Niedriger Ölpreis lässt Nebenkosten sinken

Zu Rückzahlungen über die Nebenkostenabrechnung könnte der gesunkene Ölpreis führen.
Zu Rückzahlungen über die Nebenkostenabrechnung könnte der gesunkene Ölpreis führen.
Foto: imago/McPHOTO
Rückzahlungen dürfen Mieter in mit Öl beheizten Wohnungen für 2015 erwarten. Der Anteil an am gesamten Wohnungsbestand ist allerdings eher gering.

Bochum.. Der niedrige Ölpreis lässt Autofahrer, Taxi-Unternehmen und Spediteure frohlocken. Das Kraftstoffpreis-Archiv von Aral verrät, dass etwa der Diesel-Preis Anfang 2016 mit 99,9 Cent je Liter so niedrig ist wie zuletzt Anfang 2005. Auch die Bogestra wird vom anhaltenden Preistief profitieren, der beim Diesel für 2015 für einen Jahresdurchschnittspreis von 117,2 Cent gesorgt hat. Ein Jahr zuvor lag er noch bei 135,7 Cent.

Ausgewertet hat das Nahverkehrsunternehmen seine Verbrauchs- und Kostendaten zwar noch nicht. Aber nach einem Verbrauch von 7,81 Millionen Liter der 253 Busse 2014 könnte ein ähnliches Volumen 2015 zu erheblichen Einsparungen geführt haben – bis zu mehreren hunderttausend Euro.

Auf die Gaspreise der Stadtwerke hat die Entwicklung des Ölpreises keine Auswirkungen. „Unsere Gaspreise sind seit 2010 nicht mehr an den Ölpreis gebunden. Sie orientieren sich an den Großhandelspreisen für Erdgas“, erklärt Sprecher Kai Krischnak. Auch die Stadt ist weitgehend unberührt vom Preistief. Der Anteil der Kosten für Öl ist im Vergleich zu den gesamten Energiekosten mit einem Prozent relativ gering“, so Andreas Große-Holz, Leiter des Technischen Gebäudemanagements. Schon in der Vergangenheit waren städtischer Ölverbrauch und Ölkosten gesunken, von 2010 (424.000 Euro) bis 2014 (198.000 Euro) um mehr als die Hälfte.

Heizkosten könnten sinken

Frohlocken dürften Hausbesitzer mit Ölheizungen und Mieter in ölbeheizten Häusern. Laut einer Studie des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen ist der Ölpreis 2015 um 20 Prozent gesunken. Bis Wohnungsgesellschaften wie VBW oder Vonovia ihre Nebenkostenabrechnungen verschicken, vergehen zwar noch etwa fünf Monate. Und nur einige Mieter können sich wohl auf gesunkene Heizkosten einstellen. So bezieht die VBW den größten Teil der Wärmeenergie über das Fernwärmenetz der Stadtwerke. Und Vonovia unterhält in Bochum nur 20 Ölanlagen.

Eine ihrer bundesweit größten Anlagen steht an der Kaulbachstraße in Weitmar und versorgt etwa 500 Wohnungen. Für 2015 rechnet Vonovia dort mit einem Verbrauch von 400.000 Litern, Gesamtkosten von 196.000 Euro und einem durchschnittlichen Preis von 49 Cent je Liter Heizöl. Zum Vergleich: 2013 waren es 86 Cent, 2014 noch 78 Cent.