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Vereine kämpfen für ihr Amtshaus

13.11.2012 | 16:50 Uhr
Vereine kämpfen für ihr Amtshaus
Das Amtshaus Harpen ist für Veranstaltungen, besonders aber für Vereine im Ortsteil, unverzichtbar. Foto: Karl Gatzmanga

Harpen. Harpener Vereine fürchten, ihr Zuhause zu verlieren. Das alte Amtshaus am Harpener Hellweg gilt als baufällig, Geld für Instandsetzungen fehlt. Von mindestens einer halben Million Euro Investitionen ist die Rede.

Nach der Loveparade-Katastrophe wurden bundesweit Veranstaltungsstätten auf ihre Sicherheit überprüft, so auch der Saal im Amtshaus. „Der Gutachter der Feuerwehr bemängelte den Brandschutz, sah Probleme bei der Zwischendecke und den Stahlstützen“, sagt Hans Heinrich Albert, Vorsitzender des Bürger-Schützenvereins Harpen, und fügt an, dass keiner der Vereine, die den Saal mieten, das Gutachten je gesehen habe.

Bis Ende dieses Jahres dürfen dort dennoch Veranstaltungen stattfinden, indes mit der Auflage, dass zwei Leute als Brandwache abgestellt werden; die Kosten für die Brandwache gehen zu Lasten des Veranstalters, würden also die Saalmiete erhöhen. Nun steht der Wunsch im Raum, dieses Provisorium bis Mitte nächsten Jahres zu verlängern. „Wir müssen doch planen können, wenn wir etwa Künstler engagieren, Plakate entwerfen und Eintrittskarten drucken wollen. So aber ist alles in der Schwebe.“ Die Ungewissheit bleibt; ob das Provisorium verlängert werden kann, tüfteln Bauordnungsamt, Zentrale Dienste und ein Brandschutzgutachter derzeit aus; „Ende November soll es Antworten geben“, sagt Stadtsprecherin Annika Vößing.

Eine Alternative zum Amtshaus gibt’s im Ortsteil nicht. Für etwa ein Dutzend großer Veranstaltungen wird der Saal des Amtshauses, das dereinst der Kirche gehörte, später von der Stadt erworben wurde und Badehaus sowie Gefängnis war, pro Jahr genutzt. Die Miete kostet zwischen 255 (für Vereine) und 460 Euro für kommerzielle Anbieter wie zuletzt die Oldie-Night. Auch Privatpersonen steht der Saal, etwa für Hochzeiten, offen (360 Euro).

Überdies ist das Amtshaus feste Bleibe für den BSV Harpen mit seinem Schießstand und für den Musikzug. Beide haben, so beteuert Albert, ihre Räume auf Eigeninitiative entkernt und ausgebaut. Dort besteht auch kein Nutzungsveto, dort sind keine Mängel vorhanden. Überdies wissen etliche kleine Vereine die Möglichkeit eines Treffpunkts dort zu schätzen, ob Nähkurse, Tanzgruppen, Angelfreunde, Turnvereine. Derweil, so Albert, kursierten in Harpen wilde Gerüchte: „Da ist von Schließen, Verkauf und Abriss des Amtshauses die Rede. Die Unsicherheit wächst.“

Harpener Vereine – BSV, Musikzug und Förderverein – haben die Initiative Amtshaus Harpen gegründet, die sich für den Erhalt ihrer Bleibe einsetzt. Sie richteten sogar ein Sonderkonto ein, um Spenden zu sammeln. „Gebt uns ein paar Eimer Farbe, und wir krempeln die Ärmel hoch“, hatte Albert vor drei Wochen noch an die Politiker in der Bezirksvertretung Nord appelliert.

Die mehrere hundert Mitglieder starken Vereine seien hochmotiviert, selbst anzupacken, um den Saal zu erhalten. „Aber wir brauchen auch das Entgegenkommen der Stadt“, sagt Albert und meint genügend Vorlauf, um Mittel zu akquirieren sowie die Reparaturen stückweise ausführen zu können. „Fakt ist: das Haus ist nicht einsturzgefährdet, sonst wäre es längst dicht.“ Mit Angeboten wie Empfang der Maischützen, Karneval, Messen und Partys gilt das Amtshaus als unentbehrlich für die Harpener. Albert: „Wenn man uns unseren Zufluchtsort nimmt, stehen wir auf der Straße.“

Sabine Vogt

Kommentare
15.11.2012
15:56
Vereine kämpfen für ihr Amtshaus
von noeppi1 | #5

Nun hört mal auf zu spinnen.Solange noch geplant ist, Mücken für verschiedene Events locker zu machen,in der Innenstadt eine Fidebude gebaut wird, und...
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2012-11-13 16:50
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