Nicht nur für den Massengeschmack
30.07.2010 | 00:00 Uhr 2010-07-30T00:00:00+0200
Über 1000 Künstler, neun Spielorte, Musik an vier Tagen im Herzen der City – das ist die vierte Auflage des Bochumer Musiksommers, der vom 2. bis 5. September stattfinden wird.
„Wir haben versucht, ein Programm so vielfältig anzubieten wie Besucher einer Innenstadt dabei sind“, sagt Matthias Glotz, Geschäftsführer der Veranstalterin Bochum Marketing. So wird nicht allein der Massengeschmack gefüttert, sondern auch Spartenpublikum bedient.
Möglich wird dies nur, indem Sponsoren ins Boot geholt werden. Und die haben sich seit der Finanzkrise rar gemacht, „das ist bei allen Stadtfesten spürbar“, so Glotz. Trotz anhaltender Krise konnten in diesem Jahr neue Partner gewonnen werden. Der Musiksommer hat sich überdies seit 2007 etablieren können, so dass auch diesmal wieder neben einer Vielzahl Bochumer Akteure auch internationale Stars gewonnen werden konnten, möglichst mit einem Bezug zu Bochum. Darunter Lloyd Cole aus New York, Älteren noch bekannt mit seiner Band The Commotions. Er trat Mitte der 80er Jahre in der hiesigen Zeche auf. Zum Musiksommer kommt der Solo-Künstler am Freitag, 3. September, 20 Uhr. Zuvor „wärmt“ Dirk Darmstaedter die Besucher auf. Er hat sich einen Namen gemacht als Frontmann der Jeremy Days, ein sehr englischer Musiker unter deutschen Pop-Bands.
Ron Williams ist wohl der Dritte im Bunde, der als Multitalent schon seit Jahrzehnten Musikfreunden bekannt ist. Williams ist Schauspieler, Sänger, Kabarettist und Moderator, beim Musiksommer lässt er sich begleiten von der Tatort Jazz Hausband am Sonntag, 5. September, um 18 Uhr.
Es wird wieder fünf Bühnen bespielt (darunter erneut die am KAP im Bermuda-Dreieck). Neu ist das Sponsoring für die Bühne am Kuhhirten, die das WM-Büro der Stadt zur Fifa-Frauen-WM 2011 übernommen hat, deshalb heißt der Spielort auch Frauen-WM-Bühne. Überdies sind wieder Christus- und Pauluskirche dabei, der Hauptbahnhof (wo ein Pianospieler platziert wird und Bands die Reisenden empfangen).
Walking Acts und Marching Bands brauchen keine Bühne. Darunter fällt das Quartett The Four Shops: Im Retro-Look der 70er Jahre mit Plateaustiefeln, schrillen Jacken und riesigen Sonnenbrillen bespielen die Aktionsfläche zwischen den Bühnen, genauso wie X-Vision und Fanfare Masolo aus King Kongo, eine Blechbläserband aus Kinshasa aus ehemaligen Straßenkindern und Kindersoldaten. Diese Jugendlichen haben mehrere Auftritte beim Musiksommer (Freitag und Samstag).
Regelmäßiger Begleiter des Musiksommers bleibt das Winzerfest, auf dem 21 Weinerzeuger ihre Produkte präsentieren. Neu ist eine Open-Air-Modenschau mit einem zwölf Meter langen Catwalk. Dort zeigen die Geschäfte aus City-Point und Drehscheibe Modetrends für Herbst und Winter an zwei Terminen am Samstag. Das Spektakel wird begleitet von Tänzern, Living Dolls und viel Musik.
Am 4. September gibt es überdies wieder das so genannte Moonlight-Shopping, Einkaufen bis 23 Uhr. Die E-Lounge wird am Samstag erneut bespaßt von DJ-Teams wie „Gärtner der Lüste“, Mike Litt & Andrè Hommen sowie Blank & Jones. Nach 23 Uhr wird ein Trommelfeuerwerk abgebrannt, eine Melange aus Pyrotechnik und Rhythmen.

20:38
Es gibt ein interessantes Buch von Heinrich Böll, wo eine Familie jeden Abend Weihnachten feiern muss. so kommt mir das langsam auch vor, jedes wochenende eine Riesenpary. Feiern, feiern, feiern bis zum Umfallen. Aber nein: Da stehen Menschenmengen vor irgendwelchen Bühnen herum und schauen zu. - meist mit Bierpulle. Das soll eine Party sein? Dann gute Nacht!
12:29
Und wenn die Angestellten der Stadt Bochum übers Wasser laufen könnten - Staufenberg würde ihnen vorwerfen, dass sie zu blöd zum Schwimmen wären...
Es geht nicht um Inhalte oder Meinungen, sondern nur ums meckern...
10:42
Staufenberg ....
erstmal ist das noch lange hin, und dann haben Sie sich doch für akute Schlachtenbilder am Bahnhof eingesetzt und fanden die Trauer für Duisburg doch total übertrieben.
Wechseln Sie eigentlich Ihre Meinung wie Ihre Socken ?
13:09
Gar nicht so lange her, dass nach Katastrophen wie in Duisburg Festivals ähnlicher Machart aus Respekt vor den Toten abgesagt wurden. Heute im Kulturhauptstadtjahr wird weitergefeiert. Wie müssen sich die Angehörigen fühlen, wenn nach der Trauerfeier am Samstag wieder alle zur Party gehen, Bundespräsident und Kanzlerin eingeschlossen. Meine provokante Frage: Warum soll Duisburgs OB Sauerland eigentlich zurücktreten, wenn der gesamte Ruhrpott weiterfeiert als ob nix passiert wäre? Mein Meinung: Eine Absage des Musiksommers hätte Bochum gut angestanden...