Neunfache Katzenbesitzerin aus Bochum fürchtet Kündigung

Die Rentnerin Ilona Heinecke besitzt neun Katzen und fürchtet, ihre Wohnung zu verlieren.
Die Rentnerin Ilona Heinecke besitzt neun Katzen und fürchtet, ihre Wohnung zu verlieren.
Foto: WAZ FotoPool / Ingo Otto
Was wir bereits wissen
Ilona Heinecke (63) lebt zu Hause mit neun Katzen. Jetzt hat sie große Sorgen, dass sie ihre Wohnung verlieren könnte. Sie wirkt verzweifelt.

Bochum.. Ilona Heinecke (63) wirkt verzweifelt. Seit 30 Jahren wohnt sie in derselben Mietwohnung in einem gut 100 Jahre alten Mehrfamilienhaus in Riemke. Schon immer hatte sie viele Katzen, zurzeit sind es neun, die rund um die Uhr in der Wohnung leben. Schon seit vielen Wochen hat sie sehr große Sorge, dass sie und ihre innig geliebten Tiere ihr Zuhause verlassen müssen, weil zurzeit das ganze dreistöckige Haus umfassend renoviert wird und dies auch auf ihre rund 50 Quadratmeter große Wohnung zukommen soll.

Die 63-Jährige blickt erkennbar bedrückt in die Zukunft. Hin und wieder weint sie über ihre Lage. Denn sie weiß: „Es ist unwahrscheinlich schwer, eine Wohnung zu bekommen mit neun Katzen.“ Alle Versuche mit Annoncen und persönlichem Nachfragen im Umfeld seien bisher gescheitert.

Was die Situation für die Bochumerin noch erschwert: Sie versorgt auch noch sieben weitere Katzen, die im Hinterhof herumstreunen. Auch sie liegen ihr am Herzen - und auch sie müsste sie verlassen.

10.000 Euro Kosten für Sanierung der Wohnung

Und dann gibt es noch ein weiteres Problem: Ihre ohnehin ärmlich ausgestattete Wohnung ohne eigene Toilette und ohne Bad, in der sich zeitweise auch ihr Lebensgefährte (71) aufhält, befindet sich in einem extrem beklagenswerten und ungepflegten Zustand. Das ist für den Mann, der das zurzeit sonst unbewohnte Miethaus vor kurzem von einer Erbengemeinschaft gekauft und nun wieder in Schuss bringen will, „nicht tolerierbar“. Neun Katzen auf 50 Quadratmeter, sagt Jörg-Uwe Kuberski, könnten wegen des Gestankes nicht akzeptiert werden. Die Mieterin müsse sich auf eine Kündigung gefasst machen, weil die Wohnung vergammele und dieser Zustand auf das ganze Haus durchschlage.

Kuberski betont, dass die Frau grundsätzlich, aber nur unter ganz bestimmten Bedingungen (etwa viel weniger Katzen), dort wohnen bleiben könne. Sein Interesse richte sich aber auf die Renovierung und Vermietung des Gebäudes. Und dies sei „bei der Vermüllung der Wohnung“ nicht durchführbar. Er habe ein Gutachten erstellen lassen. Die Kosten für die Sanierung („Komplettentrümpelung, Grundsanierung, Desinfektion, Geruchsbeseitigung und Wiederherstellung der Bewohnbarkeit)“ dürften 10.000 Euro oder mehr erreichen.

Ilona Heinecke hatte bis zum vorigen Jahr immer gearbeitet und bezieht jetzt eine kleine Rente. Die jetzigen geringen Mietkosten kann sie noch tragen. Aber was ist, wenn sie in eine neue Wohnung umziehen müsste? Und die muss sie sowieso erst einmal mit ihren vielen Katzen finden, wenn tatsächlich eine Kündigung kommen würde.