Offener Raum – der Name ist Programm

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv

Eines lässt sich schon jetzt, unmittelbar nach der Eröffnung sagen: Er bleibt seinem Namen treu, dieser Open Space. Und wenn das Konzept so aufgeht, wie sich das die Verantwortlichen vorstellen, dann ist Bochum bald um eine wunderbare Möglichkeit für Jugendliche reicher, ihre Freizeit zu verbringen.

Für Artisten sind die Trainingsräume des Open Space ein Wunderland: Matten, ein Trampolin, Seitpferde und Stangen wohin das Auge reicht. Die ehemalige Spielfabrik wurde zu einer Sporthalle der besonderen Art umgebaut. Derzeit probt in der Halle schon Urbanatix, die Streetartistik-Show, in Zukunft wird hier auch der Open Space; ein Verein, der sich aus der Show heraus entwickelt hat, für Jugendliche offen stehen. Am Samstag und Sonntag feierte das noch junge Projekt seine Eröffnung. An den zwei Tagen konnten sich Interessierte einmal selbst unter Anleitung in den verschiedensten urbanen Sportarten ausprobieren.

Von Artistik bis Tricking

Der Open Space ist, wie der Name schon sagt, ein für jeden Interessierten offener Raum, der sich mit Streetartistik wie den Sportarten Parkour, Tanz oder Tricking beschäftigt oder beschäftigen möchte. Die Sportgeräte in der Hinterhof-Halle an der Bessemer Straße 85 stehen dabei jedem zur Verfügung, der dort trainieren will. Aber Leiter Silvester Kiunka stellt auch direkt klar: „Das hier soll kein Jugendtreff werden. Wer hier her kommt, der soll auch trainieren.“

Trainieren wollten am Samstag bereits einige. Viele haben schon länger mit Urbanatix zu tun, andere hat es ganz frisch in die neuen Räume gezogen. So zum Beispiel auch Ann-Sophie Crausen. Die 21-Jährige hat in der Zeitung von den Tagen der offenen Tür gelesen und war neugierig. Bisher hatte sie allerdings nur Erfahrung im Tanz: „Akrobatik habe ich noch nie gemacht. Aber ich fand das richtig cool. Vor allem ist das auch für Anfänger hier richtig gut“, ist sie begeistert. Beim Schnupperkurs konnte sie zum Beispiel zum ersten Mal einen Flickflack ausprobieren.

Ein wenig weiter ist Nick Berg. Er ist schon seit zwei Jahren bei Urbanatix dabei und macht vor allem Trampolin-Sprünge an eine oder von einer Wand. Auch er war am Samstag für die jungen Talente da: „Jedem, der kommt, gebe ich gerne einen Tipp.“

Ab den beiden Eröffnungstagen steht der Open Space nun auch für Workshops bereit. Leroy Guse wird so einen Workshop mit dem Thema Parkour leiten. Parkour, das heißt ursprünglich, so schnell wie möglich von einem Ort zu einem anderen zu kommen und jedes Hindernis zu überwinden.

Offen für alle und kostenlos

Für Anfänger hat Leroy vor allem einen Tipp: „Rausgehen und Eigeninitiative zeigen, bei jedem Wetter.“ Wie auch der Proberaum soll die Teilnahme am Workshop vorerst kostenlos sein. Der Open Space wird also in allen seinen Punkten dem Namen gerecht: Er ist offen für alle und kostenlos. Und mit etwas Glück landet der eine oder andere Teilnehmer vielleicht sogar auch beim großen Ziel: bei Urbanatix.