Neues Expertennetz bietet Hilfe bei Essstörungen

Arbeiten im Netzwerk Essstörungen zusammen: (v.l.) Dr. Katrin Hötzel (Ruhr-Uni), Dr. Gerlach und Prof. Herpertz (beide LWL-Klinik) und Markus Grave (Helios St. Josefs-Hospital).:         Foto: LWL
Arbeiten im Netzwerk Essstörungen zusammen: (v.l.) Dr. Katrin Hötzel (Ruhr-Uni), Dr. Gerlach und Prof. Herpertz (beide LWL-Klinik) und Markus Grave (Helios St. Josefs-Hospital).: Foto: LWL
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Ein neu gegründetes Bochumer Netzwerk bietet Hilfe für Menschen, die an Essstörungen leiden. Die psychische Erkrankung kann lebensbedrohlich sein.

Bochum..  Immer mehr Menschen leiden unter einer Essstörung. Um ihnen gezielter und schneller helfen zu können, wurde jetzt das „Netzwerk Essstörungen Bochum“ ins Leben gerufen.

30 Experten aus verschiedenen Einrichtungen kommen regelmäßig in dem Netzwerk zusammen. Ihr Ziel: den Betroffenen – meist Mädchen und Frauen zwischen 14 und 35 Jahren – Zugangswege zu erleichtern und Hilfen zu vermitteln. Denn: Rechtzeitige Unterstützung kann Leben retten. Anorexie (Magersucht), Bulimie (Essanfälle mit Erbrechen) sowie die Binge-Eating-Störung (Essanfälle bei starkem Übergewicht) sind dringend behandlungsbedürftig. Im Idealfall in einer Spezialklinik. „Sonst können sie zu lebensbedrohlichen somatischen Erkrankungen führen“, berichtet Dr. Gabriele Gerlach, stellvertretende Direktorin der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des LWL-Universitätsklinikums Bochum, die die Gruppe gegründet hat.

Die Fachärztin weiß aber auch: „Die Wartezeiten für eine qualifizierte Klinik-Behandlung sind lang.“ Doch es gebe ambulante Angebote, die dazu beitragen könnten, diese Wartezeiten gut zu überbrücken. Davon möchten die Mitglieder des „Netzwerks Essstörungen Bochum“ profitieren. Damit Anlaufstellen und therapeutische Hilfen voneinander wissen, sich austauschen und gezielt angesprochen werden können, treffen sich die Vertreter von Beratungsstellen, ambulanten Psychotherapie-Einrichtungen, Kliniken, therapeutischen Wohngemeinschaften, Selbsthilfegruppen sowie niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten.

Zum Nutzen für die Erkrankten, die mit ihren Essstörungen nicht allein gelassen werden sollen und dürfen.