Anbau bietet viel Platz zum Spielen

Der neue Anbau sei Dank: Die Kinder der Kita Hoffnungsbaum in Hamme haben jetzt viel mehr Spielmöglichkeiten als zuvor.
Der neue Anbau sei Dank: Die Kinder der Kita Hoffnungsbaum in Hamme haben jetzt viel mehr Spielmöglichkeiten als zuvor.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Kita Hoffnungsbaum ist um einen großen Raum reicher, was vor allem für das U3-Angebot wichtig ist. Herausforderungen im Alltag wachsen derweil weiter.

Hamme..  Bienvenue! Powitanie! Dombre Pozhalovat! Welcome! Beim Tag der offenen Tür der Kita Hoffnungsbaum an der Anne-Frank-Straße wird der Besucher auf Schildern freundlich in 15 Sprachen empfangen. Dies nicht ohne Grund: „Kinder aus etwa so vielen Nationen betreuen wir hier bei uns“, sagt die Leiterin Gabriele Schefzig.

An diesem Tag gibt es in der Kita ordentlich was zu feiern, denn mit der Fertigstellung des Anbaus geht für die Mitarbeiter ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. In dem Anbau befindet sich ein Rollenspielraum, in dem sich die Kinder in einer kleinen Spielküche als Koch ausprobieren oder verkleiden können.

Außerdem halten die Zweijährigen hier mittags ein Schläfchen. Dafür werden zuvor kunstvoll versteckte Matratzen unter dem neuen Fußboden hervor gezaubert. „Dieses Angebot für U3-Kinder hatten wir vorher nicht. Die Lücke konnten wir jetzt endlich schließen“, erzählt Schefzig.

Doch bis es soweit war, mussten die sieben Mitarbeiter der Kita tapfer so manche Nervenprobe überstehen. „Der Anbau ist im laufenden Betrieb entstanden“, sagt die Leiterin. Auch die Sanitäranlagen in dem gut 60 Jahre alten Gebäude wurden saniert.

Zwei Jahre hat der Umbau des evangelischen Kindergartens von der Planung bis zur Fertigstellung gedauert. Den 45 Kindern bietet sich jetzt viel mehr Platz als zuvor: „Sie können sich in allen Räumen frei bewegen und an unseren Angeboten teilnehmen.“

Belastungen nehmen zu

Gabriele Schefzig kennt sich aus. Seit 20 Jahren leitet sie die Kita Hoffnungsbaum und hat den Wandel ihres Berufes hautnah miterlebt. „Wer heutzutage diesen Job ergreift, sollte keine Spieltante, sondern eine wirklich kompetente Person sein“, meint sie.

Die Belastungen hätten zugenommen. Auch die Verhaltensauffälligkeiten bei den Kindern seien gewachsen, und die sprachlichen Barrieren würden weiter zunehmen: „Im Sommer hatten wir eine Familie hier, die aus Syrien geflohen war. Die Eltern und Kinder sprachen kein Wort Deutsch und waren nach den Erlebnissen des Krieges schwer traumatisiert.“

Beruf des Erziehers zunehmend anspruchsvoll

Sprichwörtlich mit Händen und Füßen hätten sie versucht, den syrischen Kindern wieder auf die Beine zu helfen. „Anfangs haben sie nur geweint, doch nach ein paar Monaten hatten sie ein Strahlen im Gesicht.“ Ein schöner Erfolg, der leider nur kurz anhielt: „Wenig später ist die Familie umgezogen.“

Doch auch wenn der Beruf des Erziehers zunehmend anspruchsvoll geworden sei: Spaß mache er noch immer – und sei deswegen an Berufsschulen weiterhin beliebt. „Wenn ein Kind kommt und dich anlächelt, dann hat sich der ganze Aufwand doch schon gelohnt.“

Die Kita Hoffnungsbaum ist zu erreichen unter Tel. 0234 / 52 45 11.