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Nebulöse Preise

02.01.2008 | 22:58 Uhr

Fahrgäste berichten von einem Preispoker am Taxistand vor dem Hauptbahnhof. Die angespannte Lage in der Neujahrsnacht sei ausgenutzt worden. Taxi Bochum bestätigt das nicht

Lange Gesichter nach der Feier: Im dichten Nebel der Neujahrsnacht hatten viele den Durchblick verloren. Rechts, links, oben, unten - alles sah so gleich aus. Die ganze Stadt: ein einziges Labyrinth. Den diffusen Start ins Jahr 2008 sollen einige Taxifahrer schamlos ausgenutzt haben. Wie Passanten erzählen, soll es am frühen Morgen zu einem Preispoker vor dem Hauptbahnhof gekommen sein. Nach dem Motto: Wer am meisten zahlt, wird befördert.

Für eine Fahrt, die an anderen Tagen 15 Euro koste, habe ein Taxifahrer vier jungen Leuten 15 Euro pro Person abknöpfen wollen, "mindestens" soll der Fahrer gesagt haben. "Diese Art hat mich wütend gemacht", sagt eine 56-jährige Frau aus Langendreer, die mit ihrem Mann selbst vor dem Hauptbahnhof ein Taxi gesucht hat. Die in dieser Nacht ohnehin angespannte Lage auf dem Beförderungsmarkt soll dadurch nicht unbedingt besser geworden sein. Wie berichtet, hatten sich auch die Bogestra-Nachtexpress-Wagen geschlagen gegeben. Nebelschwaden zogen, aber Busse blieben lieber stehen. Eine Vorsichtsmaßnahme.

Dazu entschieden sich auch einige Taxifahrer. "Ein Fahrer musste einen Fußgänger bitten, vor ihm herzugehen und ihm den Weg zu weisen", sagt Christian Weidmann, Vorstand von Taxi Bochum. Den Vorwurf, dass manche Taxifahrer die angespannte Lage ausgenutzt und einen Preispoker vor dem Bahnhof gespielt haben sollen, will Weidmann nicht bestätigen. "Davon habe ich nichts gehört."

Auch Renate Gurock, Aufsichtsratsmitglied bei Taxi Bochum, sagt: "Das ist mir nicht bekannt." Sie sagt aber auch, dass sie nicht für jeden Fahrer ihre Hand ins Feuer legen wolle. Es möge sein, dass manche in solchen Situationen Preise wie auf einem südländischen Basar machen wollen. "Aber wir haben unsere Beförderungspflichten und eine Uhr, die eingestellt werden muss."

Taxifahrer hätten in dieser vernebelten Nacht allerdings nicht gerade viel Geld verdienen können, sagt Renate Gurock. Entweder hätten sie nur mit zehn km/h über die Straße kriechen können oder sie seien sicherheitshalber gar nicht gefahren.

Von anderen Augenzeugen ist zu hören, dass sich entnervte Fußgänger in jener Nacht vor heranfahrenden Autos in Altenbochum aufgebaut haben sollen, in der Hoffnung zufällig ein Taxi zu erwischen und dieses anhalten zu können - sehen konnten sie ja nichts.

Kommentar 2. Lokalseite

Von Kirsten Simon

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Kommentare
03.01.2008
09:10
Nebulöse Preise
von Frank | #1

Diese Situation gab es auch in WAT. Für eine Fahrt vom Bebel-Platz zur Bochumer Str. (kostet für gewöhnlich ca. 5 €) wollte der Droschkenfahrer auf einmal 15 € unter dem Vorwand die Uhr sei kaputt. Nachdem ich ihn gefragt hab, ob er schlecht geschlafen hätte, bin ich ausgestiegen und gelaufen. Ich hab aber noch mitbekommen, dass er diesen Versuch offensichtlich noch bei zwei weiteren Fahrgästen gestartet hat, die nach mir das Auto nehmen wollten. Auch diese sind wieder ausgestiegen. Leider hab ich es versäumt mir die Taxinummer aufzuschreiben um mich schriftlich zu beschweren.

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