Fleischeslust nach Ladenschluss in Bochumer Supermarkt

Auf Bierzeltgarnituren in den Supermarktgängen genießen die Schlemmerabend-Gäste bei Edeka Burkowski die Speisen und Getränke.
Auf Bierzeltgarnituren in den Supermarktgängen genießen die Schlemmerabend-Gäste bei Edeka Burkowski die Speisen und Getränke.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Einkaufsmarkt verwandelt sich beim „Schlemmerabend“ in ein Restaurant. Essen und Trinken zwischen Windeln und Klopapier: Die Gäste finden’s witzig

Bochum.. Davon träumen viele Kunden: Sich nach Ladenschluss nach Herzenslust durch den Supermarkt futtern; den Begriff Selbstbedienung für ein paar Stunden wörtlich nehmen. Zwar muss man sich das Schlaraffenland mit mehreren hundert Gästen teilen. Auch kostenlos sind die Genüsse nicht. Doch Manfred Burkowski, Chef des Edeka-Marktes an der Alleestraße, macht den Traum immerhin für knapp drei Stunden wahr.

„Schlemmerabend“ heißt das außergewöhnliche Gastro-Erlebnis. Die Edeka-Zentrale entsendet ein 40-köpfiges Team in die großen Einkaufsmärkte der Republik. Die Helfer verwandeln die Verkaufsflächen mit 25 mitgebrachten Ständen in kürzester Zeit in ein abendliches Mega-Büfett. Das Angebot an Speis und Trank ist riesig und hochwertig. Von Steaks bis Austern, von Gyros bis Garnelen, von Grillschinken bis Currywurst, von Pils bis Schampus, von Cocktails bis zum Schokobrunnen mit Obst: Zum All-in-Preis von 25 Euro können die Gäste so viel essen und trinken wie sie mögen, besser: können.

Hunger mitbringen

Der Schlemmerabend ist beliebt. „Die Karten waren auch diesmal schnell vergriffen“, sagt Manfred Burkowski, der die jährliche XXL-Tafel in dieser Woche zum fünften Mal in seinem Frischecenter präsentierte. „Wir verdienen damit nichts. Im Gegenteil“, versichert der Kaufmann. Der Abend sei aber eine ideale Möglichkeit, Stammkunden zu binden und neue Kunden zu gewinnen. „Jeder zweite Besucher ist zum ersten Mal bei uns.“

„Man sollte Hunger mitbringen. Dann ist das Preis-Leistungs-Verhältnis top“, schwärmt Carola Kroh, während sie sich mit Gatte Gerd und ihren Schwiegereltern einen Meeresfrüchte-Salat schmecken lässt. Dass die Familie auf einer Bierzelt-Garnitur inmitten der Hygieneabteilung zwischen Windeln und Klopapier schmaust, stört sie nicht im Geringsten: „Ist doch witzig! Wann hat man beim Essen mal ein solches Ambiente?“

Noch nicht ein Ladendiebstahl

Sind die Stände zum Start um 20.15 Uhr dicht umlagert, entspannt sich die Situation ab 21 Uhr deutlich. „Der größte Hunger ist gestillt“, weiß Karl-Heinz Kohut, der zum fünften Mal dabei ist und – ganz Kenner – erst jetzt zum Austern-Stand schlendert, an dem sich die Schlange rapide verkürzt hat.

Eine Stunde später hat sich der Schwerpunkt der satten Schlemmer-Scharen vom Essen auf die Getränkebars verlagert. Bis zum Toresschluss um 23 Uhr wird herzhaft zugegriffen – selbstverständlich nur bei Bier, Cocktails & Co. „Bisher“, lobt Manfred Burkowki, „gab es beim Schlemmerabend noch nicht einen Ladendiebstahl.“