Neue Chance für Pfandringe im Bochumer Bermuda-Dreieck

Die Grünen im Bezirk Mitte wollen einen neuen Anlauf starten zur Einführung von Pfandringen im Bermuda-Dreieeck.
Die Grünen im Bezirk Mitte wollen einen neuen Anlauf starten zur Einführung von Pfandringen im Bermuda-Dreieeck.
Foto: Walter Fischer
Was wir bereits wissen
  • Zunächst sollen 14 Abfallbehälter im Kneipenviertel mit Pfandringen ausgestattet werden
  • Seit September hängen die ersten an U35-Zugängen
  • Diese erleichtern Flaschensammlern die entwürdigende Suche im Müll

Bochum-Mitte.. Die Bochumer Grünen-Fraktion im Bezirk Mitte und auch im Rat der Stadt sieht gute Chancen, dass Pfandringe nun doch an Mülleimern im Bermuda-Dreieck installiert werden können. Vor zwei Jahren war ein Vorstoß gescheitert. Die Bezirksvertretung hatte damals dem Antrag mehrheitlich zugestimmt, im Kneipenviertel zunächst 14 Pfandringe einzuführen. Dann aber kassierte die Verwaltung den Beschluss, weil das Bermuda-Dreieck unter die Zuständigkeit des Rates falle.

Kommunen „Dort scheiterte unser Antrag, auch die SPD schloss sich den Bedenken der Verwaltung an, so dass die Koalition nicht an einem Strang zog“, sagt Sebastian Pewny (Grüne), stellvertretender Vorsitzender im Umweltausschuss. Die Bedenken drehten sich um zu hohe zusätzliche Leerungskosten und zeitlichen Mehraufwand.

Die haben sich inzwischen zerstreut: Die Technik der Ringe wurde verbessert, die Kosten sanken. Die ersten Pfandringe hängen seit September in Bochum: im Ehrenfeld und an ausgesuchten Haltestellen entlang der U 35. Pfandringe sollen für Flaschensammler mehr gesellschaftliche Akzeptanz schaffen. Auch birgt das Wühlen im Müll gesundheitliche Risiken.

"Pfandringe machen im Bermuda-Dreieck am meisten Sinn"

Raphael Tamburro, Vorsitzender der grün-offenen Fraktion im Bezirk Mitte: „Ich bin von den Pfandringen überzeugt. Durch meinen Vorgänger Jan Matzoll wurde aus einem Projekt unserer Fraktion ein Projekt des gesamten Bezirks.“

Der Bezirk hat mit 3000 Euro Eigenmitteln dass Projekt versuchsweise auf ein Jahr angestoßen. Noch gibt es keine Auswertung darüber, wie gut die zehn Standorte inzwischen genutzt werden. „Am meisten machen sie aber im Bermuda-Dreieck Sinn“, sagt Tamburro.

Tatsächlich sieht jeder, der sich abends auch nur eine halbe Stunde Zeit nimmt, im Kneipenviertel einen beliebigen Müllbehälter im Auge zu behalten, bei trockenem Wetter gut ein Dutzend Pfandsammler, die mit einer Taschenlampe hineinleuchten in der Hoffnung auf Flaschen, die ein paar Cent einbringen.

Wertstoffe trennen und Flaschensammlern helfen

Sebastian Pewny: „Wir begrüßen die Initiative der Bezirksvertretung Mitte. Sie ist ein guter Beitrag, Wertstoffe zu trennen und den Flaschensammlern zu helfen.“ Die alte Idee des Bezirks Mitte, Pfandringe auch im Bermuda-Dreieck einzuführen, unterstützt die grüne Ratsfraktion. „Wir wollen auf die SPD zugehen und planen, einen entsprechenden Antrag im Umweltausschuss und im Rat zu stellen. Ich rechne damit, dass auch die SPD jetzt die Chancen dieses Projektes erkennt.“ Zumal, so ergänzt er, auch die Verwaltung ihre ablehnende Haltung aufgegeben habe.

Im Kneipenviertel ist die Akzeptanz seit langem groß. So hatte das Mandragora am Konrad-Adenauer-Platz vor zwei Jahren selbst einen Korb für Flaschen an einem Papierkorb angebracht. Kneipier Dirk Steinbrecher: „Wir mussten ihn auf Druck der Bogestra wieder entfernen, weil er direkt am U-Bahnzugang war.“