Hordeler wollen sanfte Erschließung

Rege besucht war der Bürgerinformationsabend zur Bebauung am Rübenkamp in Hordel, die in Nachbarschaft zum Neubaugebiet, in der Zeche Hannover, stattfand.
Rege besucht war der Bürgerinformationsabend zur Bebauung am Rübenkamp in Hordel, die in Nachbarschaft zum Neubaugebiet, in der Zeche Hannover, stattfand.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Fürs geplante Neubaugebiet „Am Rübenkamp“müsste ein Wäldchen abgeholzt werden, was die Nachbarn aufbringt.Noch kein Investor in Sicht.

Hordel. Abwanderung verhindern, für Zuzug sorgen, den Stadtteil attraktiver machen – aus diesen Gründen plant die Stadt Bochum in Hordel ein Neubaugebiet, auf der Brachfläche zwischen Günnigfelder- und Röhlinghauser Straße. So trafen sich die Planer samt Bezirksbürgermeisterin Gabriele Spork mit Hordeler Bürgern in der Zeche Hannover, um das Vorhaben zu diskutieren. Stadtplaner Henning Schmidt sowie Dirk Jamma und Uwe Langer vom Planungs- und Bauordnungsamt stellten zwei Varianten zur Bebauung der 30 000 Quadratmeter großen Fläche vor – wenn’s nach den Hordelern geht, müsste aber eigentlich eine neue, dritte Version ausgearbeitet werden.

Kaum Unterschiede

Die bisherigen beiden Vorschläge unterscheiden sich nämlich nur marginal: 18, beziehungsweise 22 Häuser sollen gebaut werden, einmal verbunden durch eine Ringstraße, im anderen Fall durch eine Hauptstraße mit abzweigenden Nebenstraßen. Die Zufahrt zum Neubaugebiet „Am Rübenkamp“ ist aber in beiden Plänen an der jetzigen Bushaltestelle Röhlinghauser Straße vorgesehen – und genau das ist der Knackpunkt.

Denn dort befindet sich momentan ein kleines Wäldchen – zwar arg vom Sturm im letzten Jahr mitgenommen, aber trotzdem von so manchem Anwohner geliebt. Das Problem: Für die einzig sinnvolle Alternative, eine Zufahrt von der höher gelegenen Günnigfelder Straße aus, müssten Rampen gebaut werden. „Und eine Erschließung über Rampen oder ähnliches wäre städtebaulich nicht sehr attraktiv“, sagt Dirk Jamma. Dorothe Kampmann sieht das anders: „Beim Schrebergarten an der Günnigfelder geht das doch auch“, sagt die Hordelerin. Sie findet: „Bevor sie einen ganzen Wald fällen, können sie lieber nur ein paar Bäume an der Günnigfelder fällen.“ Ein anderer Bürger formuliert etwas spitzer: „Sie sagen, es sei die attraktivste Lösung – dabei ist es lediglich die einfachste.“

Vorschläge bis Monatsende per Mail

Aber nicht nur Naturfreunde zweifeln am Sinn des Plans: Einige Bürger äußerten die Sorge, dass es durch eine Zufahrt bei der jetzigen Bushaltestelle, die um einige Meter verlegt werden würde, zu Lärm und Verkehrschaos kommen könnte.

Aber es gibt nicht nur Zweifel, auch Hoffnungen ruhen auf dem Projekt: „Es wäre aber schön, wenn es neue Einkaufsmöglichkeiten gibt“, sagt Hordeler Wolfgang van der Schoor. Durch das Neubaugebiet und die damit verbundene erhöhte Kaufkraft vor Ort, könnte das aber passieren – planbar ist das aber nicht. So oder so, fest steht noch gar nichts: Denn ein Investor für das Projekt ist noch nicht gefunden. Und über das Schicksal des heiß geliebten Wäldchens entscheidet nicht zuletzt auch das Artenschutzgutachten. Und das steht auch noch aus.