Schreibwerkstatt für Jugendliche

Schreibwerkstatt für Jugendliche im Bürgerhaus Hamme: Katharina, Caroline und Dozentin Sirka Elfert diskutieren Formulierungen.
Schreibwerkstatt für Jugendliche im Bürgerhaus Hamme: Katharina, Caroline und Dozentin Sirka Elfert diskutieren Formulierungen.
Foto: Jürgen Theobald
Was wir bereits wissen
Werkstatt im Bürgerhaus Hamme bringt Teilnehmern bei, Texte zu verfassen. Vom Rap-Gedicht über Fantasy-Geschichten bis zum eigenen Buch.

Hamme..  Alva schreibt von fantastischen Wesen, die unsere Welt betreten. Maurice verfasst Kurzgeschichten aus der Welt der Pokemon. Und Aliou Barry erzählt in gerappten Versen von Krieg, Flucht und Hoffnung. Eine Woche lang feilten schreibbegeisterte Jugendliche im Bürgerhaus Hamme an ihren Texten, vier Studenten der Ruhr-Universität betreuten den Workshop „Out of frames“. Aber wie bringt man jungen Leuten eigentlich schreiben bei?

„Man ist dabei weniger Lehrer, sondern eher so etwas wie ein Trainer“, erklärt Marko Heutschel. Er unterstützt den 18-jährigen Aliou beim Schreiben seines Rap-Songs „Stop the War.“ Der junge Mann, der als Flüchtling aus Guinea vor anderthalb Jahren nach Deutschland kam, schreibt das Stück in drei Sprachen: Englisch, Französisch und Ful. Wie kann der rap-affine Student und Schreibcoach da helfen? „Man kann ihn ermutigen, mal etwas mehr mit der Reimstruktur zu spielen, die Satzanfänge zu variieren“, erklärt Heutschel. „Aber das macht er schon ziemlich gut.“ Kein Wunder, denn Aliou hat bereits in seiner Heimat gerappt und bringt über acht Jahre Schreiberfahrung mit in den Workshop.

Bei den anderen Workshop-Teilnehmern ist es ähnlich: Die zwölfjährige Alva schreibt schon lange an ihrer Freizeit Fantasy-Geschichten, sie liebt das Genre: „Man muss sich an keine Regeln halten, nicht einmal an die Naturgesetze; es kann einfach alles passieren.“

Das Können erweitern

Kreatives Schreiben in der Schule gibt es schließlich nicht – umso besser für junge Nachwuchs-Literaten, dass sie ihr Können bei diesem Workshop erweitern können. Ausblick auf neue Genres gibt es auch: Von Poetry-Slams hat keiner der neun Workshop-Teilnehmer jemals vorher gehört, hier lernen sie die Kunst des gesprochenen Wortes kennen. Germanistik-Studentin Sirka Elfert, die selbst schon mal an den modernen Dichter-Wettkämpfen teilgenommen hat, gewährt den Jugendlichen einen Einblick.

Auch für sie ist klar: „Literatur kann man den Leuten nicht einfach beibringen.“ Jeder Mensch habe seinen eigenen Stil – den müsse man respektieren, und dann den Jugendlichen helfen, ihn weiter zu entwickeln. Die angehende Literaturwissenschaftlerin Caroline Königs, die schon ein Buch veröffentlicht hat, gibt außerdem hilfreiche Tipps, wie man sich mit seinem Werk bei Verlagen bewirbt. Wer neugierig geworden ist, was die jungen Leute so zu Papier brachten, sollte sich den 24. November vormerken. Dann präsentieren die Jung-Schriftsteller, Fantasy-Erzähler und Nachwuchs-Rapper die Ergebnisse ihrer Arbeit. Der Spielort wird noch bekannt gegeben.

Beigabe für die Bewerbungsmappe

Der Workshop „Out of frames“ ist ein Projekt des Kommunalen Integrationszentrums mit zahlreichen Partnern, unter anderem der Stadtteil-Initiative HaRiHo, X-Vision Ruhr und dem Kinder- und Jugendring Bochum.

Mit nach Hause nehmen können die Workshop-Teilnehmer nicht nur einen Sammelband mit ihren Werken, sondern auch den „Kompetenznachweis Kultur“, eine schöne Beigabe für die Bewerbungsmappe.