Museum blickt nach Israel

Der Tod und die Malerin: Tänzer des Gelsenkirchener Balletts zeigen Auszüge aus der Choreographie.
Der Tod und die Malerin: Tänzer des Gelsenkirchener Balletts zeigen Auszüge aus der Choreographie.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Spannende Ausstellungen sollen den deutsch-jüdischen Dialog fördern. Dafür gibt es auch eine Partnerschaft mit dem Musiktheater in Gelsenkirchen.

Bochum.. Der Blick geht in den Nahen Osten. Mit viel versprechenden Ausstellungen und einer neuen Partnerschaft geht das Museum an der Kortumstraße ins neue Jahr. Zum 50. Jahrestag der diplomatischen Beziehungen beider Länder räumt das Museum dem deutsch-israelischen Dialog einen besonderen Raum ein. Zum Kunstmuseum Ein Harod in Israel bestehen schon lange beste Kontakte. Beim gut besuchten Neujahrsempfang stellte Museumschef Hans Günter Golinski die Highlights 2015 vor.

Charlotte Salomon

Der jüdischen Künstlerin Charlotte Salomon widmet das Museum ab 28. Februar eine umfassende Werkschau. Salomon, 1917 in Berlin geboren, wurde 1943 verhaftet und in Auschwitz ermordet. Während einer Lebenskrise malte sie als junge Frau die Geschichte ihres Lebens in über 1300 Bildern, die nach ihrem Tod ins jüdische Museum Amsterdam gingen. „Das künstlerische Potenzial von Charlotte Salomon interessiert uns sehr“, so Golinski. „Wir wollen sie nicht nur als Nazi-Opfer verkürzt sehen, sondern gleichsam auch das faszinierende Porträt einer großen Künstlerin zeigen.“ Dafür kooperiert das Museum mit dem Musiktheater Gelsenkirchen, wo Mitte Februar die Ballettoper „Der Tod und die Malerin“ nach Motiven aus dem Leben von Charlotte Salomon uraufgeführt wird. Auszüge aus dem Ballett sollen per Video in die Ausstellung integriert werden.

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Russische Avantgarde

Unter dem schönen Titel „Wir müssen den Schleier von unseren Augen ziehen“ zeigt das Museum ab 22. März Fotografien und Zeichnungen der russischen Avantgarde. „Unser Haus hat eine lange, starke Verbindung mit Osteuropa“, sagt Golinski. „Wir sind zwar in Bochum verortet, aber regional und international aktiv.“ Die Künstler aus den 20er Jahren, deren Werke zu sehen sein werden, verbanden Impulse aus der bildenden Kunst mit der damals neuartigen Fotografie. Das könnte spannend werden!

Catalina Pabón

1979 in Bogota geboren, lebt die kolumbianische Künstlerin Catalina Pabón heute in Berlin. Sie malt und zeichnet Landschaften: mächtige, weite, finstere, karge und üppige Landschaften. „Es ist eine magische, unwirkliche Bildwelt“, sagt Golinski. Ihre Bilder kommen in Kooperation mit dem Galeristen Alexander von Berswordt-Wallrabe nach Bochum (6. Juni).

Junkyards

Unter dem Titel „Junkyards“ werden die Werke eines israelischen und eines deutschen Künstlers ab August im Museum zu sehen sein. Der Deutsche Olaf Holzapfel drehte einen Film über einen israelischen Kibbuz. Nahum Tevet ist in einem solchen aufgewachsen. „Seien Sie gespannt, was Sie da im Sommer erwartet“, so Golinski.