Nur 20 Opelaner wollen per Abfindung gehen
31.08.2010 | 19:04 Uhr 2010-08-31T19:04:00+0200
Bochum.Rund 650 Mitarbeiter sollen Opel bis Jahresende verlassen. In Bochum sind es wenige, die per Abfindung gehen wollen. Betriebsratsvorsitzender Einenkel dementiert, dass es kein Interesse gebe, nach Eisennach zu wechseln.
Das Angebot von Opel Bochum an Mitarbeiter, per Abfindung aus dem Betrieb auszuscheiden, wurde bisher kaum angenommen. Bis Montag, 30. August, hatten sich nur zwanzig Opelaner gemeldet. Damit ist die Firma von ihrem Ziel, bis Jahresende 2010 allein in Bochum rund 650 Mitarbeiter zum Ausscheiden zu bewegen, noch weit entfernt.
Betriebsratsvorsitzender Rainer Einenkel zeigte gegenüber DerWesten durchaus Verständnis für die Zurückhaltung der Belegschaft in dieser Sache. „Die Menschen sind seit vorvoriger Woche informiert über das Abfindungspaket. Viele denken jetzt darüber nach, wie sie sich entscheiden sollen.“ Es sei schließlich ein schwerer Schritt, seinen Arbeitsplatz aufzugeben, auch wenn es dafür Geld und Qualifizierung in einer Transfergesellschaft gebe.
Einenkel ist ohnehin nicht wild darauf, die Planzahl des Managements zu erreichen und will möglichst viele Arbeitsplätze retten. Zumal wegen der Getriebefertigung Opel-intern ein heftiger Streit entbrannt sei. Der Bochumer Betriebsratsvorsitzende: „Es ist absolut unmöglich, bei Opel Bochum in der Getriebefertigung die Arbeitsplätze von 650 Leuten plattzumachen, um die Arbeit dann in Österreich von 300 Leiharbeitern machen zu lassen.“
Betriebsratschef verärgert
Fast schon einer Intrige gleiche die laut Einenkel falsche Nachricht vom 29. August aus Thüringen, die Bochumer Opel-Arbeiter hätten kein Interesse am Wechsel zum Opel-Standort Eisenach. Der Betriebsratschef verärgert: „Es gab überhaupt keine Anfrage aus Eisenach, also gab es auch kein Interesse daran.“ Auch wenn die Thüringer Bratwurst und die Wartburg sicherlich sehr reizvoll seien...
„Der Betriebsrat wird alles unternehmen, um die Abbauzahlen (1 800 in Bochum bis Ende 2011) zu reduzieren“, sicherte Einenkel am 25. August der Belegschaft in einer Info zu. Hilfreich sei, dass man mit Hilfe von Kurzarbeit weiterhin betriebsbedingte Kündigungen vermeiden könne. Ab heute, 1. September, kann Opel für einen Zeitraum von 18 Monate erneut Kurzarbeit beantragen – bis zum 29. Februar 2012. „Monat für Monat wird entschieden, ob das nötig ist“, erläuterte der Betriebsrat. Vereinbart wurde, „dass weiterhin das Kurzarbeitergeld um 12,5 Prozent erhöht wurde.“ Im Schnitt hat jeder Opel-Mitarbeiter durch bisherige Kurzarbeit rund 120 Euro pro Monat eingebüßt.
Unterschrieben ist auch eine Vereinbarung über Gewinnbeteiligung. Sie besagt, dass die Opel-Belegschaften in Europa ab 2014 exakt „3,75 Prozent des Gewinns vor Steuern“ erhalten, ab 2015 sollen aus diesem Topf 7,5 Prozent Gewinn an die Belegschaften fließen. Dabei handele es sich quasi um die Rückvergütung jener Lohnanteile, die Opel von den Belegschaften einbehält, um sich zu sanieren: Das sind europaweit 256 Millionen Euro, davon 177 Mio Euro aus deutschen Werken, 20,6 Mio Euro stammen von der Bochumer Opel-Belegschaft.

20:23
Kommentar zu holgi74
Sämtliche bis zum Zeitpunkt des Ausscheides erarbeiteten Ansprüche an die Opelwerksrente bleiben erhalten, so war es bis Ende 2007. Als EX-Opelaner habe ich das sogar vertraglich niedergeschrieben. Wenn jetzt auch die Abfindung anders berechnet wird, bleiben die Ansprüche auf die Werksrente bestehen genauso wie man noch Prozente für den Kauf eines Opels bekommt.
20:22
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20:22
Kommentar zu holgi74
Sämtliche bis zum Zeitpunkt des Ausscheides erarbeiteten Ansprüche an die Opelwerksrente bleiben erhalten, so war es bis Ende 2007. Als EX-Opelaner habe ich das sogar vertraglich niedergeschrieben. Wenn jetzt auch die Abfindung anders berechnet wird, bleiben die Ansprüche auf die Werksrente bestehen genauso wie man noch Prozente für den Kauf eines Opels bekommt.
20:17
Kommentar zu holgi74
Sämtliche bis zum Zeitpunkt des Ausscheides erarbeiteten Ansprüche an die Opelwerksrente bleiben erhalten, so war es bis Ende 2007. Als EX-Opelaner habe ich das sogar vertraglich niedergeschrieben. Wenn die Situation sich geändert haben soll, dann muß mein Informant falsche Informationen bekommen haben.
17:59
Was gerne vergessen wird und was aber unbedingt zu erwähnen ist, das wer auf die Abfindung eingeht, auf sämtliche Ansprüche aus der Betrieblichen Altersversorgung, sprich auf seine spätere Betriebsrente verzichtet!
Was selbst bei einer nur 10jährigen Betriebszugehörigkeit nicht gerade wenig ist.....
Und genau das wird gerne Verschwiegen. Ist ja auch klar, mit den Summen der wegfallenden Betriebsrente kann man locker ne Abfindung bezahlen und sogar noch die Kasse sanieren. Oder noch besser, die Managerboni aufbessern!
Gar nicht mal so dumm ausgedacht.....
10:25
Natürlich kann man über die Abfindungen streiten, auch verstehe ich die Situation der Mitarbeiter das sie nicht unterschreiben, aber jeder weiss das wenn die Planziele nicht erreicht werden Opel die Mitarbeiter entlassen wird ohne Abfindungen.
10:04
an eksom:
das ist doch nur Panikmache. Es ist mit Sicherheit nicht einfach hier in der Region etwas zu finden. Aber wenn ich mich zu Hause hinsetze und warte, dass mir ein Job zugeflogen kommt mag das zutreffen. Wenn ich aber Eigeninititve zeige, und bereit bin ein paar Kilometer zu fahren finde ich bestimmt was, fällt aber schwer nach 30jähriger stupider Bandarbeit.
MeinSenf hat vollkommen Recht.
Wieviel Abfindung soll es denn sein, damit ihr alle zufrieden seid. ?
150000€, 200000€ oder noch mehr? Habt ihr denn gar keinen Realitätssinn mehr?
Was verlangt ihr eigentlich von der Politik oder dem Betriebsrat?
Also, Abfindung nehmen und dann weg von Opel. Die würden doch bestimmt blöd gucken,
wenn auf einmal alle gehen wollen
09:44
an ruhrjunge:
warum werfen Sie denn dem Betriebsrat vor, dass er nicht zur Miete wohnt, sondern Eigentum besitzt? Könnten die meisten Opelaner doch auch- oder?
Bei langjähriger Betriebszugehörigkeit mit übertariflichem Löhnen kann man schon eine
Menge Geld zu Seite legen, um sich eine Altersvorsorgung in Form einer Immobilie aufzubauen, um später „mietfrei“ Wohnen zu können.
Bleibt aber jedem selbst überlassen was man mit seinem Geld macht. Der Eine steckt es lieber in Autos` Bier oder Fußballplatz, der Andere sorgt vor und legt etwas zur Seite oder schafft bleibende Werte an.
an Staufenberg:
Wieso ist das Angebot mit der Abfindung mies? Andere Unternehmen zahlen weniger oder keine Abfindung. Das Gejammer der Opelaner kann ich nicht mehr hören.
Das von der Abfindung nichts übrigbleibt stimmt so nicht. Bei einer Abfindung von ca.
100000€ Brutto bleiben ca.75000€ Netto übrig. Mit diesem Geld kann schon ein paar Jahre überbrücken, vorausgesetzt, dass Geld ist gescheit angelegt.
Was ist denn schlimm daran, wenn man von dem Geld der Ehefrau oder des Ehemann lebt.
Nimmt man die Abfindung, sowie das Angesparte hinzu kommt man bestimmt ein paar Jahre gut über die Runden. Gegebenenfalls nimmt man einen etwas schlechter Bezahlten Job an, denn soviel wie bei Opel bekommt man sowieso nicht mehr.
Also, wer nach 30jähriger Betriebszugehörigkeit nichts zu Seite gelegt hat, egal in welcher Form, auf das er jetzt zurückgreifen kann, der hat in seinem Leben etwas falsch gemacht. Das ist traurig, aber wahr.
08:58
Jeder Opelmitarbeiter/in über 40 Jahre hat fast gar keine Chancen mehr auf dem 1. Arbeitsmarkt!
Die Abfindung wird auch noch versteuert und auf das ALG 1 voll (nach Abzug von Minifreibeträgen) angerechnet!
Spätetestens nach Ablauf von ALG 1 wird auch noch der verbleibende Rest der Abfindung
(nach Abzug eines Minianteils Schonvermögens)
auf die ALG 2 (Hartz IV) angerechnet!
Danach könnt ihr regelmäßig beim Amt betteln gehen, abgesehen von den Schikanen und 1 € Jobs, sowie den unsinnigen tierischen Maßnahmen...
Jeder Opelaner der die Abfindung annimmt, sollte bereits über 58 Jahre sein, dann kann man vielleicht (ohne Kinder) bis Rente gerade noch überbrücken, sonst Gute Nacht und Willkommen in Armut!
08:48
Ein jeder ist seines Glückes Schmied
Ich war selber 23 Jahre bei Opel und bin mit der letzten Welle ausgeschieden. Wer hier so negativ von der BAQ schreibt der hat eigentlich keine Lust zum Arbeiten? Oder!!!!
Wer sich nicht auf der Abfindung ausruht und selber tätig wird z.B Weiterbildung; Jobsuche,ect, wird auch von der BQA voll unterstützt. Die BQA ist schließlich nicht dafür da damit man sich 1 Jahr ausruht,die wollen sehen wie stark man sich selber einsetzt für einen neuen Job. Flexibel heißt es heute, auch mal von der jahrelangen Gewohnheit weg nur 3-4 km zur Arbeit fahren. Ich fahr täglich 80km, Na und!
Ich habe meine Abfindung angelegt und habe jetzt einen besser bezahlten Job als früher. Warum? Noch vor Eintritt in die BQA habe ich mich über Weiterbildungsmaßnahmen erkundigt und bin vorher schon mit der BAQ in Kontakt getreten. Als ehemaliger Bandmalocher und Instandhalter habe ich den Austritt bis heute nicht bereut.
Wer aber keinen Bock zum Malochen hat, aber die dicke Kohle nach Hause bringen will, der fällt auch auf die Schnauze und schreibt negativ über die BAQ. Mit fast 50 Jahren habe ich mehr erreicht als 23 Jahre Opel.
Zum Schluß sei gesagt: Jahrelanges sparen der Arbeitnehmer bei Opel und Zugeständnisse haben nichts gebracht, weil die Muttergesellschaft nie kapiert hat wie es in Deutschland funktioniert. Falsche und billige Modellpolitik, dazu marode Gebäude in Bochum ( Bei Regen tropfte es von der Decke; z.B. Presswerk)
Glück Auf