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Islamismus

Moschee im Nagelstudio - Islamisten treffen sich in Bochumer Lokal

18.08.2012 | 15:34 Uhr
Moschee im Nagelstudio - Islamisten treffen sich in Bochumer Lokal
Sami A. hat Verbindungen zu radikalen, islamistischen Kreisen – und predigt offensichtlich in Bochum.Foto: Foto: Matthias Graben

Bochum.  Plötzlich waren sie da. Seit wenigen Wochen treffen sich radikal-islamistische Salafisten in der Bochumer Eugenstraße. Dahinter steckt ein Ex-Leibwächter von Osama Bin Laden – offiziell allerdings taucht der Name Sami A. nicht auf. Erst durch Hinweise von Bürgern wurden die Behörden aufmerksam.

Die Mezzosopranistin Karolina Gumos sollte an diesem Wochenende nicht bei offenem Fenster schlafen. Sie fände wenig Ruhe. Der Star der laufenden Ruhrtriennale hat ein Quartier in der Eugen­straße bezogen – Wand an Wand mit der Moschee, die Sami A. und seine Glaubensbrüder derzeit ­herrichten. „Irgendwann zwischen Mitternacht und zwei Uhr ist hier die Nacht vorbei“, sagt eine Nachbarin. „Dann kommen die Islamisten raus aus der Moschee. Dann wird es unerträglich laut.“

Die drei Frauen am Kaffeetisch sind bestens informiert. Sie wissen, mit wem sie es zu tun haben. „Das ist der Bin-Laden-Typ“, sagt eine, „der macht hier die Moschee.“ Dass das Gebetshaus-Projekt von Sami A. aufflog, ist nicht dem ­Verfassungsschutz zu verdanken. Auch nicht der Polizei. Es ist das Verdienst einer 61-jährigen Frau, die Nachtwache schiebt in einem Heim für geistig Behinderte. Sie wohnt in der Nachbarschaft. Und sie gab den entscheidenden Tipp. Beim Ordnungsamt zeigte sie den Moscheebetrieb an, beschwerte sich über die nächtlichen Ruhe­störungen.

Plötzlich war auch der Verfassungsschutz vor Ort

Verhängte Schaufenster im ehemaligen Nagelstudio an der Eugenstraße: Seit rund vier Wochen herrscht hier Moscheebetrieb.

Der Hinweis wirkte wie ein Weckruf. Plötzlich war auch der Verfassungsschutz vor Ort. Vorige Woche bekam Uwe S. Besuch. Ein Beamter habe ihm seinen Ausweis gezeigt und Fragen gestellt. Was denn da laufe mit dieser Moschee. Was das für Leute seien.

Uwe S. ist der Vermieter des 200 Quadratmeter großen Laden­lokals, in dem sich seit Wochen bis zu 60 gläubige Muslime treffen. Er kenne Sami A. als religiösen Mann von nebenan, sagt er. „Im März ­habe ich mit ihm gesprochen. Da hat er sich für das Objekt interessiert.“ Aus den Formalitäten habe sich der Prediger aber herausge­halten. „Er hat einen Jüngeren geschickt, der hat das gemacht“, sagt der Vermieter. Logisch, dass der Name Sami A. nicht auftaucht im Zusammenhang mit der Moschee.

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