Hamme hat viele Defizite

Der Bunker an der Kreuzung Halden-/Zechenstraße: Auch er ist städtebaulich prägend für Hamme.
Der Bunker an der Kreuzung Halden-/Zechenstraße: Auch er ist städtebaulich prägend für Hamme.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
„HaRiHo“ initiieren Begegnungen verschiedener Kulturen. Stadtteil mit städtebaulichen und sozialen Defiziten hat zurzeit keine Förderchance.

Hamme. Hamme gilt als Stadtteil mit städtebaulichen, vor allem aber auch sozialen Defiziten. Umfangreiche Investitionen wären nötig. Doch derzeit fehlt das Geld für ein Erneuerungsprogramm; wegen der politisch beschlossenen Förderung von Langendreer und Wattenscheid hätte Hamme vor 2017 keine Chance, in den Genuss von Landes- und städtischen Mitteln zu kommen. Zudem wurde die Erneuerung für Goldhamme verlängert.

Bürger leisten Vorarbeit

Die SPD im Bezirk Mitte hatte zuletzt darauf gedrängt, eine neue Priorisierung vorzunehmen und Hamme vorzuziehen. „Sonst droht ein Erosionsprozess; die Sozialkosten werden steigen, der Ortsteil rutscht weiter ab“, so Martin Oldengott, Fraktionschef im Bezirk. Vier Hammer Amtskirchen fordern per Resolution ein Stadttentwicklungskonzept fürs Quartier.

Bis der Stadtteil in ein Förderprogramm aufgenommen werden kann – Griesenbruch und Stahlhausen etwa hat es enorm nach vorn gebracht – leisten die Hammer selbst haben viel Vorarbeit. In die Lücke springen bislang Bürger und Vereine. Allen voran „HaRiHo“, die Stadtteilpartner für Hamme, Riemke und Hofstede.

Sie haben gemeinsam mit dem progressiven Eltern- und Erzieherverband das Projekt „Hammer Vielfalt“ aus der Taufe gehoben. Dafür hat ihnen die Robert-Koch-Stiftung eine Förderung in Höhe von 6850 Euro zugesagt. Unterstützt wird es auch von der SPD-Hamme mit 1000 Euro.

Dabei wollen sie in Hamme Jugendlichen und Familien, Hammern verschiedener Kulturen und jeden Alters Begegnungen ermöglichen. Inzwischen reißen die Ideen für Kreativangebote im Rahmen der „Hammer Vielfalt“ nicht ab. Neu hinzu kommen wird neben der Schreibwerkstatt nun ein Fotoworkshop (Beginn 13. Februar), den der Fotoclub Hamme unterstützt. Adressaten sind Kinder von acht und zwölf Jahren; sie können digital ihren Stadtteil Hamme erkunden. Geplant ist auch eine Videoproduktion, bei der die Teilnehmer Bewohner im Stadtteil interviewen.

Interkulturell angelegt werden soll zudem ein Kochkurs, der nicht nur Kinder, sondern alle Generationen bis hin zu den Großeltern erreichen will. Er soll ab 17. Februar in der Familienbildungsstätte an der Zechenstraße stattfinden. Über gemeinsames Zubereiten und Genießen der Speisen lernen die Teilnehmer andere Kulturen kennen, tauschen Lieblingsrezepte aus und treten in Kontakt zueinander.