Neue Heiligenfigur strahlt Ruhe aus

Gut sieht er aus: Bildhauer Dirk Schlichting (links) präsentiert Pastor Mihai Imbria die neue Statue im Garten der Gemeinde.
Gut sieht er aus: Bildhauer Dirk Schlichting (links) präsentiert Pastor Mihai Imbria die neue Statue im Garten der Gemeinde.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Bildhauer Dirk Schlichting hat im Garten von St. Nikolaus von Flüe dem Namenspatron der Gemeinde ein neues Denkmal aus weißem Granit gesetzt.

Hofstede..  „Für mich war das Spannendste an diesem Arbeitsprozess, zu erfahren, welche Bilder die Gemeindemitglieder mit Nikolaus von Flüe verbinden“, erklärte Bildhauer Dirk Schlichting. Der 50-Jährige schuf für die katholische Gemeinde St. Nikolaus von Flüe eine neue Heiligenfigur zum Namenspatron

Die 1,40 Meter hohe Statue aus weißem indischen Granit fand nun im Garten neben der Kirche an der Dorstener Straße ihren Platz. Mit 150 Gemeindemitgliedern begrüßte Pastor Mihai Imbria den „Bruder Klaus“, so der Eigenname des Schweizer Eremiten aus dem 15. Jahrhundert, mit Gebeten und Gesängen.

„Für mich war er ein selbstbewusster Mann mit viel Interesse für die Sorgen und Nöte seiner Zeit“, so Schlichting, „obwohl er zurückgezogen in seiner Klause lebte.“ Der Künstler spielte auf die Rolle von Nikolaus von Flüe als Ratgeber bei einem Streit in der Eidgenossenschaft an, der ihn zum Schweizer Nationalheiligen werden ließ. In zwei Werkstattgesprächen mit Pastor Imbria und den Gemeindemitgliedern wurde eine weitere Eigenschaften der neuen Figur deutlich: Der Heilige solle „nicht so leidend“ aussehen.

Holzfigur in grauem Büßergewand

Dies war eine Anspielung auf den Vorgänger. Die Holzfigur, die am Gedenktag des Heiligen einen Platz in der Nikolauskapelle fand, nimmt das auf: Flüe steht da in einem grauen Büßergewand, betend, leidend und streng blickend neben dem Altar. Der Neue ist nun anders: In sich gekehrt, betend, mit einer Gebetsschnur schaut er auf zu seinem Gegenüber. „Dieser Bruder Klaus ist für mich als Heiliger zum Greifen nah“, meint Gemeindemitglied Bernhard Skrupczeyk. „Er strahlt auch diese Ruhe aus, wie ich sie bei meinen Wallfahrten in sein Tal und zu seiner Kapelle erlebt habe.“

Gemeinde sammelte bisher 6000 Euro

Imbria war ebenfalls sehr zufrieden mit der neuen Figur: „Nun ist hier im Garten der Ort der Besinnung wieder vollständig.“ Wie es zur neuen Heiligenfigur kam, erklärte Winfried Braune. „Durch Witterungseinflüsse wurde die Holzfigur immer mehr beschädigt, obwohl ein Überdach sie schützte“, so der Vorsitzende des Fördervereins. Folge: Eine neue Figur musste her.

Die Gemeinde sammelte bisher 6000 Euro. Die neue wetterfestere Statue kostete – inklusive Aufstellen im Garten – 7800 Euro. „Wir hoffen, auch für den Restbetrag Spenden zu bekommen“, sagte der 58-jährige Vorsitzende.