Neun Jahre alte Kamelle bei Wattenscheider Karnevalsumzug
22.02.2012 | 18:17 Uhr 2012-02-22T18:17:00+0100
Bochum. Bei den Wattenscheider Karnevalsumzügen wurden offenbar Fruchtgummis geworfen, deren Haltbarkeit seit neun Jahren abgelaufen ist. Eine 15-Jährige musste sich anschließend übergeben. Der Wattenscheider Festausschuss ist entsetzt. In Bochum soll das Wurfmaterial frisch gewesen sein.
Alte Kamellen stoßen Besuchern der Karnevalszüge in Wattenscheid übel auf. Ein Mädchen leidet unter Bauchweh. Der Festausschuss in Bochum zeigt sich „entsetzt“, glaubt aber nicht, dass auch in Linden und Hiltrop mit Uralt-Süßwaren geworfen wurde.
Gerd Wenke ist erbost. Sein sechsjähriger Enkel hatte am Rosenmontag beim Gänsereiterzug in Höntrop fleißig Süßes gesammelt. Unglaublich: „Geworfen wurde mit Fruchtgummis, die 2001 hergestellt wurden. 2003 sind sie abgelaufen. Die Daten sind eindeutig auf der Verpackung zu lesen.“
„Ich frage mich, ob es sich um vorsätzliche oder fahrlässige Körperverletzung handelt, wenn man Fruitgums schmeißt, die ein Mindesthaltbarkeitsdatum von 09/2003 aufweisen“, hatte zuvor auch ein Besucher des Wattenscheider Umzugs am Karnevalssonntag im WAZ-Online-Portal DerWesten kommentiert.
Am Mittwoch meldete sich Markus Betken. Seine 15-jährige Tochter war sowohl am Sonntag als auch am Montag bei den Zügen in Wattenscheid dabei. „Heute hat sie das Fruchtgummi in der Schule gegessen. Und muss sich seitdem übergeben.“
Beim Karnevalszug in Bochum-Wattenscheid sollen Kamelle geworfen worden sein, die seit neun Jahren abgelaufen sind. Ist Ihnen so etwas auch schon mal untergekommen?
Verantwortliche sind nur noch schwer auszumachen
„Wir führen keine Sammelbestellung durch. Das erledigen die Teilnehmer des Umzugs jeweils für sich“, schildert Kurt Krokowski, Schatzmeister des Festausschusses Wattenscheider Karneval (FWK). Im Nachhinein sei nur schwer nachvollziehbar, wer die Verantwortlichen gewesen sein könnten. Gleichwohl kündigt der FWK eine Prüfung an und bedauert die Vorkommnisse.
„Unfassbar“, schüttelt Petra Lohof, Geschäftsführerin des Festausschusses Bochumer Karneval, den Kopf. Die Wattenscheider und Bochumer Jecken haben für ihre Züge den gleichen Hauptlieferanten: ein in Bochum ansässiges Handelsunternehmen. „Ich bin sicher, dass die Firma die abgelaufenen Fruchtgummis nicht aktuell geliefert hat. Offenbar hat die jemand jahrelang im Keller gelagert. Es gibt immer welche, die viel Süßes für wenig Geld werfen wollen“, vermutet Petra Lohof. Das Wurfmaterial für die Bochumer Züge habe „komplett aus Neuware“ bestanden. „Weder in Linden noch Hiltrop gab es bisher Meldungen über Bauchweh.“

00:58
Interessante Diskussion mit brillianten Denkansätzen.
Ja, peinlich für die "Werfer" ist es ohne Zweifel, wenn beim Rosenmontagszug "olle Kamelle" auftauchen.
Ich jedenfalls halte es für einen bodenlosen Leichtsinn, von der Straße aufgesammelte "Kamelle" unkritisch und ungeprüft von Kindern oder Enkeln "vernaschen" zu lassen. Da wollen wieder Eltern und Großeltern von einem eigenverantwortlichen Handeln nichts wissen und den Schwarzen Peter überall verteilen, nur nicht bei sich selbst.
Hat sich denn schon jemand herauskristallisiert, der sich auf Schabdensersatz verklagen läßt?
Hat überhaupt jemand hinterfragt, ob die Übelkeit tatsächlich im Haltbarkeitsdatum ihre Ursache hat, oder vielleicht doch eher am unkontrollierten Kamellekonsum von Fritz, Erna und Kevin, die sich die ganze Sache ob der vertilgten Mengen ein zweites Mal durch den Kopf haben gehen lassen?
Nachmittags kotzen die Kinder und abends die Erwachsenen - "hömma, dat Bier war auch abgelaufen" ;-)
12:16
Wattenscheid muss wieder selbstständig werden. Alle Kamellen müssen den Aufdruck WAT erhalten!
08:52
in Africa verhungern die Kinder...
17:26
#17
waren sind nicht verdorben nur weil das imaginäre mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist....
das ist nur ein gefaktes datum der industrie das nur eingeführt wurde um für gewisse produkte herstellerübergreifend einen gewissen garantieumsatz für dieses produkt erzielen zu können ...
motto : wenn wir den verbraucher damit so verunsichern das er das von ihm gekaufte eigentlich noch geniessbare produkt wegwirft kauft er ein neues,,,,
vielleicht nicht bei uns aber sicher bei einem anderen abieter....
das schlimme ist das es funktioniert....
anstatt sich auf ihre sinne,also nase und sehvermögen zu verlassen werfen verbraucher noch geniessbare ware einen tag nach ablauf in panik weg als ob sie befürchten müssten das ihr kühlschrank sonst abc alarm auslöst.....
wer dermassen indoktriniert ist ist für rationale argumente einfach nicht mehr zugänglich....
Genau so sehe ich das auch.
Wie gut die Industrie die Verbraucher im Griff hat, sieht man an einigen panischen Reaktionen hier. Salzstangen, die im Januar abgelaufen sind, werden weggeschmissen. Albern.
Schön ist aber auch, dass auch Bochum mit alten Bonbons aufgefallen ist. Da freut dann der voreilig geschriebene Kommentar von "Notschrei" (#21). Ich gehe da mal davon aus, dass die Bochumer die "Gammelbömmels" verzehrt und gar nichts gemerkt haben...
So ihr zwei...Natürlich wurden die Salzstangen auch verzerrt, auch essen wir einen Joghurt der 4Tage abgelaufen ( unfassbar, nicht wahr ) es sollte nur zeigen wie leicht die Bochumer Karnevalisten ihren Müll entsorgen...Und wenn ihr euch so dafür einsetzt das man auch 11 (!!!) Jahre alte Bonbons nicht entsorgen muss wenns schmeckt, meine könnt ihr haben ...guten Appetit
16:57
Gammelgummi Skandal in Wattenscheid,aber sich über 1. Tag altes Hachfleisch aufregen !!!!
16:07
Ich geh mal davon aus, dass nur Wattenscheider diese "Gammelbömmels" verzehrt haben.
16:05
uralte Kamellen gehören doch einfach zum Karneval dazu. ;o)
15:48
jo da simmer dabei
13:54
Ich denke die flüssigen "Nahrungsmittel" werden beim Karneval im Nachhinein wesentlich häufiger für Übelkeit und so geführt haben ;)
13:09
Pfui bah kann ich nur da sagen...möchte aber anfügen das auch die Salzstangen bereits Anfang Januar abgelaufen sind !!! Nicht ganz so tragisch aber erwähnenswert...Wir schmeißen jetzt alles in die Tonne !!!