Neues Zentrum in Bochum ist wie geschaffen für Autisten

Ira-Maria Bredt (l.) und Britta Ciupke
Ira-Maria Bredt (l.) und Britta Ciupke
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Ein neues Autismus-Zentrum vereint zwei Teilbereiche: Therapie und Fachdienst. Ein Bewegungsraum und Snoezel-Raum sind die Highlights.

Bochum.. Es ist freundlich, hell und modern, das neue Autismus-Zentrum der Familien- und Krankenpflege an der Universitätsstraße 90. Es fehlen der Einrichtung für den letzten Schliff zwar noch ein paar mehr Möbel, doch noch haben die Verantwortlichen bis zur Eröffnung am 19. Juni um elf Uhr auch etwas Zeit. Bis dahin sollten die meisten Möbelstücke geliefert worden sein.

Dann werden in den Räumlichkeiten des Autismus-Zentrums zwei Teilbereiche vereint sein: Den Fachdienst Autismus gibt es bereits seit 2009, bisher war er im Paddenbett 13 beherbergt. Der Fachdienst kümmert sich vor allem um die Schul- und Freizeitbegleitung bei autistischen Menschen. Neu hinzu kommt im neuen Zentrum die Autismus-Therapie. In Zukunft können unter der Leitung von Diplom-Psychologin Ira-Maria Bredt Menschen mit Autismus in den neuen Räumen auch therapiert werden, das war bis dato nicht der Fall. Und auch außerhalb des Zentrums ist dann eine Therapie möglich, beispielsweise Zuhause.

Bedarf vorhanden

Beide Teilbereiche zu vereinen scheint durchaus sinnvoll: „Der Bedarf wird immer größer. Durch bessere Diagnosemöglichkeiten werden immer mehr Autisten diagnostiziert“, sagt Bredt.

Auf den 289 Quadratmetern in der Universitätsstraße stehen den Klienten in Zukunft fünf Therapieräume zu Verfügung. Besonderes Highlight sind dabei der Bewegungsraum mit Matten, Trampolin und Schwebetuch, und der Snoezelraum, in dem sich die Kinder und Jugendlichen in einer reizarmen Umgebung beruhigen können. Sogar behindertengerecht ist die neue Einrichtung, da sie in der Parterre liegt und eine Behindertentoilette besitzt.

Britta Ciupke leitet gemeinsam mit ihrem Kollegen Jens Kramwinkel den Fachdienst Autismus, in Rahmen dessen derzeit rund 55 Familien betreut werden. Sie wird in den Büros des Autismus-Zentrums in Zukunft ihren Fachbereich koordinieren können.

Das Zentrum ist vor allem für Kinder und Jugendliche von fünf bis 27 Jahren gedacht, prinzipiell kann hier aber ein Autist jeden Alters therapiert werden: „Autismus ist nicht heilbar, eine Therapie kann also bis zum Lebensende weiter fortgeführt werden“, so Bredt. Eine der Therapieformen wird hier vor allem die Methode TEACCH (für „Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children“) sein, bei der Anhand von Bildkarten und anderem der Tagesablauf der Klienten strukturiert wird. So wird das Leben dieser Menschen in Zukunft durch das Autismus-Zentrum hoffentlich ein wenig leichter.