Rollkunstlauf ist hartes Training

Und hoch das Bein! Die jungen Rollkunstläuferinnen des DJK Preußen gleiten anmutig durch die Halle an der Harpener Heide.
Und hoch das Bein! Die jungen Rollkunstläuferinnen des DJK Preußen gleiten anmutig durch die Halle an der Harpener Heide.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Ob Rittberger, Axel oder Pistole: Rollkunstlaufen kann eine schweißtreibende Sportart sein. Die Mädchen des DJK Preußen üben fleißig fürs große Schaulaufen.

Harpen..  „Heho, heho, wir sind vergnügt und froh…“ Zur Instrumentalversion des wohl bekanntesten Lieds aus „Schneewittchen“ gleiten die Mädchen der Rollkunstlauf-Abteilung des DJK Preußen 1911 in sorgsam einstudierten Formationen durch die Halle. Sie strömen auseinander, kreuzen sich und nehmen sich kurz darauf an den Armen, bilden eine Kette und beginnen sich als Ganzes um die Läuferin, die in der Mitte steht, zu drehen. „Wir proben gerade für unser großes Schaulaufen“, erklärt Trainerin Ines Böttrich.

Erst seit Anfang des Jahres existiert die neue Abteilung des DJK Preußen. Die meisten Mädchen trainierten schon zuvor mit Böttrich in anderen Vereinen, die dortigen Abteilungen wurden aber aufgelöst. Seit 24 Jahren steht Böttrich selbst auf Rollschuhen, seit etlichen Jahren auch als Trainerin. „Mit sechs Jahren bin ich zu meiner Mutter und sagte ihr, ich wolle Fußball spielen. Aber sie meinte, ich solle lieber zum Rollkunstlauf gehen“, erinnert sich Böttrich schmunzelnd, wie sie zu dem außergewöhnlichen Sport kam.

14 Mädchen zwischen sieben und 17 Jahren üben sich aktuell zweimal pro Woche im Storch, der Waage, der Pistole, im Rittberger, Axel und anderen Figuren und Sprüngen des Rollkunstlaufs. „Eiskunstlauf ist im Vergleich einfacher“, sagt Böttrich.

Die Nachwuchssportlerinnen benötigen technisches Können und Eleganz, ebenso wie Konzentration und Koordination, um die unterschiedlichen Choreographien zu erlernen und zu präsentieren. „Die meisten können nicht mal zwei Meter rollen und lernen bei uns erst das Laufen.“

So ging es auch Viktoria, als sie vor rund vier Jahren zum Training kam. „Ich habe hier das erste Mal auf Rollschuhen gestanden“, erinnert sich die 13-jährige Schülerin. „Aber nach zwei Monaten klappte es schon ganz gut.“ Aber bis schwierigere Elemente wie Pirouetten und Sprünge sitzen, brauche es natürlich länger. „Eigentlich üben wir immer noch, und es gibt auch noch viele Sprünge und Kombinationen zu lernen“, ergänzt ihre Freundin Madeleine, die seit fünf Jahren dabei ist.

Idee kam beim Starlight Express

Am besten gefällt den Mädchen an ihrer Sportart „dass man sich austoben kann. Und dass man bei der Kür seine Fantasie spielen lassen kann“, so Viktoria. Die neunjährigen Zwillinge Laura und Jana haben im Februar mit dem Rollkunstlauf angefangen. Ihre Mutter Verena erzählt: „Wir haben uns Starlight Express angeschaut und zwei Tage später waren wir hier.“

Beim großen Schaulaufen Anfang Mai sind alle Mädchen vertreten, egal ob Anfängerinnen oder welche mit jahrelanger Erfahrung. „Und jede Läuferin soll das Gefühl haben, die Hauptrolle zu tanzen“, so Böttrich, die sich alle Choreographien selbst ausdenkt. Mit dem Auftritt erhofft sich der Verein auch, weitere Läuferinnen aber auch Läufer anzulocken. „Für sechs bis sieben Kinder haben wir noch Platz“, so Böttrich. „Wir sind prinzipiell offen für Kinder ab circa drei Jahren oder Schuhgröße 25.“