Sieben auf einen Streich beziehen Stallung

Mario Fliedner (51) bei der Fütterung. Links drei der sechs neuen Kamerunschafe. Rechts die neue Ziege der ÖKGV.
Mario Fliedner (51) bei der Fütterung. Links drei der sechs neuen Kamerunschafe. Rechts die neue Ziege der ÖKGV.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Ökologische Dauerkleingartenanlage „Kraut und Rüben“ adoptiert sechs Kamerunschafe und eine Ziege aus Herne. Patenschaften für die neuen Bewohner des Günnigfelder-Grenzgebietes erwünscht.

Hordel..  Hufe scharren und dichtes Gedränge: Die Stallungen der ökologischen Dauerkleingartenanlage (ÖKGV) „Kraut und Rüben“ haben Zuwachs bekommen: sechs Kamerunschafe und eine Ziege gesellen sich neuerdings zu den „Platzhirschen“ im Ziegengewand, Sam und Isis, und dem bislang einzigen „schwarzen“ Schaf in der illustren Paarhuferrunde.

Stallobmann Mario Fliedner (51) kümmert sich um die bäuerlichen Bewohner: „Der Vorbesitzer konnte die Tiere aufgrund einer Erkrankung nicht mehr halten.“ Deshalb entschloss sich der ÖKGV kurzerhand, die Tiere komplett zu adoptieren, um die Herde zusammenzuhalten. Lebten sie in Herne noch in offener Stallhaltung, besiedeln sie nun den vormals leerstehenden Entenstall: „In den Nächten trennen wir sie von den älteren Tieren, tagsüber laufen sie gemeinsam durchs Gehege. So können sich beide Parteien aneinander gewöhnen und wir stellen sicher, dass unsere älteren Tiere ihnen nicht das Futter streitig machen“, beschreibt Fliedner das WG-Leben.

Zwar seien die „Stammgäste“ natürlich noch sehr dominant in ihrem Revierverhalten, die neuen Nachbarn hätten sich aber sehr schnell eingelebt. „Weitere Tiere können wir vorerst nicht aufnehmen. Mit jetzt sieben Schafen und drei Ziegen sind unsere Kapazitäten voll ausgereizt.“ Da die Böcke erst nachträglich kastriert wurden, könnte zudem schon bald Nachwuchs ins Haus stehen.

„Es gibt genug Tiere, die Hilfe benötigen.“

Eigentlich nicht das Anliegen der Kleingärtner: „Es gibt genug Tiere, die Hilfe benötigen. Da möchten wir nicht zusätzlich eine Zucht starten“, erklärt Fliedner und verweist auch auf die Finanzierung: „Medizinische Versorgung und Futter sind kostspielig. Beides wird lediglich durch unsere Mieteinnahmen gestemmt.“ Diese wurden zudem im Jahr 2014 durch einen Brand und Einbrüche erheblich geschmälert. Deshalb würde sich der Verein über Patenschaften freuen. Interessierte können sich ein Tier aussuchen und einen Teil zur Finanzierung beitragen. Tägliche (Streichel-)Besuche sind auf Wunsch selbstverständlich.

Der Stalldienst - Ausmisten, Füttern und Kontrolle der Tiere - wird unter den Mietern aufgeteilt. „Wir haben 51 Parzellen, von denen vier zurzeit nicht belegt sind“, berichtet Michele Mondin von der ÖKGV. „Der Dienst wechselt wöchentlich, so dass jede Mietpartei einmal pro Jahr die Betreuung übernimmt.“

Besondere Kennzeichnen von Kraut und Rüben

Ein ökologisches Prinzip, bäuerliche Kleintierhaltung und ein niedriger Altersdurchschnitt sind somit drei markante Merkmale von „Kraut und Rüben“, der etwas anderen Kleingartenanlage. Vielleicht gesellen sich ab Februar auch einige Kamerunlämmer hinzu.