Närrisches Schneetreiben beim Rosenmontagszug in Linden
15.02.2010 | 18:03 Uhr 2010-02-15T18:03:00+0100
Bochum. Gut 45.000 Jecken waren dabei: Trotz Minusgraden war Stimmung beim Lindener Rosenmontagszug ausgelassen. Vor allem auf dem Marktplatz und an der Bühne vor der Liebfrauenkirche tummelte sich die bunte Menge.
Frostig war es mit fünf Grad minus beim Rosenmontagszug in Linden – trotzdem war die Stimmung alles andere als unterkühlt. Rund 45 000 Jecken hatten sich rund um die Hattinger Straße eingefunden, schätzte Horst Grewe, der Chef der Lindener Polizeiwache. Von Batman bis Spiderman, vom iranischen Präsident Mahmud Ahmadinedschad bis zur „Achse des Bösen” - mit viel Kreativität und reichlich Frohsinn warteten die Verkleideten auf den Zug.
Vor allem auf dem Marktplatz und an der Bühne vor der Liebfrauenkirche tummelte sich die bunte Menge. Schon lange bevor der Zug dort um 15 Uhr vorbeizog, hob das Programm auf der Bühne die Stimmung, trotz einiger Stromausfälle. MdB Axel Schäfer hatte sich dort die Narrenkappe aufgesetzt und radebrechte im besten Rheinisch „Linden Helau!”. Auch der Präsident des Festausschusses Bochumer Karneval, Bernd Lohof, wusste: „Wer Karneval erleben möchte, kommt nach Linden”. Außerdem schunkelten Bezirksbürgermeisterin Doris Erdmann und OB Dr. Ottilie Scholz mit.
"Die Bonbons sind das schönste"
Um 14 Uhr rollten die ersten Wagen des Zuges an der Welperstraße los. „Er kommt!”, kam es da aus geschminkten Kindergesichtern. Taschen wurden fester gepackt und alles bereit gemacht zum Kamelle-Sammeln. Denn eins ist klar, „die Bonbons sind das schönste”, so Lisa (6) eine Bochumer Hexe.
Den Anfang des rund 1 000 Meter langen Zuges machte die Polizei. Doch direkt dahinter gab es kein Halten mehr vor lauter närrischem Treiben. Da wurden Blumen verteilt, Süßigkeiten geworfen und von verkleideten Kinder aufgefangen. Die Ruhrlandbühne war gleich mit Fanfarenzug, Tanzgarde, Showballett, Kindertanzgruppe und Prunkwagen aufgefahren. Als Piraten verkleidet warfen sie die „Kamelle” in die Menge. Auch der „Fan Club VFL Bochum” teilte mächtig aus - kein Wunder, nach dem 2:1-Sieg gegen Hoffenheim. Unkonventionell flogen Nudeln statt Süßes vom Wagen des Ristorante „Don Remmo” und die Mitarbeiter der Augusta Ambulanten Dienste kamen im grünen Chirurgen-Ornat.
Musik-Korps Grün-Weiß sorgte für „Schunkelstoff”
Statt zum Ende kam Prinz Thomas I. (Bausen) in der Mitte des Zuges. Hoch auf dem Festwagen der Lindener Kolpingfamilie rollte der Stadtprinz mit seiner Adjutanz (Monika und Oli Oleszak) vorbei und markierte den närrischen Mittelpunkt des festlichen Treibens. Begleitet von seiner Prinzendame Christiane Bausen brachte er den nötigen karnevalistischen Adel auf die Veranstaltung. Gewohnt bunt wanderten die „Schlappen Lappen” vorbei und sogar „Toto Heim” gab sich auf dem Wagen des Budo Sport Clubs Linden die Ehre und skandierte „Glück auf”.
Auch der KKV Constantia und die Werbegemeinschaft Linden – Hauptorganisator des Straßenkarnevals im Stadtteil – ließen sich ihren Auftritt nicht nehmen. Das Musik-Korps Grün-Weiß sorgte für genug „Schunkelstoff”.
Über 40 Wagen und Fußtrupps rollten an dem ausgelassenen Publikum vorbei. Dabei wurde vor allem auch auf die Sicherheit der Kinder geachtet. Jedes Wagenrad wurde, wie vorgeschrieben, von einem eigens dafür abgestellten Begleiter gesichert. So konnten die Kleinen nach „Kamellen” springen und Luftballons haschen. Nach dem Zug war das närrische Treiben aber noch nicht zu Ende. Auf dem Marktplatz wurde zwischen Wirtsbuden und Bühne weitergeschunkelt.

14:07
Nach dem Zug war das närrische Treiben aber noch nicht zu Ende. Auf dem Marktplatz wurde zwischen Wirtsbuden und Bühne weitergeschunkelt.
Ich bin stark dafür, dass die Ruhrlandbühne wieder einen kleinen Auszug aus ihrem Programm auf dem Marktplatz zeigt. Irgendwie vermisse ich Michi Wittstamm (ehemals Michi Adam) mit ihren Schlagern a la Andrea Berg und Ireen Sheer. Boahh war das öde am Montag!!!