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Odyssee: Manche Gäste hören stundenlang zu

01.03.2009 | 14:19 Uhr

Die zwölfstündige Lesung der gesamten Odyssee fand in den Kammerspielen nie vor leeren Rängen statt. Selbst um Mitternacht saßen Dutzende von Zuhörern in den Reihen, um die Irrfahrt des Odysseus mitzuerleben.

Das Mammutunternehmen hat sich gelohnt: Das Ensemble und Gäste hatten sich die 24 Gesänge von Homers "Odyssee" untereinander aufgeteilt. Mit dabei waren u.a. Charles Brauer, Burghart Klaußner oder Peter Lohmeyer. So erlebte das Publikum die altattische Geschichte in immer wieder neuen Tonlagen und mit wechselnden Temperamenten. Am Freitag um Punkt 18 Uhr begann Otto Sander, der zunächst einen kurzen Originaltext in altgriechisch zitierte, um dann zur allgemeinverständlichen Übersetzung zu greifen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Kammerspiele bis beinahe auf den letzten Platz besetzt. Das Interesse ließ beim ersten Teil der Lesung (bis zwei Uhr morgens am Samstag) nicht nach: Stets waren 100 bis 200 Menschen im Saal. Es war ein ständiges Kommen und Gehen. So war das auch gewünscht. Bestimmte Einlasszeiten waren nicht vorgesehen. Es gab jedoch auch Gäste, die stundenlang zuhörten. Als am Samstag um 11 Uhr der Lesung zweiter Teil begann, saßen die Zuschauer wiederum in reichlicher Zahl in der "Kammer". Um 14.45 Uhr las Otto Sander den letzten Satz der Odyssee. Eine Phantasiefahrt, beflügelt nur durch das reine Wort, war erfolgreich zu Ende gegangen.

Gelungenes Rahmenprogramm

Das Rahmenprogramm im Theater unter Tage und im Malersaal wurde von den Besuchern ausgiebig genutzt. Beim Konzert der Band "Leik Eick" um Ensemblemitglied Marina Frenk mussten sogar einige draußen bleiben, da das Theater unter Tage aus den Nähten zu platzen drohte.

Werner Streletz

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