionssprecher Roland Mitschke, auch Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses: „Es besteht Handlungsbedarf.”
Thema eiert seit Jahren durch die Gremien
Zwar soll die Projektgruppe „2015” dem Wirtschaftsförderungsamt zugeschlagen werden, doch damit gebe es angesichts der EGR zwei Einrichtungen, die sich um Wirtschaftsförderung bemühen.
Das Thema ist ein bemerkernswert alter Zankapfel: Schon der frühere SPD-Oberbürgermeister Ernst-Otto Stüber drang darauf, die städtische Wirtschaftskompetenz unter dem Dach der EGR zu bündeln. Das geht aus einer Verwaltungsvorlage von 1997 hervor. Seitdem eiert das Thema durch Jahre und Gremien.
Neuer Geschäftsführer für die EGR gesucht
Dass ausgerechnet Amtsleiter Heinz-Martin Dirks die Arbeitsgruppe „2015” einkassieren soll, regt nicht nur Mitschke auf: Er hält ihn als Kopf der Wirtschaftsförderung für überfordert. Der Mann sei nur in der Bochumer SPD gut verortet. Dabei winke jetzt eine personelle Chance: Zur Zeit wird ein Nachfolger für EGR-Geschäftsführer Volker Marquaß gesucht, der sehr viel bewegt hat und im Verlauf des Jahres 2009 in Rente geht.

22:34
Ich frag mich immer wieder, wieso sich jemand einfach zu Wort melden kann und diese Kommentare einfach in der WAZ veröffentlicht werden ohne das weitere Recherchen hinsichtlich der getroffenen Aussagen hinterfragt werden.
- Hierbei sollte sich doch tatsächlich mal die Frage gestellt werden, wieso wir ein Amt für Wirtschaftsförderung haben und eine GmbH - die EGR -
- Welche Organisation erfüllt welche Aufgaben und wie ist in diesem Zusammenhang die Lösung mit der Umsatzsteuerproblematik!
06:16
Na, da kann man doch ein Thema über die Personen toll kaputtreden. Fakt ist: Vieles in Bochum ist für Außenstehende nicht ohne Weiteres nachzuvollziehen und wirkt für am Standort interessierte Dritte befremdlich. Da werden Themen so lange über Gremien verteilt, bis niemand mehr zuständig ist. Leider kommt dann nichts mehr zustande. Das gilt für die Wirtschaftsförderung ebenso wie für das Veranstaltungswesen.
Wieso aber ausgliedern, wieso die EGR? Kann man nicht einfach ein Amt für Wirtschaftsförderung einrichten, wie es andere Städte auch tun?
14:15
Die Zusammenlegung wäre eine Katastrophe!Damit würden zwei Versorgungsposten wegfallen!
09:56
Von wem die Kritik kommt, kann man hier ( http://de.wikipedia.org/wiki/Jens_Baganz ) ganz gut nachlesen!
08:39
Das ist schon mal eine sehr wichtige Voraussetzung.
...oder warum glauben sie, ist Herr Baganz nach seinem Rückzug als OB so schnell im Wirtschaftsministerium untergekommen???
08:18
Frechheit - DUMMHEIT
Wir brauchen doch keine Fachleute. Es reicht doch vollkommen aus, wenn der Geschäftsführer gut in der Bochumer SPD verortet ist!
GLÜCK AUF!
07:22
Wie kommt dieser gescheiterte Ex-OB Baganz dazu, sich über die Kommunalpolitik Bochums zu äußern. Hat der nichts Besseres zu tun?!
Oder ist der etwa von seinem Parteifreund Mitschke dazu aufgefordert worden, einen solchen schädigenden Brief zu schreiben?
Wer nimmt solch verantwortungslose Politiker in die Pflicht. Den entstandenen Imageschaden für Bochum müsste Baganz nun aus seiner Privatschatulle bezahlen!!!
Dann würde er sich künftig dreimal überlegen, sich derart ungefragt und ohne Not zu äußern.
07:19
Offene Worte für ein seit langer Zeit bekanntes Problem kommen bei den Genossen, gerade in Zeiten des Wahlkampfes, nicht gut an. Dazu noch die Kritik an einem bewährten Parteisoldaten, das kann nicht gut gehen! Lieber strickt man mit der heißen Nadel ein liebloses Konzept, stellt dieses im Rat als Zukunftsmodell dar und wartet ab, ob sich denn dann tatsächlich auch etwas zum Positiven ändert. Die Entwicklung Bochums darf nicht in einer reinen Personaldebatte enden, sondern sollte zielgerichtet, vielleicht auch durch Einschaltung einer auswärtigen Institution, geführt werden. So lange man nicht bereit ist, alles in eine Waagschale zu werfen, wirkt jede Veränderung wenig proffessionell.