Das aktuelle Wetter Bochum 30°C
Flüchtlings-Theater

Rap-Musik verbindet sie alle

16.12.2015 | 08:00 Uhr
Rap-Musik verbindet sie alle
In verschiedenen Workshops, die die gemeinnützige Organisation X-Vision Ruhr auf die Beine stellte, lernten die Jugendlichen sich kennen. Das Ergebnis ihrer Arbeit zeigten sie auf der Bühne in den Kammerspielen.Foto: Joachim Haenisch

Mitte.  Unter dem Titel „Refugees welcome“ zeigen Jugendliche in den Kammerspielen eine mitreißende Show. Einige von ihnen kamen als Flüchtlinge nach Bochum.

Es beginnt mit Bildern, die weh tun: Menschen, die sich in Züge drängen, Menschen, die sich mit aller Kraft über Wasser halten wollen. Dann: die lang ersehnte Ankunft. Die Willkommens-Bilder vom Dortmunder Hauptbahnhof hat wohl jeder noch im Kopf. Es folgt: Breakdance, Rap, Theater und vieles mehr. Kurzum: eine bunte Theater-Revue , die gleichzeitig ein warmes Willkommen als auch eine Vorstellungsrunde für die jungen Neuankömmlinge ist.

Insgesamt 80 Jugendliche, mit und ohne Flüchtlingshintergrund, lernten vier Monate lang in verschiedenen Workshops Tanzen, Rappen und Theater spielen – das Ergebnis präsentieren sie unter dem Titel „Refugees welcome“ (zu Deutsch: Flüchtlinge willkommen) in den Kammerspielen. Auf die Beine gestellt hat das Projekt die gemeinnützige Organisation X-Vision Ruhr.

Aber auch andere Institutionen wie zum Beispiel die Musikschule oder das Jugendzentrum Jawo beteiligen sich an dem bunten Willkommens- und Kennenlern-Abend. Palästinensische Sitar-Musik, verträumt und melancholisch, reiht sich perfekt ein in die zahlreichen Rap- und Gesangseinlagen und die kleinen Tanztheaterstücke.

Eines davon gehört zweifellos zu den Highlights des Abends: In einer tänzerischen Annäherung kommen nach anfänglicher Skepsis eine HipHop-Tanzcrew und ein Karnevalsverein schließlich aufeinander zu und tanzen gemeinsam.

Von der Kunst des Reimens

Jeff und Rouin, zwei junge Geflüchtete, moderieren den Abend. Ob sie Lampenfieber vor der großen Show hatten? „Aufgeregt? Natürlich nicht“, sagt der 17-jährige Rouin lachend. „Wir hatten auch richtig Spaß bei den Proben, auch mit unserm Chef Omid“, sagt er. Omid Pouryousefi, Leiter von X-Vision Ruhr, winkt ab: „Chef ist übertrieben. Wir sind Freunde und Partner“, sagt er und klopft Rouin auf die Schulter.

Eine ausdrucksstarke Möglichkeit, um ihre Geschichten zu erzählen, finden viele junge Geflüchtete in der Rap-Musik. Pascal Palwitt von X-Vision-Ruhr brachte ihnen die Kunst des Reimens in seinem Workshop näher: „Eine gewisse Basis an Sprachkenntnissen müssen sie natürlich mitbringen“, erklärt er. „Aber es ist auch eine super Möglichkeit, die Sprache zu lernen und seinen Wortschatz zu erweitern.“

Spannende Zusammenarbeit

Auch für ihn ist die Zusammenarbeit spannend: „Ich konnte viel lernen – denn das, was diese Leute erlebt haben, kennen wir hier nur aus Filmen“, sagt er. Den für den Rap nötigen Wortwitz beherrschen die Jugendlichen schon – wenn auch mit einem angebrachten Schuss Sarkasmus: „Liebe Grüße an die Waffenindustrie – Krieg bleibt immer noch ein Bombengeschäft“, rappen Jeff und der junge Afghane Jacob.

Zusammenarbeit mit Bündnis „Hamme hilft“

Um den Kontakt mit den Geflüchteten herzustellen, arbeitete X-Vision Ruhr mit dem Bündnis „Hamme hilft“ zusammen, das Hausaufgaben-Betreuung und Erstversorgung für Flüchtlinge organisiert. Bei der Theater-Revue wurden auch Spenden für „Hamme hilft“ gesammelt. Die Gruppe möchte ein Begegnungscafé im Stadtteil eröffnen.

Dominik Lenze

Kommentare
Funktionen
Fotos und Videos
Traditionsfest
Bildgalerie
Dorffest Harpen
Empfang in Harpen
Bildgalerie
Maischützen
Karneval im Kolpinhaus in Bochum Harpen.
Bildgalerie
Stimmung im Saal
article
11384261
Rap-Musik verbindet sie alle
Rap-Musik verbindet sie alle
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/bochum/nord/rap-musik-verbindet-sie-alle-id11384261.html
2015-12-16 08:00
Nord