Tüfteln, schrauben, reparieren – bis der Mäher wieder läuft

In erster Linie ums Rad ging es beim Repair-Café im Seniorenbüro Nord. Bernd Heußner (Mitte) zeigt Gudrun Thon, wie man den Sattel einstellt.
In erster Linie ums Rad ging es beim Repair-Café im Seniorenbüro Nord. Bernd Heußner (Mitte) zeigt Gudrun Thon, wie man den Sattel einstellt.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Repair-Cafés erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Wie in der Gemeinde Seliger Nikolaus Groß in Grumme. Oder jetzt auch im Seniorenbüro Nord.

Grumme/Gerthe..  Fahrräder reparieren, Gartengeräte instandsetzen oder die vielen elektrischen Kleingeräte, die es in Küche, Wohnzimmer oder für das Hobby gibt, funktionstüchtig machen: für die Aktiven bei den inzwischen zahlreichen Repair-Cafés gibt es viel zu tun.

Wie umfassend solche Reparaturaktionen für alle Beteiligten sind, zeigten zwei aktuelle Veranstaltungen in Grumme und Gerthe auf. Der Ausschuss „Grumme goes green“ der Gemeinde Seliger Nikolaus Groß veranstaltete zum mittlerweile fünften Mal ein Repair-Café. Für das Seniorenbüro Nord in Gerthe, auch „Quartierstreff 55+“ genannt, war es jetzt eine Premiere. Beide stießen mit ihrem jeweiligen Angebot auf lebhaftes Interesse bei den Bürgern.

„Ausgangspunkt für unser erstes Repair-Café im Frühjahr 2013 war, dass wir ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit in der Gemeinde setzen wollten“, erklärte Marcus Brauckhoff von „Grumme goes green“. „Wenn defekte Geräte wieder funktionieren, wachsen die Abfallberge von kaum recyclebaren Materialien nicht mehr so stark weiter. Das ist gut für unsere Umwelt, der wir uns als Christen auch unter dem Stichwort ,Bewahrung der Schöpfung’ verschreiben“, gab der 48-Jährige zu bedenken.

Da die erste Reparatur-Aktion bei den Gemeindemitgliedern gut ankam, ging es weiter. „Wir machen das seitdem im Frühling und im Herbst“, so Brauckhoff. Da die Aktion im Frühling ein kleiner Gemeindetreffpunkt wurde, gab es auch dieses Mal für alle Besucher – egal ob Zuschauer oder Wartende – Kaffee und Kuchen dazu. Rund 50 Leute nutzten dieses Angebot, während die „Techniker“ die Geräte instandsetzten – u.a. Rasenmäher, Fahrräder, Bohrmaschine und Fernbedienung.

Der Schwerpunkt des gut zehn-köpfigen Kreises, der sich 2011 gründete, ist darüber hinaus die Informationsarbeit. Dazu gehören Erneuerbare Energien ebenso wie das Verringern des Wasserverbrauchs oder das Vermeiden von Plastikmüll.

Das erste Repair-Café im Seniorenbüro Gerthe setzte sich etwas andere Ziele. Zum einem war es der Schwerpunkt „Alles rund ums Rad“. Hinzu kamen Rollatoren und Rollkoffer. „In der Mittagszeit wurden dann noch schnell einige Elektrogeräte repariert. Auch dafür hatten wir einige Schrauber vor Ort“, so Büroleiterin Martina Houben. Diese trauten sich an Belüfter, Toaster, Bügeleisen, Schlagbohrmaschine und mehr.

Hinzu kam die soziale Komponente. „Die Aktion nennt sich Repair-Café, weil es auch Kaffee und Kuchen gibt“, betonte Houben. „Wir möchten Menschen im Quartier zusammenbringen. Dafür ist das Repair-Café ein guter Weg. Es gibt immer Menschen, die etwas können und das gerne weitergeben; und eben andere, die genau dies brauchen.“