Mädelsflohmarkt zieht Massen an

In der Rotundeist der Mädelströdelmarkt  „Klimbim“" heiß begehrt. Zoe und Lilya (Mitte von links) lernten ihn als Besucherinnen kennen, jetzt verkaufen sie selbst Klamotten.
In der Rotundeist der Mädelströdelmarkt „Klimbim“" heiß begehrt. Zoe und Lilya (Mitte von links) lernten ihn als Besucherinnen kennen, jetzt verkaufen sie selbst Klamotten.
Foto: Funke Foto Services
„Klimbim“ lockt einmal pro Monat junge Besucherinnen zu Hunderten in die Rotunde. Das Motto: Schnäppchen ja - Ramsch nein.

Mitte..  400 zeigte der Zähler am Eingang der „Rotunde“ bereits nach knapp einer Stunde. Im Inneren herrschte dichtes Gedränge an den mehr als 70 Tischen. Vorwiegend jüngere weibliche Besucher durchsuchten Berge von Oberteilen, Hosen, Taschen, Schuhen, in der Hoffnung auf eine modische Errungenschaft, die sich im Idealfall auch noch solidarisch mit dem Geldbeutel zeigte.

Schnäppchen ja – Ramsch nein. So könnte man den Anspruch des erfolgreichen Mädelsflohmarkts „Klimbim“ formulieren. Den Suchenden boten die restlos ausgebuchten Stände eine bunte Mischung aus Second-Hand-Schätzen, Vintage-Mode und Kreationen von Jungdesignern dank einer Kooperation mit dem Kunst-Kollektiv rund um „Love-Skills-Design“. Das fünf Jahre alte Trödelkonzept konnte sich längst etablieren, wie Mitorganisatorin Lisa Knetsch (27) erzählte: „Klimbim, eine Idee von Initiatorin Stephanie Zöphel, ist mit der Zeit stetig gewachsen. Wir veranstalten ihn einmal pro Monat hier in Bochum.“

Kundinnen der ersten Stunde sind teils auf die andere Seite gewechselt, wie das Beispiel von Lilya (19) und Zoë (18) zeigt: „Wir waren von Anfang an als Besucherinnen mit dabei und haben uns jetzt erstmals dazu entschieden, etwas zu verkaufen“, so die Hernerinnen. Im Gepäck hatten die beiden Klamotten aus zweiter Hand, die sie teilweise persönlich gestaltet und z.B. mit Nieten bestückt hatten. „Es läuft unfassbar gut, das hätten wir ehrlich nicht erwartet“, freute sich Lilya über den Erfolg, während ihre Freundin Zoë gerade eine Mütze für zwei Euro an die Frau brachte.

Wem der Andrang in den engen Gängen einmal zu viel wurde, der entspannte sich bei einem Getränk oder veganem Kuchen im „Couchkreis“ im Zentrum der Rotunde. Auch der ein oder andere männliche Begleiter gönnte sich dort eine kurze Verschnaufpause. Spezielle Trends seien nicht unbedingt auszumachen, meinte Verkäuferin Katharina: „Es ist eigentlich alles vertreten. Allein dadurch, dass vieles gebraucht ist und aus verschiedenen Modeepochen stammt.“ Auch sie war sehr zufrieden mit dem Verlauf des Nachmittages.

„Natürlich trifft nicht alles meinen Geschmack, aber ich habe schon zwei schöne und günstige Oberteile ergattert“, bilanzierte Studentin Sandra (21) ihren Tag. Derweil leerten sich die Stände zusehends und wurden umgehend mit neuen Sachen bestückt. Schließlich strömte die Kundschaft weiter unaufhaltsam in den alten Katholikentagsbahnhof.