Mogelte Stadt Bochum bei Bewerbung für Energie-Preis?
29.08.2012 | 07:43 Uhr 2012-08-29T07:43:00+0200
Bochum. Der Bochumer Wissenschaftler Ingo Franke, Vorsitzender des Arbeitskreise Umweltschutz, hat den Eindruck, dass die Stadt Bochum bei der Bewerbung um den Energie-Award, den sie 2009 in Gold bekam, mit geschönten Zahlen vorgegangen war. Die Stadt weist den Vorwurf zurück.
Dr. Ingo Franke ist einer, der sich gern auch um das Wohl der hiesigen Fledermäuse kümmert . Jetzt sorgte der Wissenschaftler für flatternde Rockschöße im Bochumer Rathaus. Der Vorsitzender des Arbeitskreises Umweltschutz warf nämlich folgende Frage öffentlich auf: „Hat die Stadt sich den European Energy Award (EEA) mit falschen Angaben erschlichen?“
„Diesen Vorwurf weist die Stadt mit Nachdruck zurück“, antwortetet der städtische Pressesprecher Thomas Sprenger darauf.
Umweltschützer Franke hatte seinen Verdacht mit Zahlen unterfüttert. Unstreitig ist, dass die Stadt im Jahr 2009 mit dem Energie-Preis European Energy Award in Gold ausgezeichnet wurde.
Was ihm auffiel: „Merkwürdig ist: Im Energiebericht 2010 wird eine Reduktion des Wärmeverbrauchs (witterungsbereinigt) von 25 Prozent bezogen auf 2006 angegeben. Dies gilt für einen Bestand von ca. 1000 Gebäuden. Dies ist eine völlig unrealistische Reduktion. Dies würde bedeuten, dass die Stadt innerhalb von fünf Jahren 500 Gebäude energetisch saniert hat mit einer Wärmebedarfsreduzierung von 50 Prozent. Das ist bei weitem nicht der Fall. In den letzten Jahren sind nur ca. 35 Gebäude (teil-)saniert worden.“
Vorwurf: „Die Zahlen sind geschönt“
Noch merkwürdiger seien die Angaben im Energiebericht 2011. Nachdem Franke im Beirat Bochum Agenda 21 auf die „unglaubhafte Reduktion des Wärmebedarfs der städtischen Gebäude“ hingewiesen habe, stünden im Energiebericht 2011 plötzlich für alle vergangenen Jahre neue Zahlen. Franke: „Die Reduktion von 2006 bis 2010 beträgt jetzt ,nur’ noch 18,4 Prozent. Das ist immer noch unglaubwürdig viel. Da könne man nur den Schluss ziehen: „Die Zahlen sind geschönt.“
Stadtsprecher Sprenger erinnert, dass die Stadt Bochum im Jahr 2005 den Energie-Preis in Silber. 2009 den in Gold erhalten hatte.
Die von Franke aufgeworfene Frage betreffe „nur einen geringfügigen Teilbereich des gesamten Audits, welches sich über einen Katalog von insgesamt rund 100 Einzelfragen verteilt und auf sechs Handlungsfelder erstreckt.“ Die Abweichungen bei den Zahlen erkläre sich dadurch, dass in den Vorjahren bei der Darstellung des witterungsbereinigten Wärmeverbrauchs eine andere Bezugsgröße gewählt wurde.
In den Vorjahren sei als Basis der Mittelwert der letzten fünf Jahre zugrunde gelegt worden. Ab 2011 würden dafür Werte ab 1970 herangezogen, daher seien „leichte Abweichungen“ da. Im übrigen sei die Witterungsbereinigung „nicht Bestandteil der Abfragen für die Kennzahlen des EEA“, sondern „z. B. die tatsächlichen Verbräuche für verschiedene Gebäudegruppen“.

21:11
Ist mal so wieder typisch Bochum. Mit gefälschten Gutachten können die ja gut umgehen.
Das ist wie mit Lärmgutachten durch LKW Verkehr wo die Stadt dann sagt es ist kein verstärkter Lärm gemessen worden und damit alles gut ist, Die ganzen Anwohner sehen bzw hören das anders. Aber es juckt dann die Stadt nicht mehr. Das man Nachts nicht mehr schlafen kann vor durchdonnernden Lkws. Nein das ist ja nur subjektiv gefühlt in echt ist das gar nicht so.
Trauen keinem Gutachten was du nicht selbst gefäscht hast, nach dieser Devise scheint die Stadt Bochum zu verfahren.
12:22
Das war doch schon immer so!
11:53
Man kann alle Leute einige Zeit und einige Leute alle Zeit, aber nicht alle Leute alle Zeit
zum Narren halten. ( Abraham Lincoln )
Ich frage mich inzwischen, ob die Bochumer Bürger da eine große Außnahme sind.
Thyssen-Deponie-Hamme, Gestaltungssatzung Hordel, Innovation City und jetzt Mogelei zum Zwecke der Erschleichung von Preisen und möglicherweise Fördermitteln ? Welche Rolle spielt denn in diesem Zusammenhang das Statt-Planungsamt ?
10:08
Da sorgt sich ein Vorsitzender um den Fortbestand seines Arbeitskreises, denn was sollen Umweltschützer in einer Stadt mit Umweltpreisen eigentlich noch bewegen? Man sollte diese Sorge ernst nehmen, denn wahrscheinlich steht da ein gesamtes Lebenswerk auf der Kippe.
09:11
Mein Gott, was wollen den diese vorlauten Wissenschaftler? Der Gegenbeweis: wenn rot/grün draufsteht ist doch auch grün drin ! Also ist doch alles in Ordnung! -
Zumindest dürfte dies die Meinung von über 50 % der Bochumer Wähler zu sein! Auch wenn die Politik der Grünen umfassender kurzsichtiger Unsinn ist!
Genau, Grünen Politik ist kurzsichtiger Unsinn....
Umweltschutz und Energie einsparen, bzw. Energiewende machen langfristig keinen Sinn, Lieber wieder unser Abwasser aus den Fenstern kippen und dne Müll im Garten verbrennen, wnen man dabei ist kann man auch alle möglichen Pestizide wieder erlauben.
Und ich fordere den sofortigen Bau von mehreren AKWS. Denn abgesehen von der Strahlung des Mülls und der Gefahr eines Unfalls ist dies ein sauberer Strom
P.s. ich bin kein Grünen fanatiker, dennoch macht es sinn sich für die Belange der Umwelt einer der Hauptfelder der grünen einzusetzen.
Meiner Meinung nach macht auch das Einsetzen für Ökologischen Wachstum sinn, denn was macht es für sinn auf Industrien zu setzen die für viel Geld Öl, etc. aus dem Ausland einkaufen müssen, diesen aber nicht zahlen können, bzw. in einigen Jahren der Rohstoff gar nicht mehr existiert.
Robert_Meier | #6-1
Sehen Sie, genau Sie gehören zu der geschilderten Gruppe. Grün steht drauf, dann muss auch Umweltschutz und langfristig Sinnvolles drinnen sein.
Sie erkennen gar nicht, dass die Politik der Grünen keine Verbesserung unserer Situation mit sich bringt!
08:48
"Der Bochumer Wissenschaftler Ingo Franke, Vorsitzender des Arbeitskreise Umweltschutz, hat den Eindruck, dass die Stadt Bochum bei der Bewerbung um den Energie-Award, den sie 2009 in Gold bekam, nicht mit geschönten Zahlen vorgegangen war. Die Stadt weist den Vorwurf zurück."
In einer Zeit wo jeder Zahlen "schönt" würde ich mich auch gegen den Vorwurf wehren. Man will ja nicht als aussenseiter dastehen.
Nein ehrlich, ich hab den Satz 3 mal lesen müssen. Schon alleine soviele kommas und dann auch noch eine verdrehte Aussage. Eigentlich hätte der Verfasser schona ufgrund der Satzlänge selber nochmal Kontrollesen müssen. Aber vielleicht darf die Subline auch nur 2 Sätze haben.
08:26
Na und?
08:10
Haben sie doch richtig gemacht oder nicht? Griechenland ist doch genauso vorgegangen und die Regierung ist doch nicht anders. Beschönigt doch auch alle Zahlen.
00:22
Achherje, da wird bemängelt Rolf Hartmann dass Bochum nicht mit geschönten Zahlen vorgegangen ist.
Qualitätsjournalismus sieht anders aus !
23:09
Wenn nicht mit geschönten Zahlen umgegangen wurde ist doch alles in Ordnung, oder habe ich da etwas falsch verstanden?
Das "nicht" hat sich meiner Meinung dort eingeschlichen. Der Fehlerteufel schlug zu. ;)