Das aktuelle Wetter Bochum 5°C
Rechtsdezernat

"Nerven wie Drahtseile"

11.04.2013 | 06:00 Uhr
"Nerven wie Drahtseile"
Foto: Ingo Otto

Bochum. Die Möbel ihres Vorgängers in Dortmund wird Bochums scheidende Rechtsdezernentin Diane Jägers übernehmen. Soviel ist sicher. Auch der Beginn ihrer Amtszeit Anfang Mai in der Nachbarstadt. Völlig unsicher indes ist, was mit dem dann kopflosen Bochumer Rechtsdezernat nach ihrem Weggang geschieht. Doch zunächst zu Diane Jägers, die am 1. August 2007 die Nachfolge von Hans-Peter Knirsch antrat. Nachdem das Dezernat gut eineinhalb Jahre ohne Kopf war.

Diane Jägers erinnert sich: „Das Team musste sich völlig neu zusammenfinden.“ Viel Zeit blieb nicht, denn der „Bochum macht jung“-Skandal, insbesondere die rechtliche Wertung dieser ohne die eigentlich notwendige Ausschreibung gestartete Image-Kampagne, beschäftigte die Dezernentin. Es ging Schlag auf Schlag. Bürgerbegehren und Bürgerentscheid um den Erhalt des Gymnasiums am Ostring folgte.

"Dabei habe ich aber auch viel gelernt"

Hier zeigte sie Steher-Fähigkeit, denn es ging auch gegen die Interessen der CDU: „Ich bin dem Rat verpflichtet und nicht einer Partei“, räumt sie ein, dass es da hart zur Sache ging. „Ich bin der Transmissionsriemen zwischen Rat und Verwaltung“, so Jägers. Später forderte sie dann die heftige Debatte um den Bau des Musikzentrums. Sie bekennt offen, dass ihr oft genug der Tonfall und üble Anfeindungen aus der Ecke der Musikhausgegner überhaupt nicht gefallen hat. „Dabei habe ich aber auch viel gelernt“, sagt sie.

Besonders nachhaltig ist ihre Erinnerung an die damals von halb Deutschland mit Häme und Hinweisen auf die angeblich tiefste Provinz Bochum quittierte Absage der Loveparade in dieser Stadt. „Wir waren unglaublich betroffen, als wir von der Katastrophe in Duisburg erfuhren.“

Aber die Gefahren seien ihr in Bochum sehr wohl vorher bewusst gewesen. In diesem Zusammenhang lobt sie ganz ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz. Ihrem Nachfolger oder ihrer Nachfolgerin wünscht sie vor allem Eines: „Man braucht Nerven wie Drahtseile und er oder sie sollte sich als Verwaltungsjurist verstehen und nicht als Parteisoldat sehen.“

Schnelle Gespräche gefordert

Wen genau die Parteien jetzt suchen, ist offen. Vor allem deshalb, weil das von Arnsberg verordnete Haushaltssicherungskonzept bis spätestens 2015 die Einsparung einer weiteren Dezernentenstelle fordert. Dass Stadtdirektor Paul Aschenbrenner in diesem Sommer ausscheidet, macht die Angelegenheit nun gerade nicht leichter.

Klaus Franz (CDU-Fraktionschef) drückt auf die Tube klar. „Jetzt müssen schnell Gespräche her. Das Dezernat darf nicht solange unbesetzt bleiben.“ Keinen Hehl macht er daraus, dass er das Vorschlagsrecht für das Rechtsdezernat bei seiner Partei sieht. SPD und Grüne hingegen sind eher gelassen. SPD-Fraktionschef Dr. Peter Reinirkens : „Wir arbeiten derzeit an einem Fahrplan.“ Es gehe auch um mögliche Änderungen beim Zuschnitt der Dezernate.

Michael Weeke

Kommentare
12.04.2013
13:18
Üble Anfeindungen aus der Ecke der Musikhausgegner ?
von tomatenkiller_neo | #2

Bleiben wir mal bei der Wahrheit, Frau Rechtsdezernentin : zumindest hier im Forum
der WAZ wurden die Musikhauskritiker eher von der Pro-Musikhausfraktion übel
beschimpft.

11.04.2013
15:57
Tante Otti und ihre Gang...
von horsthausener | #1


Was man nicht nachvollziehen kann ist, warum so viele Wahlverweigerer sich das Trauerspiel in Bochum weiter antun?

Wäre es nicht endlich einmal an der Zeit Gegen Rechts, Gegen Linksextremismus und gegen SPD ein Zeichen zu setzen und sich vom Sofa zu erheben?

Funktionen
Aus dem Ressort
„Im Westen nichts Neues“ feiert Premiere in Bochum
Schauspielhaus
Im Theater Unten bringt Henner Kallmeyer mit Folkwang-Schauspielschülern eine eher unterhaltsame Inszenierung des Antikriegs-Klassikers von E.M....
Bochumer Erzieher kämpfen um Aufwertung des Berufs
Streik
Am Freitag gingen Erzieher und Sozialarbeiter bei einem Warnstreik auf die Straße. Sie wollen ihren Beruf auch finanziell besser gewürdigt wissen.
Hausbewohner sorgt mit Suizid-Drohung für Polizei-Einsatz
Polizeieinsatz
Ein angedrohter Suizid mit Hilfe einer Gasexplosion hat zu einem größeren Einsatz der Polizei und der Feuerwehr geführt. Am Ende kam aber niemand zu...
Bochum wird die Stadt der aufgeschlagenen Bücher
RUB-Jubiläum
Ab dem 1. Juni werden 25 Buch-Plastiken in der Innenstadt zu sehen sein, 25 weitere auf dem Campus der Ruhr-Uni. Preise für 50 Wettbewerbs-Teilnehmer.
Abgeholzte Bäume entsetzen viele Grummer
Wald
Stadt: Unfallgefahr im Stadtwald am „Weg am Kötterberg“ muss gebannt werden
Fotos und Videos
Freigrafendamm
Bildgalerie
Straßen in Bochum
Neulingschule siegt bei DLRG-Schwimmen
Bildgalerie
Schwimmpokal
Weisse Bescheid - Was bedeutet Hallas?
Video
Ruhrgebietssprache
Werner Wahnsinn
Bildgalerie
Benefiz-Konzert
article
7823099
"Nerven wie Drahtseile"
"Nerven wie Drahtseile"
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/bochum/nerven-wie-drahtseile-id7823099.html
2013-04-11 06:00
Bochum, Rechtsdezernat, Rechtsdezernentin, Diane Jägers, Musikhaus
Bochum