Gemeinde hat viel zu bieten

Die Seniorentanzgruppe bittet zum Tanz. Für die meisten der Tänzerinnen geht es um den Spaß an Bewegung.
Die Seniorentanzgruppe bittet zum Tanz. Für die meisten der Tänzerinnen geht es um den Spaß an Bewegung.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Gemeindefest St. Nikolaus von Flüe bot ein Programm für alle Altersgruppen. Ohne den Förderverein liefe gar nichts.

Hofstede. Der Mensch ist genügsam, zumal in Gemeinschaft: Eine Bierzeltgarnitur und ein paar frisch gegrillte Würstchen können reichen, damit ein Fest funktioniert. Aber Winfried Braune will mehr: „Mit Biertisch und Grill ist es nicht getan“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins der Gemeinde St. Nikolaus von Flüe. Deshalb verwandelten er und sein Team das Gelände um Kirche und Gemeindehaus in ein kleines Familienparadies – mit Musik, Tanz, Hüpfburg und vielen anderen Programmpunkten.

Jugendfeuerwehr

Los ging’s nach der Abendmesse mit dem Auftritt eines Seniorenseemannschores. Zudem spielte TonNic, die Hausband der Kirche, sommerliche Gitarrenmusik auf dem Vorplatz der Kirche. Da tummelten sich zwischen Hüpfburg, Bierstand und Grill auch ein Gaukler und die Jugendfeuerwehr Wattenscheid. „Das hat hier Tradition, dass die Feuerwehr auch was für die Kleinen anbietet“, sagt Jugendwart Fabian Adolphy. Am Stand der freiwilligen Brandbekämpfer konnten Kinder mit Wasserschläuchen Zielübungen machen, oder sich einfach abkühlen. Apropos Wetter: „Es hat die letzten Jahre immer nur geregnet, aber dieses Mal hatten wir echt gute Karten“, sagt Winfried Braune.

Ein Glück für Elisabeth Helmer und ihr Tanzteam: Trotz des stolzen Durchschnittsalters von 77 Jahren schwangen die betagten Damen das Tanzbein auf dem Kirchenvorplatz zur Folklore-Musik, von sanft bis beschwingt. Elisabeth Helmer tanzt seit 35 Jahren mit Senioren, inzwischen ist sie selber über 70. Sie weiß, worauf es ankommt: „Einfach nur, dass es Spaß macht“, findet sie. Der Spaß ist ansteckend: Bei der zweiten Tanzvorführung mischten sich auch einige Jungspunde von der Feuerwehr in den Tanzkreis und machten mit.

Tanzgruppen, Gaukler, Musik und Hüpfburg – Spektakel und Show fanden vor dem Gemeindehaus statt, im Garten hinten war das Kinderareal mit Dosenwerfen, Popcorn-Stand und anderen Spielangeboten. Finanziert hat das bunte Gemeindefest der Förderverein der Gemeinde: „Die Gemeinde bekommt für so etwas keine eigenen Gelder“, erklärt Winfried Braune: „Deshalb kommt man heutzutage ohne Förderverein nicht mehr klar.“

Der Verein finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und den Einnahmen aus Veranstaltungen: „Das geht alles aber wieder zurück in die Gemeinde“, sagt Braune. Und zwar durch weitere Veranstaltungen wie Martinszug, Nikolausfeier und das nächste Gemeindefest.

Für manchen Gast ist dieses Fest mehr als nur eine heitere Zusammenkunft: „Gemeindefest, das bedeutet für mich: Treue, Liebe und Hoffnung“, sagt eine Besucherin, der der christliche Bezug offenkundig wichtig ist. Andere Gäste, wie zum Beispiel Marielene Tilinski, sehen das ähnlich: „Wir sind hier ja eine Einheit, allein schon wegen der Kirche“, findet sie. Was dazu kommt: „Man sieht alte Bekannte und auch das Essen ist immer gut“, sagt sie lächelnd: „Und das hat ja auch was Treue zu tun.“