Die Flüchtlingshilfe in Harpen wird ganz konkret

Im Amtshaus Harpen fand eine Besprechung wegen der Aufnahme der Flüchtlinge statt.
Im Amtshaus Harpen fand eine Besprechung wegen der Aufnahme der Flüchtlinge statt.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Die Unterstützung für die 31 Neuankömmlinge auf dem Kappel-Gelände in Harpen ist groß. Nun heißt es Kräfte bündeln und Kontakt aufnehmen.

Harpen..  Die Welle der Hilfsbereitschaft der Harpener Bürger für die Flüchtlinge reißt nicht ab. „Wir werden von ihr fast überrollt“, freut sich Christof Wieschemann vom Verein Bürgerzentrum Amtshaus Harpen, der sich als Anlaufstelle für alle Unterstützer zur Verfügung stellt. Das Amtshaus ist gut gefüllt, als Bezirksbürgermeister Henry Donner am Donnerstagsabend die Bürgerversammlung eröffnet, in der es darum gehen soll, diese ehrenamtlichen Kräfte aus der Bevölkerung zu bündeln.

Denn bis die Stadt die dafür vorgesehenen Koordinierungsstellen besetzt bekommt, wird es noch eine Zeit dauern. „Von daher müssen wir improvisieren, bis alles in ein professionelles Management übergeht“, sagt Henry Donner. 31 Flüchtlinge sind inzwischen auf dem Kappel-Gelände am Harpener Hellweg untergebracht. Kaum Familien, dafür überwiegend junge Männer um die 20. Von Bangladesch bis Kroatien, von der Elfenbeinküste bis zur Mongolei – die Nationalitäten könnten kaum unterschiedlicher sein.

Viele sind gelangweilt und frustriert

Die Verweildauer der Flüchtlinge in Harpen sei ungewiss, sagt San-dra Schotte vom Sozialamt. „Aber wir können davon ausgehen, dass sie ein Jahr und länger bleiben.“ Umso wichtiger ist die frühzeitige Integration und das Aufeinanderzugehen. Erste Möglichkeit, sich gegenseitig kennenzulernen, besteht schon am nächsten Sonntag, 18. Januar: Dann werden im Amtshaus ab 11 Uhr die Kleider- und Sachspenden an die Flüchtlinge verteilt, die die Harpener Bürger in den letzten Wochen in großen Mengen dort abgegeben haben. Zu diesem Termin ist ausdrücklich auch die Bevölkerung eingeladen. „Wir bereiten einen richtigen Empfang vor mit Kaffee und Kuchen, bei dem man Kontakt aufnehmen oder als Verein seine Angebote präsentieren kann“, sagt Hans-Heinrich Albert vom Amtshaus-Förderverein.

Mit dabei sein wird z.B. der TuS Harpen sein, dessen Trainer Dietmar Hampel sich in Sachen Fußball und Integration keine Gedanken macht: „Einfach den Ball rausholen und kicken.“ Die Basketballer des TV Gerthe wollen die jungen Männer zum Körbewerfen einladen. Künstlerin Lisa Lyskava bietet Malkurse an. Christof Wieschemann findet solche Angebote sehr wichtig. Bei einem Besuch zusammen mit SPD-Ratsfrau Susanne Mantesberg auf dem Kappel-Gelände sei ihm vor allem eines aufgefallen: „Die Langeweile und Frustration vieler Flüchtlinge, da sie nicht arbeiten dürfen.“

Am Ende des Abends tragen sich viele Harpener in Listen ein, um konkrete Hilfsbereitschaft zu signalisieren, sei es als Dolmetscher, Betreuer oder Mediziner. Die Aufgabe von Henry Donner, Christof Wieschemann und ihren Mitstreitern ist es nun, die Eingaben der Helfer zu sammeln und die passenden Akteure zusammenzubringen. „Wir werden uns dann in Zukunft in kleineren Gruppen treffen, um das weitere Vorgehen zu planen“, erklärt Wieschemann.