Musikforum Ruhr in Bochum wird nicht vor 2016 eröffnet

Blick auf die Rückseite des Musikforums an der Humboldtstraße. Zurzeit läuft die Fassadenverkleidung.
Blick auf die Rückseite des Musikforums an der Humboldtstraße. Zurzeit läuft die Fassadenverkleidung.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Das Anneliese-Brost-Musikforum Ruhr — Musikzentrum Bochum – wird nicht vor Anfang 2016 eröffnet. Die Ausbauarbeiten dauern länger als angenommen.

Bochum.. Das Anneliese-Brost-Musikforum Ruhr in Bochum wird nicht vor dem Jahr 2016 eröffnet. Das teile Kulturdezernent Michal Townsend auf Anfrage der WAZ mit. Ursprünglich war die Inbetriebnahme des Musikhauses für den Herbst diesen Jahres vorgesehen.

„Es gibt noch keinen offiziellen Eröffnungstermin und auch noch keinen offiziell ,Fahrplan’“, so Townsend. Die Stadt habe bei den Geldgebern – u.a. Land und EU – bereits im letzten Herbst eine Bauzeitverlängerung beantragt, und diese auch genehmigt bekommen. „Durch den nun möglich gewordenen Bau des Verwaltungstraktes war der ursprüngliche Bauplan zeitlich nach hinten gerückt“, so der Dezernent.

Zeitlich streng reglementiert

Wie die WAZ berichtete, war durch eine weitere Bürgschaft u.a. der GLS-Bank der von vornherein architektonisch geplante Anbau, der zunächst wegen Mittelknappheit entfallen sollte, nun doch möglich geworden. „Die bis 31. Oktober genehmigte Bauzeitverlängerung werden wir wohl bis zum letzten Tag ausnutzen“, so Michael Townsend. Die Zuschussgeber hatten die Förderung von einer zeitlich streng reglementierten Fertigstellung abhängig gemacht.

Nach der endgültigen Abnahme des Gebäudes müsse das Haus „eingeregelt“ werden, sprich: Lüftung, Elektrik, Heizung, Versorgung usw. „hochgefahren“ werden, bevor der Spielbetrieb aufgenommen werden kann. Das ginge nicht „von heute auf morgen“, so der Dezernent, der sich nicht auf einen Eröffnungstermin festlegen lassen will: „Dafür gibt es zu viele Unabwägbarkeiten.“

Der Neubau des Musikzentrum ist nach Aussagen von Michael Townsend im Zeitplan. „Wenn der Winter so mild wird, wie der letzte, wird das eine Punktlandung“, so der Dezernent. Äußerlich kann man im Augenblick gut erkennen, wie die Verklinkerung fortschreitet und dem Rohbau einen immer ansehnlicheren Look gibt.

Steven Sloane als Leiter

Auch im Innern wird gewerkelt. Der technische Einbau laufe, berichtet Kulturdezernent Michael Townsend. Auch hinter den Kulissen tut sich ‘was, wird das Konzept für die Nutzungs- und Belegungsrechte des Musikforums fortgeschrieben. Es legt fest, wer die Räume verwalten wird und wie und zu welchen Bedingungen und Konditionen das Haus vermarktet werden soll. Die Verwaltung des Musikzentrums erfolgt durch die Symphoniker, namentlich durch GMD Steven Sloane als künstlerisch, organisatorisch und wirtschaftlich Gesamtverantwortlichen. Es sei keinesfalls daran gedacht, einen externen Geschäftsführer zu verpflichten, so Michael Townsend.

Künstlerische Aktivitäten

Das Brost-Forum soll als Spiel- und Probenstätte für die Bochumer Symphoniker und die Musikschule dienen sowie eine „qualifizierte Veranstaltungsstätte für alle Bochumer Institutionen, die einen musikalisch optimierten Raum für ihre künstlerischen Aktivitäten benötigen“ sein. Eine kommerzielle Vermarktung scheidet aus, da sie „beihilferechtlich unzulässig“ wäre.

Programmplanung liegt bei den Symphonikern

Die Programmplanung obliegt den BoSy, die mit ihren Aufführungen den großen Saal zu 70 % auslasten sollen. Die Fördervoraussetzungen des Landes und der EU sehen mindesten 30 % der Belegungstermine für musikpädagogische Veranstaltung wie Jugend musiziert, Schulorchestertage oder Aufführungen des Jugendsymphonieorchesters vor. Der Multifunktionssaal ist als Veranstaltungsstätte für Kammermusik, Musiktheater, Jazzkonzerte u.a. gedacht.