Leben, kleiden und kämpfen wie damals die Römer

Toga und Tunika basteln, dazu Schmuck kreieren - dies stand am Freitag im Falkenheim
Toga und Tunika basteln, dazu Schmuck kreieren - dies stand am Freitag im Falkenheim
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Falkenheim Akademiestraße hat sich ins Imperium Romanum Junior verwandelt. Kleine Kinder werden dort zu Legionären – oder Galliern . . .

Altenbochum/Mitte..  Schwert und Tunika, Helm samt rotem Kopfputz: Trotz seiner zarten acht Jahren ist Moritz schon ein stolzer römischer Legionär. Die Römer, wer waren die denn noch mal? „Böse Leute, die immer Unsinn getrieben haben“, erklärt Moritz. Sein Kumpel Maurice klopft ihm auf die Schulter: „Und Moritz ist der kleinste Römer aller Zeiten.“

Das Fort des Imperium Romanum Junior ist das Falkenheim, in dem insgesamt 23 Kinder bei den Ferienspielen unter Leitung von Carola Frakowiak teilnehmen. Auf dem Programm stehen unter anderem Ausflüge ins Römermuseum nach Haltern, Töpfern, das Basteln eigener Römer-Verkleidungen und eigene archäologische Ausgrabungen.

Letztere natürlich nur im nahe gelegenen Schrebergarten. Aber auch da findet sich so manches Artefakt: „Da waren Münzen und Scherben“, erzählt der neunjährige Simon, dem die Ausgrabungen am meisten Spaß gemacht haben. Das Archäologen-Handwerk beherrscht er inzwischen perfekt: „Die großen Sachen holt man nämlich mit der Schaufel raus, den Rest muss man aussieben“, weiß er. „Also, geschwitzt hab’ ich da schon“, sagt er. Aber die Anstrengung war’s wert: Fünf antike Scherben hat er zutage gefördert. Dass die Artefakte von Mitarbeitern des Falkenhauses da verbuddelt worden sind – geschenkt. Es geht um den Spaß an der Sache.

Deshalb freut sich Carola Frakowiak auch, dass die Kinder abseits des offiziellen Programms ihre eigenen Spiele entwickelt haben: „Es geht ja nicht darum, stur ein Programm durchzuziehen – wir passen uns dem an, was die Kinder möchten“, sagt die Betreuerin.

Denn zwischen Römerspielen und Bildungsausflügen für die Kleinen haben die inzwischen ihr eigenes Spiel für die Pausen geschaffen – der Klassiker: Römer gegen Gallier. Asterix und Obelix lassen grüßen. Und wie das eben so ist, wenn man Kinder ihrem Spieltrieb überlässt, schreiben sie dabei ihre eigenen kleinen Geschichten: Moritz, ausgerüstet mit seinem Holzschwert und dem stolzen roten Kopfschmuck aus Papier, ist nämlich eine Art Doppelagent: „Ich heiße Legionär Asterix, aber jetzt kämpfe ich für die Römer“, fasst der Achtjährige seine Geschichte zusammen. Wieso er sich für die Unsinn treibenden Römer entschieden hat? „Die haben ja auch Schwerter und so – und sie können mit drei Mann ein Schiff an Land ziehen, dass haben wir in Haltern gelernt“, sagt er.

Wie die Geschichte von Legionär Asterix ausgehen wird – es wird sich zeigen. Bis Mitte Juli werden die Kleinen noch römische Spiele spielen und auch noch weitere Ausflüge machen. Am letzten Tag gibt es dann ein großes Abschlussfest.