Schlussstrich unter Debatte Bahnhof Weitmar

Skeptische Gesichter gab es im vergangenen Sommer bei der Bürgerversammlung zum Wohnbauprojekt, für das es jetzt grünes Licht gab.
Skeptische Gesichter gab es im vergangenen Sommer bei der Bürgerversammlung zum Wohnbauprojekt, für das es jetzt grünes Licht gab.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Planungsausschuss brachte mehrheitlich in eigener Entscheidungsbefugnis die Änderung des Bebauungsplans für das Wohngebiet auf den Weg

Weitmar. „Wir müssen“, so plädierte Dieter Fleskes (SPD), „den Sack endlich zumachen“. Dem Appell folgte der Planungsausschuss jetzt und brachte die Änderung des Bebauungsplans Bahnhof Weitmar auf den Weg, gleichzeitig wurde in eigener Entscheidungsbefugnis die öffentliche Auslegung beschlossen. „Im dritten Jahr der Debatte sollte es keinen weiteren Verzug geben, sonst verliert der Investor das Interesse“, so Fleskes.

Der Bezirk Südwest hatte zuletzt den Beschluss über das umstrittene Wohnbauprojekt zurückgestellt – der Beratungsbedarf war groß – und wird es in seiner nächsten Sitzung am kommenden Dienstag erneut behandeln.

Beschlossen wurde im Planungsgremium, das Gebiet zwischen den Straßen An der Holtbrügge und Gewerbepark Prinz Regent für den Bebauungsplan um zwei städtische Flächen (0,1 ha) zu erweitern. Bereits vor mehr als einem Jahr hatte der Bezirk dem Grundstücksverkauf zugestimmt. Zudem wird nun nicht mehr ein beschleunigtes, sondern ein „normales“ Bebauungsplanverfahren angewendet. Dies, weil sich die Kritik daran häufte. So vereinbarte die Stadt mit dem Investor, alle nötigen Umweltuntersuchungen analog zum Bebauungsplanverfahren durchzuführen; die Kosten wird er tragen.

SPD/Grüne beantragten zudem, erneut zu prüfen, ob sich nicht doch eine Fläche im Bereich Südwest finden ließe für die Ersatzpflanzungen als Ausgleich für die Rodungen im Wald. Das wäre auch ganz im Sinne der Bürgerinitiative Weitmar.

Das Gebiet – insgesamt 3,7 ha groß – eignet sich nach Ansicht der CDU für Wohnbebauung. Karl-Heinz Sekowsky (FDP/UWG) unterstützte die Ansicht des stellvertretenden Ausschussvorsitzenden Dieter Fleskes: „Wir sollten jetzt einen Schlussstrich ziehen.“

Erschlossen werden soll das künftige Wohngebiet über die Straße An der Holtbrügge; der Investor wird sich am Ausbau beteiligen. Nach Ansicht der Verwaltung werde sich dort die Verkehrsbelastung nicht wesentlich verschärfen, weil es zu Verlagerungen durch die Verlängerung der Springorumallee zur Prinz-Regent-Straße komme.

Zu den Kritikpunkten der Bürgerinitiative an der Planung zählt auch, dass Asbestbelastungen durch den Abriss der Bahnhofsgebäude befürchtet werden. Dort, wo Bodenbelastungen vorhanden sind, soll ausgekoffert werden, so die Stadt. Horst Hohmeier (Linke) warnte zudem vor dem Aushub für den Bau des Kreisverkehrs Prinz-Regent-Straße, der auf dem Gelände aufgeschüttet werden soll.