Kinder fürs Tennis begeistern

Grundschulkinder machten ihre ersten Tennis-Gehversuche. Unser Bild zeigt v.l.n.r. Jan, Eileen und Tarik. Der Tennisclub TC Harpen veranstaltete ein Schnuppertraining.
Grundschulkinder machten ihre ersten Tennis-Gehversuche. Unser Bild zeigt v.l.n.r. Jan, Eileen und Tarik. Der Tennisclub TC Harpen veranstaltete ein Schnuppertraining.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Blau-Weiß Harpen bot Schnuppertraining für Grundschulklassen an. Übungen in Koordination und Gleichgewicht für 110 Teilnehmer.

Harpen. 110 Kinder will man nicht enttäuschen – schon gar nicht als Tennisverein, wenn sich die Chance bietet, den Kleinen seine Lieblingssportart näher zu bringen. Genau das tat jetzt der Tennisclub Blau-Weiß Harpen, mit zwei Grundschulklassen auf acht Tennisfeldern.

Eigentlich sollte es ein großes Tennisturnier für Kinder werden, auf dem Dr.-Ruer-Platz. Das hatte zumindest der Westfälische Tennisverband vor. Weil sich zu wenige Schulen angemeldet hatten, kam es dann aber nicht zu Stande. Um die Schläger trotzdem zu schwingen, lud der TC Harpen die 1. bis 4. Klassen der Frauenlob- und Maischützenschule zu sich ein: um an verschiedenen Übungen Koordination und Gleichgewicht zu trainieren, denn da muss ein künftiger Tennisprofi fit sein, und auf dem kleinen Feld erste Versuche am Netz zu wagen.

„Tennis ist eine technisch anspruchsvolle Sportart“, sagt Waldemar Gillmann. Er zeigt den Kindern an der Tenniswand die richtige Technik: Der Ball rollt eine schräge Plastikwand hinab, prallt auf den Boden und wieder hoch – das Kind muss den Ball so mit dem Schläger abpassen, dass er wieder oben auf der Plastikplane aufkommt. Bis zu einem gewissem Grad könne jeder Tennis lernen, findet er – aber wer früher anfängt, hat’s leichter.

Auf dem gleichen Feld wie die Tenniswand können die Kleinen Dosen werfen, woanders auf dem Gelände Sackhüpfen oder den Tennisball mit dem Schläger durch einen Parcours schieben. Das schult koordinatorisches Geschick, dient aber in erster Linie der Bespaßung der Kleinen. Die achtjährige Aleyna fand das richtige Tennis aber am Besten: „Ich hab das noch nie vorher gemacht“, erzählt sie freudig: „Ich glaube, ich mach’ das weiter.“

Tennis ist unter Kindern sicher nicht die angesagte Sportart: „Besonders die Jungs wollen ja meistens Fußball spielen“, sagt Lehrerin Anja Strauch von der Frauenlobschule. Deshalb sei es schön, dass die Kinder auch mal was Anderes kennenlernen. Der Tennismorgen beim TC Harpen war da die Gelegenheit: „Denn bei uns in der Schule haben wir nicht die Möglichkeit, Tennis zu spielen“, sagt Strauch.

Manfred Gladisch, Vorsitzender des TC Harpen, hofft, die Kinder für den Sport begeistern zu können. Denn wie so viele andere Vereine, kämpfen auch die Harpener Tennisfreunde um Mitglieder: „Vor zehn Jahren hatten wir noch 600 Mitglieder“, berichtet er. Jetzt sind es nur noch 300. Deshalb sei es wichtig, jetzt in die Kinder- und Jugendarbeit zu investieren.