Mut zum Ungewöhnlichen

Zunächst denkt man: hä?! Ein riesiger, begehbarer Darmausgang, direkt vor der Jahrhunderthalle? Ein Frauentorso, durch den man hindurchgehen kann? Klingt provokant, und ist es wohl auch.

Und ist es doch nicht, denn die Kunst des Ateliers van Lieshout ist eben nicht „abgehoben“, und sie will auch nicht schocken nur um das Schockeffekts willen. Sie fordert im Wortsinn zum Mitmachen auf. Und zum Nachdenken. Darüber, wie und was wir unter „Kunst“ verstehen. Aber auch darüber, wie wir die Welt sehen, welche Vorurteile wir pflegen und wie flexibel wir gedanklich sein können.

Die Triennale ist immer wieder für Überraschungen gut. Nach Schneiders Installation „Kunstmuseum“ folgt gleich der nächste Streich. Bochum beweist einmal mehr Mut zum Ungewöhnlichen.

Jürgen Boebers-Süßmann