Nur wenig Nutzer interessieren sich für den WLAN-Bus

Christoph Kollmann von der Bogestra führt vor, wie leicht die USB-Schnittstellen sich bedienen lassen.
Christoph Kollmann von der Bogestra führt vor, wie leicht die USB-Schnittstellen sich bedienen lassen.
Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der „PowerBus“ der Bogestra mit USB-Schnittstellen zum Akkuladen und kostenlosem WLAN findet derzeit noch wenig Anklang bei den Fahrgästen.

Bochum.. Halbzeit für das Pilotprojekt: Seit Januar fährt der erste WLAN-Bus der Bogestra durch Bochum. Noch bis Ende April soll getestet werden, wie die Resonanz auf die Umrüstung ausfällt. Bereits im vergangenen Jahr war der Bus für vier Monate in Gelsenkirchen unterwegs. In Bochum tourt der Bus gerade tagesaktuell auf wechselnden Linien, um ein möglichst breites Publikum zu erreichen.

Im „PowerBus“ können sich Fahrgäste kostenlos mit dem WLAN verbinden. Außerdem stehen ihnen insgesamt 12 USB-Ladestationen zur Verfügung.

Resonanz bisher eher verhalten

Die Resonanz in Gelsenkirchen war bisher eher verhalten, wie eine Umfrage ergab: „Der überwiegende Großteil der Befragten sieht keinen Bedarf. Die meisten hatten sowieso schon eine Flat“, so Sandra Bruns, Pressesprecherin der Bogestra. Von den 50 angedachten Gigabyte im Monat wurden hier nur maximal 20 verbraucht.

Auch in Bochum ist die Resonanz während der Fahrt mit der Linie 368 nach Wanne-Eikel und zurück eher verhalten. Die einen sehen keinen Bedarf, für die anderen ist die Fahrt fürs Einloggen zu kurz, wieder andere sehen ein Problem in der Sicherheit: „Mir ist das ganze zu unsicher. Im öffentlichen WLAN kann ja jeder auf dein Gerät zugreifen“, erzählt Moritz Molzahm (22).

Auch die USB-Schnittstellen zum Aufladen benötigt er nicht, dafür hat er einen tragbaren Akku dabei. Allgemein probierte nur eine Mitfahrerin während der genannten Fahrt die Schnittstellen versuchsweise aus, sonst blieben die USB-Ports unbenutzt. Aber es gab auch ein paar positive Rückmeldungen bei der Stichprobe: „Ich habe mich mittlerweile fest angemeldet. Das WLAN finde ich wirklcih praktisch“, erzählt die 13-jährige Michelle. Und auch die ÖPNV-Nutzerin Cordula Erdmann (50) findet das Konzept durchaus praktisch, nur bemerkt hat sie die Aufschrift auf dem Bus nicht: „Aber wenn ich es gewusst hätte, hätte ich es auch genutzt.“

Log-in-Verfahren zu umständlich

Ein großer Knackpunkt beim Selbsttest ist das umständliche Prozedere: Nach dem Anwählen des Hotspots muss der Nutzer erst eine SMS versenden, um ein Passwort für 24 Stunden zu erhalten. Alternativ geht auch die Anmeldung per App (ebenfalls mit SMS-Versand) oder die einmalige, kostenlose Anmeldung beim Internetanbieter. Für eine kurze Busfahrt lohnt sich das kaum. „Wir wissen, dass das Anmelde-Verfahren sehr kompliziert ist“, so Bruns. Allerdings sei das Ganze noch ein Pilotprojekt, außerdem wolle man sich rechtlich absichern.

Nach Abschluss der Pilotphase will die Bogestra beraten, wie und ob das Projekt weitergeführt wird.