Trödeln für ein bunteres Gerthe

Friederike Hüther verteilte als Osterhase verkleidet Blumen und Süßigkeiten auf dem Frühlingsmarkt.
Friederike Hüther verteilte als Osterhase verkleidet Blumen und Süßigkeiten auf dem Frühlingsmarkt.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
Frühlingsmarkt des Initiativkreises sorgt für Leben auf dem Marktplatz. Selbst der später einsetzende Regen kann die tolle Stimmung nicht trüben.

Gerthe..  Am Ende machte der Regen doch noch einen Strich durch die Rechnung, dennoch packten alle mit zufriedenem Gesicht ihre Sachen ein. Der Initiativkreis Gerthe „InGe“ hatte sich einmal mehr Gedanken darüber gemacht, wie man Leben jenseits der drei großen Supermarktketten in den Stadtteil bringen kann – mit einem Hobby- und Trödelmarkt auf dem Marktplatz.

Bei strahlendem Sonnenschein startete die Aktion am Samstag, und vor allem Kinder waren gekommen, um das aussortierte Spielzeug an die Leute zu bringen. „Kinder zahlen heute keine Standgebühr“, so Marion Kensy, InGe-Projektleiterin mit glücklichem Blick auf den proppenvollen Marktplatz. „Bislang haben wir 180 Bratwürste verkauft“ wusste Fabio Miceli, Ur-Gerther und Mitglied des Initiativkreises zu berichten. Und das in nur drei Stunden. Na bitte, geht doch: Gerthe kann.

Über seine Einnahmen freute sich auch der kleine Verkäufer Max André Seidel. Der Zwölfjährige war mit seiner Oma Ilse Strempel gekommen, eben weil es hier keine Gebühren zu zahlen gab. Jutta Hartung musste zwar brav berappen, aber sie war aus ganz anderen Motiven angerückt. „Ich wünsche mir, dass der Stadtteil endlich mal wieder belebter wird“, so die Gertherin und faltete dabei ihre selbst genähten Taschen zusammen. „Die fertige ich alle aus alten Jeanshosen“, so die Frau, die sonst eher auf Handwerkermärkten zu finden ist. Aber Gerthe, das ist ihr halt eine Herzensangelegenheit, wohnt sie doch selbst seit 34 Jahren vor Ort. „Früher, da war hier so viel los, da war der Markt noch richtig reichhaltig“, erinnert sie sich. Und genau da wollen auch alle wieder hin.

Neuen Schwung und Farbe in den Stadtteil bringen

„Gerthe soll bunter werden“, so Marion Kensy. Blümchen wurden bereits in der Fußgängerzone gepflanzt, und ein Baum vor der Eisdiele Romantica mit bunter Wolle bestrickt. Wer kann schon so viel Farbenpracht bieten? Eingeweiht wurde das besondere Exemplar auch gleich an diesem Wochenende von den Schülern der Peter-Petersen-Schule. Mechthild Schmiel hatte gemeinsam mit den Kindern das Projekt geleitet. Leider hatte sich zu diesem besonderen Anlass am Samstag kein Lehrer der Schule blicken lassen. Doch sei’s drum.

Der Festlichkeit tat das keinen Abbruch und die wenigen Schüler freuten sich umso mehr über die Aufmerksamkeit, die sie von Künstlerin „Rumpeline“ bekamen. Sie bastelte fleißig Ostermasken mit den kleinen Besuchern. Und auch wenn es gegen Mittag regnete und alle in Windeseile den Marktplatz räumen mussten, Ideen gibt es noch genug für die Zukunft. „Gerthe hat Potenzial. Wir haben so viele Geschäfte“, rührt Marion Kensy die Werbetrommel – und Recht hat sie. Vor allem die Vertreter des Seniorenbüros zeigen immer wieder Eigeninitiative und bringen Schwung in den Stadtteil. Jüngst stellten sie Fahrradständer an die Gerther Straße, um nur ein Beispiel für ihren Einsatz zu nennen, betont Kensy.

In Zukunft, da ist sie sich sicher, wird es noch jede Menge Projekte geben, um wieder Leben auf den Marktplatz und in die Fußgängerzone zu bringen. Ein Kräutergarten soll angelegt werden, ein Boule-Platz auf dem Marktplatz entstehen, ebenso eine Skatrunde und ein Schachtreff. Die Leute werden es gerne annehmen.