Das Rosenberg-Quartier in Bochum wird 50

Viel hat sich im Quartier in den 50 Jahren seines Bestehens verändert. Eckhardt Rathke vom Rosenbergtreff nimmt seit 46 Jahren aktiv am Leben im Viertel teil und gründete 1978 den Rosenbergtreff.
Viel hat sich im Quartier in den 50 Jahren seines Bestehens verändert. Eckhardt Rathke vom Rosenbergtreff nimmt seit 46 Jahren aktiv am Leben im Viertel teil und gründete 1978 den Rosenbergtreff.
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Was wir bereits wissen
Das Viertel erlebte in seiner Geschichte Höhen und Tiefen. Arbeitsgemeinschaft engagiert sich für das Miteinander und organisiert Jubiläumsfest.

Rosenberg..  Im September 1965 fand an der Händelstraße die erste Grundsteinlegung für ein achtstöckiges Haus statt. „Das war der Startschuss für das Rosenberger Leben“, erinnert sich Eckhardt Rathke. Der 71-Jährige wohnt seit 46 Jahren in der vom Unternehmen „Neue Heimat“ errichteten Siedlung und ist Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Rosenberg (Arge), dem Zusammenschluss von gut 25 Institutionen, Kirchen, Parteien und Vereinen vor Ort, den es seit 1975 gibt.

Mit der Gründung des „Awo-Rosenberg-Treffs“ im Jahr 1978 setzte Rathke, auch Vorsitzender des Awo-Ortsvereins, ein eigenes Zeichen für das Miteinander im Quartier. „Ob Rosenbergtreff oder Arge: uns war von Anfang an wichtig, hier die Menschen zusammen zu bringen.“ Das sollen auch die seit Mitte der 80er Jahre unregelmäßig stattfindenden Rosenbergfeste befördern.

Doch dieses Miteinander war anfangs schwierig. In den ersten Jahren gab es keine soziale Infrastruktur. „Das einzige vorhandene öffentliche Gebäude war das „Nordbad“ als Kombination von Hallen- und Freibad“, erinnert sich der ehemalige städtische Beamte. Dafür gab es schnell mehr als 5 000 Bewohner. Darunter viele Flüchtlinge und Aussiedler, die für sich und ihre Kinder händeringend Wohnraum suchten. Rathke: „Polnisch war teilweise die Zweitsprache. Integration war das Thema für ein gelungenes Zusammenleben.“

Im April 1969 eröffnete die Rosenbergschule, weil die Nachbarschulen durch den Zuzug vieler junger Familien mit Kindern überfordert waren. Das Geschäftszentrum folgte Anfang der 70er Jahre. Die Eröffnung des Awo-Kindergartens (1973) und des Markus-Hauses der evangelischen Gemeinde Harpen (1980) setzten weitere Akzente für die Menschen vor Ort.

Das Markus-Haus ist inzwischen ebenso wie das Nordbad Geschichte. Das Hallenbad schloss 1988, der Rest des Bads 2003. 2008 wurde das Gebäude schließlich abgerissen. Das Gemeindezentrum ist seit März 2015 eine Altentagespflege. Die Grundschule, die anfangs pro Jahrgang mehr als 200 Schüler unterrichtete, schloss im Juni 2013. Auch im Geschäftszentrum ist nur noch wenig los. Der „Rosenberg-Treff“ ist nun neben dem Altenzentrum der Diakonie einer der verbliebenen Treffpunkte. Neu im Quartier ist die Werner-von-Siemens-Schule, die 2004 an den Rosenberg umzog.

Da der Wohnungseigentümer Vereinigte Bochumer Wohnen seit 2014 seine Häuser im Viertel modernisiert, sieht Rathke inzwischen wieder manches Hoffnungszeichen für die Zukunft des Quartiers. Das Jubiläumsfest im Juni will weitere Zeichen setzen.

Geschäftszentrum soll attraktiver werden

Bäckerei, Pizzeria, Friseur und Minimarkt: Das bietet das Anfang der 70er-Jahre errichtete Geschäftszentrum an der Rosenbergstraße heute. Die städtischen Außenanlagen sind jedoch in die Jahre gekommen und müssten zeitgemäß erneuert werden.

Im Rahmen des 50. Geburtstages der Siedlung will die Arbeitsgemeinschaft Rosenberg (Arge) die Thematik angehen, indem sie auf dem Jubiläumsfest öffentlich für den Umbau wirbt und Spenden als Eigenanteil der Bürger sammelt.

Mehr Raum für Bewegung auf dem Dorfplatz

„Unser Ziel ist vor allem, dass die Geschäfte angesichts der steigenden Anzahl an Senioren barrierefrei zu erreichen sind“, erklärt Sprecher Eckhardt Rathke. Vor allem die Hochbeete vor der Ladenzeile sollen deshalb weg. „So schaffen wir auf unserem „Dorfplatz“ zugleich mehr Raum für Begegnung“, so Rathke weiter.

Der 71-Jährige geht davon aus, dass dies für die Bürger und die Geschäftsleute gleichermaßen attraktiv ist. Rathke: „Vor den heutigen Geschäften könnten die Inhaber Sitzgelegenheiten schaffen, die anderorts gut ankommen.“ Für die Anwohner werde es durch den Umbau wieder attraktiver, sich auf dem Platz aufzuhalten, da er dann kein Schandfleck mehr wäre. Selbst die Vereine würden profitieren, so der Arge-Sprecher: „Sie hätten einen Raum, sich bei kleineren Bürgerfesten öffentlich zu präsentieren.“

Kostenvoranschlag: 50 000 Euro

Die Landschaftsarchitekten der Firma Brandschädel fertigten bereits einen Entwurf an, der beim Fest präsentiert wird. Der Kostenvoranschlag beläuft sich auf 50 000 Euro. „10 000 Euro haben wir bereits“, betont Rathke. Diese werden allerdings schon für eine neue Drainage benötigt, damit das Wasser nicht mehr auf dem Platz stehen bleibt.

Für einen zweiten Bauabschnitt ist beispielsweise angedacht, Spielgeräte für Kleinkinder aufzustellen.