Musikwelt trauert um Pianisten Marian Migdal

Ein großer Verlust für seine Familie und alle Musikfreunde ist der Tod von Marian Migdal. Der Musiker starb am 2. April nach schwerer Krankheit, er wurde nur 66 Jahre alt. Migdal galt als einer der bedeutendsten Pianisten seiner Generation.

In Polen geboren, begann Marian Migdal sein Klavierstudium in Warschau. Nach der Emigration 1964 studierte er zunächst bei Hans Leygraf in Stockholm, danach bei Bruno Seidlhofer in Köln und schließlich bei Ania Dorfman an der Juilliard School of Music in New York. Dort erhielt er mit seinem Konzertdiplom 1973 zugleich den Loeb Award als höchste Auszeichnung für hervorragendes Klavierspiel.

Marian Migdal, seit 1985 Professor an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg, war gerade auch dem Chor und dem Orchester der Ruhr-Universität mit vielen Konzerten und Konzertreisen eng verbunden. „Mit ihm musizieren zu dürfen, war immer eine Ehre und Freude. Seine musikalische Intelligenz, seine phänomenale Anschlagskultur und sein umfassendes, präzises Wissen um die Werke und ihre Aufführungspraxis ließen ihn zu Interpretationen gelangen, die Maßstäbe setzten“, betont Universitätsmusikdirektor Hans Jaskulsky.

Migdals reiches pianistisches Repertoire ist auf zahlreichen Studio- und Konzertaufnahmen dokumentiert. Aufmerksamkeit erlangte 2014 eine CD-Veröffentlichung mit Kompositionen von Beethoven, Debussy und Strauss, die Marian Migdal gemeinsam mit seiner Tochter, der Geigerin Liv Migdal, einspielte.