Neue Struktur für Opel-Fläche

Immer mehr zeichnet sich ab, dass der Bebauungsplan für das Areal des ehemaligen Opel-Werks 1 sozusagen passgenau zugeschnitten werden soll auf den einen ernsthaften Interessenten: Wie bereits mehrfach berichtet, liegt dazu bereits die am 1. April vergangenen Jahres unterzeichnete Absichtserklärung zwischen der Adam Opel AG und der Deutschen Post DHL vor.

Dieser Entwicklung verschließen konnte sich am Mittwoch auch nicht der Ausschuss für Strukturentwicklung der mehrheitlich gegen die Stimme von Günter Gleising (Soziale Liste) der Änderung des Bebauungsplanes zustimmte. Damit soll nun unter bestimmten Bedingungen und nur für einen Teiler Opel-Fläche – gemeint ist der südöstliche Bereich parallel zu künftigen Querspange A 448. Auf rund 15 Hektar sollen in dem Paketzentrum bis zu 600 Arbeitsplätze entstehen.

Neben Günter Gleising warnte auch Volker Steude (Stadtgestalter) vor zu hohen Erwartungen: „Die Automatisierung gerade in der Boombranche Logistik schreitet voran.“ Niemand wisse, wie viel Arbeitsplätze es dort etwa in zehn oder 20 Jahre gebe. Für die CDU fragte Roland Mitschke unter anderem, wie viele Unternehmen denn es jetzt schon in dieser Branche in Bochum gebe und welche Kriterien es für so genannte „wertschöpfende Logistik“ im Gegensatz zur „einfachen Logistik“ gebe.

Zunächst wissen alle Beteiligten auch, dass das Gelände erst voraussichtlich Mitte des Jahres in den Besitz der neuen Gesellschaft Perspektive 2020 übergeht. Daher, so Rolf Heyer, Geschäftsführer der Stadttochter Entwicklungsgesellschaft Ruhr (EGR) müsse es nun vor allem darum gehen, „Interessen warm und bei der Stange zu halten.“ Er reagierte damit auf die Nachfrage von Heinz Sekowski (UWG), der daran erinnerte, dass zu Beginn des Prozesses von über 135 an einer Ansiedlung interessierten Unternehmen und Betrieben die Rede war.

Einstimmig auf den Weg gebracht wurde die Gründung eines Bochumer Institutes für Technologie. Unternehmen der regionalen Wirtschaft und öffentliche Einrichtungen ( 24 %) sollen es über eine Stiftung tragen. Ein Ziel: Es soll Projekte und Fördergelder nach Bochum holen. In beiden Fällen muss noch der Rat zustimmen.