Nur einige Requisiten erinnern noch an Tana Schanzara
25.06.2009 | 18:16 Uhr 2009-06-25T18:16:00+0200
Nach dem Tod der beliebten Schauspielerin sucht die Stadtverwaltung nach Möglichkeiten, die Erinnerung an die "Revier-Duse" wach zu halten. Das Problem: "Ein Nachlass existiert nicht."
An ihrem 83. Geburtstag ist am 19. Dezember vergangenen Jahres die Revier-Duse Tana Schanzara gestorben. Gedenkveranstaltungen im Kino „Cacablanca” mit ihrer Film-Hommage und im Schauspielhaus mit Weggefährten haben gezeigt, mit welcher Zuneigung die Menschen im Ruhrgebiet der beliebten Volksschauspielerin begegnen. Beide Veranstaltungen waren ausverkauft.
Eines der wenigen Originale im Ruhrgebiet
Der nächste Schritt: Wie kann längerfristig an Tana Schanzara erinnert werden? Immerhin war sie eines der wenigen Originale im Ruhrgebiet, die sich allgemeiner Beliebtheit durch alle Bevölkerungsschichten hindurch erfreut haben. Auf Anfrage vom Kulturausschussvorsitzenden Dieter Fleskes hat sich die Kulturverwaltung darüber Gedanken gemacht, wie die Erinnerung an Tana wach gehalten werden könnte und gibt jetzt ein erstes Ergebnis dieser Recherchen ab: „Ein Nachlass Tana Schanzaras existiert nicht, da die Künstlerin praktisch keine persönlichen Dinge hinterlassen hat”, so die Verwaltung.
Das Büdchen ist abgebrannt
In der Theatergeschichtlichen Sammlung des Stadtarchivs befinde sich allerdings Material zu Tanas Wirken am Schauspielhaus. Dabei handele es sich „vor allem um eine größere Zahl von Videos, Fotos und einige wenige Plakate”. Im Schauspielhaus selbst - das hätten Rechcherchen ergeben, sind noch einige - wenige - Einzelrequisiten aus Vorstellungen mit Tana Schanzara vorhanden. In diesem Zusammenhang ist daran zu erinnern, dass das berühmte Büdchen aus Tanas Soloabenden beim verheerenden Brand im Kulissenlager vernichtet worden ist. Für die Kulturverwalrtung steht jedenfalls fest, dass mit dem vorhandenen Material keine Präsentation zusammenstellen lässt, „die der Bedeutung der Künstlerin angemessen” wäre.
Angemessene Würdigung
Darum müsse weiter gesucht werden - auch außerhalb von Bochum -, um Material aufzustöbern, mit dem eine angemessene Würdigung in Szene gesetzt werden könne. Darum wird vorgeschlagen, zunächst eine zeitlich befristete Ausstellung zu Tana Schanzara im oberen Foyer des Schauspielhauses zusammenzustellen, die später auch im Stadtarchiv gezeigt werden könnte. Diese gemeinsame Gedenkausstellung könnten Honorarkräfte verwirklichen - allerdings - so die Kulturverwaltung - wahrscheinlich erst nach Ablauf des Kulturhauptstadtjahres 2010.
Bis dahin bleiben dem Publikum nur die Erinnerungen.

07:43
wie wäre es denn mit einem tana-schanzara-weg ?