Neue Brücke führt zur Deponie

Es tut sich was an der Schlackedeponie Marbach. In den vergangenen Monaten fertiggestellt wurde die neue Zufahrt mit Rampe und Brücke über den Marbach von der Porschestraße aus. „In den nächsten Wochen wollen wir die Lkw-Waschanlage und einen Weg an der Deponie bauen“, so Dr. Verena Schulz-Klemp, Umweltbeauftragte von Outokumpu. Frühestens im Oktober könnte dann das Schlackematerial vom Stahlwerksgelände aus angeliefert werden.

Zwischenzeitlich hatte es unter den Anwohnern an der Von-der-Recke Straße Irritationen gegeben, weil Lastwagen während der Bauzeit der Brücke wieder die alte Zufahrt mitten durch die Siedlung gewählt hatten. Norbert Kriech (SPD): „Wir hatten uns darüber schriftlich beschwert. Aber das ist mittlerweile erledigt.“

Die auch für Bochum zuständige Hagener Umweltbehörde beobachtet die Aktivitäten auf dem Deponiegelände genau. Das zwischenzeitlich ruhende Klageverfahren gegen die Betriebsgenehmigung sei mittlerweile von einem Kläger wieder aufgenommen worden. „Wir haben allerdings die sofortige Vollziehung veranlasst, was den Fortgang der Arbeiten auf dem Gelände ermöglicht“, erklärt Heinz-Jörg Gimpel von der Umweltbehörde.

Hintergrund der zwischenzeitlichen Verunsicherung ist der Schwebezustand, in dem sich das Nirosta-Stahlwerk befindet. Wie mehrfach berichtet, hat der finnische Outokumpu-Konzern angekündigt, die Bochumer Edelstahlschmelze noch in diesem Jahr schließen zu wollen. Zwar laufen noch verschiedene Verhandlungen, doch gilt es als sicher, dass das Schicksal des Werks an der Essener Straße mit seinen rund 400 Mitarbeitern besiegelt ist.

Verena Schulz-Klemp erläutert das weitere Vorgehen so. Bevor mit der Abdeckung und Anlieferung von zur Zeit auf dem Werksgelände zwischengelagerter Stahlwerksschlacke begonnen werden könne, seien weitere Arbeiten notwendig.

Fest steht immerhin, dass zuerst ein Erdwall als Schutz zur Bebauung an der Von-der-Recke-Straße aufgeschüttet werden muss. Die Umweltbeauftragte kann allerdings nicht sagen, wie groß die Menge an Material sein wird. Genehmigt sei eine Menge von bis zu 700 000 Kubikmetern „Sicher ist allerdings, dass die Deponie mindestens bis zum Ende des Jahres 2017 nutzen werden.“

Hier spiele eine Rolle, was mit dem Werk in Zukunft geschehe. Die Genehmigung erlaube grundsätzlich, dass bestimmter Bauschutt – der beim Abriss der Fabrik anfalle – dort auf der Deponie Marbach abgeladen werden könne.