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Stullen vom Butterbrot-Kind

09.11.2012 | 17:02 Uhr
Stullen vom Butterbrot-Kind
Maren Meyer zu Westerhausen beliefert Kunden der Butterbrotbar auch mit dem Fahrrad.Foto: INGO OTTO

Ehrenfeld. Jetzt, wo die Tage wieder kürzer werden und sich das Wetter gern von seiner schmuddeligen Seite zeigt, ist es vorbei mit dem Cappuccino unter freiem Himmel im Straßencafé. Jetzt zieht es einen eher ins Warme. Für die, die nicht auf überfüllte Franchise Gastronomien stehen, bietet das Ehrenfeld drei gemütliche Cafés der ganz besonderen Art.

Die Butterbrot Bar

Wie es der Name schon sagt, dreht sich bei der Butterbrot Bar fast alles um die gute alte „Stulle“. „Ich bin ein Butterbrot-Kind“, sagt Besitzerin Maren Meyer zu Westerhausen. „Da hat man was Handfestes. Bestens geeignet für die Mittagspause“, erklärt die 33-Jährige, die nach ihrem Studium der Kunstgeschichte und Germanistik nicht recht wusste, wohin ihr Weg führt. „Zum Praktikum bin ich dann nach Berlin gegangen. Dieses Konzept vom Mittagstisch, was dort gang und gäbe ist, hat mir direkt gefallen, und darum dachte ich mir, dass wir so etwas auch in Bochum brauchen“, erinnert sie sich. Seit eineinhalb Jahren serviert die Butterbrot Bar am Hans-Ehrenberg-Platz inzwischen die Stullen und auch ein Mittagsgericht. „Jeden Tag gibt es etwas anderes. Natürlich selbst gekocht.“ Ebenfalls aus eigener Herstellung sind das Brot und der Aufstrich. Ihr Lieblingsaufstrich ist die Forellen-Frischkäse-Creme.

Seit gut zwei Monaten liefert Meyer zu Westerhausen auf Wunsch das Mittagessen auch nach Hause oder ins Büro. Rund zwei Stunden ist sie dann mit dem Spezialfahrrad unterwegs. „Ein Mal musste ich bis nach Hordel. Die Entfernung habe ich unterschätzt“, erinnert sie sich lachend.

Auf der Facebook-Seite der Butterbrot Bar finden sich Einträge wie: „Drei mal Mittach für Donnerstag bidde. 1x vegetarisch, 2x mit Wurst.“ Meyer zu Westerhausen lacht: „Die Bestellungen kommen meist per Email oder Telefon, manchmal aber auch über Facebook.“

Viel Wert legt Meyer zu Westerhausen auch auf guten Kaffee. Ihre Maschine hat sie auf einem französischen Flohmarkt erstanden. „Die ist echt super und macht exzellenten Kaffee. Ist aber auch mit Abstand das teuerste Teil in meinem Laden.“ Rund 4000 Euro musste sie für das Schätzchen hinblättern, doch es hat sich gelohnt. Zusammen mit den Bohnen des Cafés „Röst-Art“ ergibt das einen köstlichen Cappuccino, serviert in Tassen wie zu Großmutters Zeiten.

Fräulein Coffea

Das erste etwas andere Café im Ehrenfeld war das Fräulein Coffea von Katrin und Nina Oberheitmann. Die beiden Schwestern legen viel Wert auf Bio-Produkte. Bio-Kaffee, Bio-Kuchen, sogar vegane Spezialitäten gibt es am Wochenende. Und der Bio-Kaffee-Cappuccino kann sich wahrlich sehen lassen.

„Wir sind aber keine Super-Ökos mit erhobenem Zeigefinger“, sagt Nina Oberheitmann. „Wir glauben, dass man mit kleinen Dingen schon viel für die Umwelt tun kann.“

Dementsprechend ist das kleine Café an der Oscar-Hoffmann-Straße auch größtenteils mit Second-Hand-Mobiliar ausgestattet. Insgesamt gelingt den Schwestern ein schöner Mix aus Studentenbude und „Wie bei Mutti“ . Nina: „So soll es auch sein. Ein Stückchen Kuchen, dazu eine Tasse Kaffee. Wie zu Hause eben.“

Mutter Oberheitmann ist für die Café-Schwestern ganz wichtig, nicht zuletzt nach ihrem erfolgreichen Fernseh-Auftritt beim „Kochduell“. Mit ihrer weißen Himbeertarte überzeugte sie die Kochprofis und ihre Töchter. „Seit dem Kochduell ist ihre weiße Himbeertarte hier der Renner“, sagt Nina und empfiehlt auch die vegane Donauwelle von Mitarbeiterin Maren.

Derzeit geht es vor dem „ziemlich-Bio“-Café ruhiger als sonst zu. „Wir genießen fast diese Baustellensituation vor unserer Tür; weniger Verkehr, mehr Parkplätze.“

Bullerbüdchen

Kinder krabbeln auf dem Boden, die Mütter trinken Kaffee, nebenan steht eine Nähmaschine – und es werden Kleider probiert. Das Bullerbüdchen ist kein Café im klassischen Sinne.

Die beiden Besitzerinnen Annette Schmitz und Christina Lessmann verbinden Gastronomie und Kunsthandwerk ganz charmant. Im Stil von Astrid Lindgren haben sie ihr Bullerbüdchen an der Hattinger Straße eingerichtet. Rot-Weiße Holzwände, rustikale Möbel und eine Pippi-Langstrumpf-Veranda gibt es auch. „Zumindest fast“, sagt Lessmann schmunzelnd. Im Hinterhof-Gärtchen stehen auch ein paar Stühle und Tische.

Dass sich besonders Mütter mit Kleinkindern im Bullerbüdchen wohlfühlen, freut die beiden Betreiber zwar, „aber wir wollen versuchen, ein gemischtes Publikum zu behalten. Auch unser Lädchen nebenan soll nicht zu kurz kommen“, so Schmitz.

Zur Adventszeit gibt es jeden Sonntag (außer dem 3. Advent) ein Frühstück von 10 bis 15 Uhr.



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